Rosenheim – Am Ende gab es einen großen Gewinner: Der TSV 1860 Rosenheim hat nach zwei Niederlagen in der Fußball-Landesliga Südost wieder dreifach gepunktet. Im so wichtigen Heimspiel gegen TuS Holzkirchen gewannen die Sechziger mit 2:1 und vergrößerten damit ihren Vorsprung auf die Abstiegszone. Dass diese Partie kein fußballerischer Leckerbissen werden würde, das war im Vorfeld schon klar – bisweilen war es aber fast schon rezeptpflichtig. Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie die beiden Trainer!
Die hätten übrigens jede Menge Lutschpastillen für den Hals benötigt, denn der ständig sein Team antreibende Gäste-Coach Thomas Seethaler und der immer wieder mal wütend explodierende 1860-Trainer Wolfgang Schellenberg schonten ihre Stimmen nicht. Seethaler machte bei seiner Truppe ein Erschöpfungssyndrom aus („Wir hatten jetzt drei Spiele in sieben Tagen und waren zu Beginn nicht ganz da.“), spürte aber dann Herzschlag und Puls im Team: „Rosenheim hat gesehen, dass Holzkirchen noch lebt!“
Dem Schiedsrichter hätte er allerdings wohl gerne ein paar Augentropfen verabreicht, denn: „Das entscheidende Tor entsteht aus einer klaren Fehlentscheidung. Es war eine klare Ecke für uns. Dass wir dann beim Gegenzug nicht aufgepasst haben, passt dann aber auch wieder.“ Da ging es bei den Sechzigern nämlich schnell nach vorne, während die Gäste auf der rechten Abwehrseite offen waren. Pass- und Laufweg passten dann perfekt und so kam Kenan Smajlovic frei vor Holzkirchens Torwart an die Kugel und schoss zum 2:1 ein.
„Ich bin froh, dass wir diese Reaktion gezeigt haben“, meinte Schellenberg. Sechs Minuten zuvor hatte sein Team nämlich das 1:1 kassiert, das sich auch längst angebahnt hatte. „Ich hatte schon befürchtet, dass wir uns das Tor einfangen“, so der Rosenheimer Coach, der bei seiner Truppe Angstzustände ausmachte. „Wir wollten eigentlich gar nicht in den Verteidigungsmodus, waren dann aber viel zu ängstlich.“ Dabei war Schellenberg mit der Leistung seines Teams in der ersten Hälfte nicht unzufrieden. Smajlovic hatte per Elfmeter nach Foulspiel an Maximilian Mayerl für die Führung gesorgt. Der Torschütze hätte übrigens nach seiner Auswechslung in der Nachspielzeit ein kleines Beruhigungsmittel gebraucht, gab es doch einen Disput mit den Holzkirchner Auswechselspielern.
Übrigens: Der einzige Akteur, der letztlich wirklich medizinische Hilfe benötigte, war Sechziger-Offensivspieler Raphael Lang. Er wurde eingewechselt und musste dann im Gesicht blutend wieder raus, nachdem er aus kurzer Distanz vom Ball getroffen wurde. Für Taschentücher braucht’s aber kein Rezept.
TSV 1860 Rosenheim; Goia, Jesse, Martens, Merdan, Fischer, Markulin (61. Lang, 85. Papapicco), Grundner (89. Hetemi), Gratt, Mayerl, Smajlovic (90. + 3 Schäpe), Muhameti (77. van de Wiel).
Schiedsrichter: Kinberger (BSK Olympia Neugablonz).
Zuschauer: 209.
Tore: 1:0 Smajlovic (38., Foulelfmeter), 1:1 Lindner (81.), 2:1 Smajlovic (87.).tn