Wasserburg/Bruckmühl – Die Geschichte von Janus, dem römischen Gott des Anfangs und des Endes, ist seit Jahrtausenden viel beschrieben, seine zwei Gesichter sein unverkennbares Markenzeichen. Eine moderne Version der Doppelgesichtigkeit ist die fiktive Gestalt Two-Face, der als Gegenspieler von Batman berühmt-berüchtigt wurde. In der Amateursportwelt ist gerade der Landesligist TSV 1880 Wasserburg dabei, sich in diese Reihe der Doppelgesichtigen einzuordnen. Trainer Florian Heller sind diese Analogien vor dem Auswärtsspiel in Kastl am heutigen Samstag um 14 Uhr egal, er fordert jedoch von seiner Mannschaft klipp und klar: „Ein anderes Gesicht!“
Zuletzt zeigten die Innstädter nämlich eher eine Fratze resultierend aus der Art ihres Fußballs: Ihr Spiel gegen Neufraunhofen war hässlich und angesichts der Harmlosigkeit für manche Betrachter gar furchteinflößend, denn Offensivszenen waren Mangelware. Jede Mannschaft mit einem einigermaßen ordentlichen Landesliga-Stürmer stellte in der Rückserie die Hintermannschaft vor teils unlösbare Probleme. Bei Kastl spielt vorne mit Sebastian Spinner ein gefährlicher Mann, was die Situation nicht einfacher macht. Angesichts der aktuellen Formkurven ist der Zehnte nach zwei Siegen in Folge im Duell mit dem Zweiten sogar der Favorit.
Heller fordert nun das schöne Gesicht seiner Mannschaft zurück. Jenes der Hinrunde, als die Mannschaft leidenschaftlich Fußball spielte, ansprechende Leistung zeigte, bis zum Ende kämpfte und mit großem Willen Sieg an Sieg reihte.
Für den SV Bruckmühl geht es im Abstiegskampf aktuell Schlag auf Schlag. Das Auswärtsspiel beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen heute, Samstag, 15 Uhr, ist für das Team rund um Kapitän Philipp Keller das dritte Duell gegen einen direkten Konkurrenten binnen einer Woche. Die Bilanz vom Osterwochenende ist ausgeglichen: Gegen den TSV Kastl gab es eine knappe Niederlage, im Nachholspiel gegen den TuS Holzkirchen betrieb die Mannschaft von Trainer Mike Probst mit dem 3:1-Erfolg Wiedergutmachung.
„Die Mannschaft der Stunde“, wie Probst den Aufsteiger nennt, befindet sich in stark aufsteigender Form. Der 1. FC Garmisch-Partenkirchen gewann die letzten drei Spiele mit einem Torverhältnis von 12:3. Der SV Bruckmühl hat derzeit sieben Punkte mehr auf dem Konto als Garmisch. Die Verantwortlichen an der Mangfall hoffen, dass heute Nachmittag weitere drei dazukommen. jah/nik