Ein Treffer, der dem Trainer schmerzte

von Redaktion

FUSSBALL-KREISLIGA 1 Später Schloßberger Ausgleich gegen Au – Doppelpacker Kubik

Stephanskirchen – Es läuft die Nachspielzeit auf dem Hartplatz in Waldering, der SV Schloßberg-Stephanskirchen hechelt gegen den ASV Au in der Fußball-Kreisliga 1 einem Rückstand hinterher. Und tatsächlich fällt in letzter Sekunde noch der 2:2-Ausgleich – ein besonders schmerzhafter Treffer seiner Mannschaft für Schloßbergs Coach Rudolf Zellner.

Ob beim Rekordmeister FC Bayern München oder dem Bundesliga-Abstiegskandidaten VfL Bochum – bis hinunter in die Amateurspielklassen dreht sich das Trainerkarussell immer schneller. Die Ziele der Vereine sind unterschiedlicher Art, nur eines verfolgen alle mit einem Trainerwechsel: Sie erhoffen sich neue Impulse für ihre Mannschaften.

Selbst in der Kreisliga 1 gab es im Laufe der Saison schon einige Änderungen auf der Kommandobrücke. Im Tabellenkeller trafen nun zwei Kontrahenten aufeinander, die jeweils ihren Trainer gewechselt haben. Der gastgebende SV Schloßberg-Stephanskirchen trennte sich bereits in der Winterpause von „Dauerbrenner“ Helmut Faber und installierte Rudi Zellner als Chefcoach mit Michael Weiß als Co-Trainer. Beim ASV Au gab Christoph Martin erst letzte Woche seinen Einstand als Neu-Trainer und übernahm von Florian Dirscherl – dabei gelang ihm gleich ein „Einstandssieg“. Nun war man im direkten Duell besonders gespannt, wer wohl die meisten Impulse auf seine Mannschaft übertragen konnte.

Zunächst sah man dem SVS das Selbstvertrauen und mehr Spielfreude an, nachdem man schon in den ersten drei Spielen nach der Winterpause – zwei Siege, ein Remis – fleißig gepunktet hatte. Das Team von Rudi Zellner erspielte sich einige Chancen, die auf dem kleinen und kurzen Hartplatz auch aus Distanzschüssen entstanden. „Nicht so viele Haken, sondern lieber mal einen scharfen Schuss aufs Tor“, forderte Zellner vermehrt von seinen Mannen. Auf der anderen Seite hörte man aus Martins kritischer Stimme die Forderung nach „mehr Leidenschaft und Feuer“ heraus, nachdem sein Team sehr tief und teilweise mit fünf bis sechs Mann in der Abwehrkette schwer beschäftigt war. Die Folge war dann auch der 1:0-Führungstreffer durch Alexander Dangl, der wie von seinem Trainer gefordert, außerhalb des Sechzehners abzog und hoch ins Eck traf. Für die Auer Gäste war der Rückstand mit einem Tor zur Halbzeitpause eher schmeichelhaft.

In der zweiten Hälfte sollte sich dann das Blatt wenden und es entwickelte sich ein ganz anderes Spiel. Die Gäste investierten viel mehr in ihre Offensivbemühungen, die ihr Trainer in der Pausenansprache auch einforderte. „Ich hatte an den Charakter appelliert, dass die Spielweise aus der ersten Hälfte zu wenig ist.“ Belohnt wurden die Auer dann durch den Ausgleichstreffer von Marius Kubik, der von einem Patzer von SVS-Keeper Konstantin Rott profitierte. Eine lang gezogene Paccagnel-Vorlage rutschte ihm durch die Hände, Kubik brauchte nur noch abzustauben.

Die Schlussviertelstunde brachte dann zwei „Hauptdarsteller“ des Spiels. Ungewollt schlüpfte Josef Cia vom SVS in diese Rolle, als er eine berechtigte Zehn-Minuten-Zeitstrafe wegen groben Foulspiels aufgebrummt bekam und seine Mannschaft prompt mit dem 1:2 bestraft wurde. Nach einem Eckball verlängerte Christoph Bott den Ball, Kubik bugsierte diesen im Getümmel über die Torlinie. Nun schien den Gastgebern die Zeit davonzulaufen.

Cia kam für die letzten Minuten wieder ins Spiel zurück und das Aufbäumen begann. ASV-Keeper Moritz Düsel entschärfte manch gute Gelegenheit, bis auch er in der 95. Minute geschlagen war. Cia traf in letzter Sekunde zum Remis. Darüber setzte sein Trainer Zellner einen Freudensprung an, bei dem er sich nach eigener erster Einschätzung die Achillessehne gerissen hat – eine der Geschichten, die eben so nur der Fußball schreibt!

Das Steno zum Spiel

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