Kolbermoor – Das Ergebnis lässt es zwar nicht vermuten, aber Kolbermoors Bundesliga-Tischtennis-Damen haben trotz der 2:6-Heimniederlage im letzten Heimspiel der Meisterschaftsrunde gegen den TTC Berlin eine hervorragende Vorstellung abgeliefert.
Wie groß der Respekt des Gegners vor den heimischen Damen war, zeigte schon die Aufstellung, die eine komplette Berliner Formation mit sechs Spielerinnen präsentierte. Und fast wäre der Respekt noch größer geworden, denn in den Eingangsdoppeln waren die beiden heimischen Paarungen ihren Gegnerinnen in vielen Belangen ebenbürtig. Das beste Beispiel lieferten hierbei Swastika Ghosh und Naomi Pranjkovic ab, die Berlins Duo Surja/Neumann bei der 1:3-Niederlage – im vierten Satz hatten sie beim Stand von 10:9 sogar Satzball, verloren dann aber knapp mit 10:12 – an den Rand einer Niederlage brachten.
Im vorderen Paarkreuz des ersten Einzeldurchgangs sorgte Svetlana Ganina dafür, dass sich die Rofa-Arena in ein Tollhaus verwandelte. Gegen Britt Eerland lag sie mit 0:2 Sätzen im Rückstand, ließ sich aber nicht aus der Fassung bringen und glich zunächst zum 2:2 aus. Den Worten von Hallensprecher Sebastian Wiesener, der meinte, dass die Messe noch nicht gelesen sei, folgte die Russin, obwohl sie beim Seitenwechsel noch mit 3:5 im Rückstand lag. In der dramatischen Schlussphase vergab sie zwar einen Matchball, setzte sich aber mit 12:10 unter dem Jubel der etwa 180 Besucher knapp durch.
Dass dann Swasika Ghosh gegen die Weltklassespielerin Xiaona Shan klar in drei Sätzen verlor, konnte man verschmerzen, denn Naomi Pranjkovic lieferte das nächste Meisterstück ab. Gegen die zu den größten deutschen Nachwuchshoffnungen zählende Josephina Neumann ging sie verdient mit 2:0 Sätzen in Führung. Im dritten Durchgang schien sie nach der 7:4-Führung einem sicheren Sieg entgegenzusteuern, verlor dann aber sechs Punkte in Folge und letztendlich mit 10:12. Allerdings holte sie Versäumtes im vierten Satz mit 11:4 nach.
Laura Tiefenbrunner unterlag etwas unglücklich in vier Sätzen gegen Yaping Ding zum 2:4. Svetlana Ganina war anschließend gegen Xiaona Shan ebenbürtig, doch die Berlinerin setzte sich zum 5:2 für die Gäste durch. Swastika Ghosh überraschte dann zunächst mit einem 11:8 im ersten Satz gegen Britt Eerland, hatte aber in der Folge nicht das nötige Glück und unterlag in vier Sätzen zum 2:6.
Trotz der Niederlage zeigte sich Kolbermoors Trainer Michael Fuchs nicht unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. „Wir hätten im Doppel vielleicht einen Punkt holen können und auch Laura Tiefenbrunner hat ihr Spiel mit Pech verloren. Trotz der Niederlage haben wir uns sehr teuer verkauft“, meinte er. Für den SV-DJK Kolbermoor punkteten: Doppel: Fehlanzeige; Einzel: Ganina, Pranjkovic (je 1).