Effizienz schlägt Spielstärke

von Redaktion

1860 Rosenheim unterliegt in Neufraunhofen klar 0:3

Neufraunhofen – Nachdem der TSV 1860 Rosenheim am Wochenende zuvor nach vielen Monaten des Zitterns vorzeitig den Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga Südost fix gemacht hatte, verloren die Sechziger ihre Auswärtspartie beim Neuling und bisherigen Vorletzten SV Neufraunhofen sang- und klanglos mit 0:3 (0:1). Zwar waren die Rosenheimer das deutlich überlegene Team, aber die Heimelf, die sich nur auf Konter verlegte, zeigte sich effektiv und nutzte ihre wenigen Vorstöße zu drei Treffern.

Im Gespräch mit dem Rosenheimer Trainer Wolfgang Schellenberg zwei Stunden vor dem Anpfiff äußerte der sich so: „Ich bin mal gespannt, wie sich die Mannschaft nach dem Erreichen des Klassenerhaltes im ersten Spiel danach heute präsentieren wird.“ Die Frage war allemal berechtigt. Festzustellen war, dass die Oberbayern auf der Wald-Sportanlage im niederbayerischen Landkreis Landshut eindeutig den Ton angaben. Aber aus der Überlegenheit konnte die junge Truppe kein Kapital schlagen. An allen Ecken und Enden fehlte dem Tabellenzehnten Stürmer Kenan Smajlovic, der bei der bosnischen Futsal-Nationalmannschaft weilte. Den zwölffachen Torschützen konnte keiner ersetzen.

Zwar kamen immer wieder Pässe in die Spitze, aber da fand sich kein Abnehmer und auch die Genauigkeit fehlte. Auch aus den zahlreichen Ecken konnte Rosenheim kein Kapital schlagen. Mit dem ersten Konterangriff war es Stefan Haas, der mit einem Schuss in die lange Ecke zum 1:0 für die Hausherren traf (13.). Das war eine kalte Dusche für die Youngster von Coach Schellenberg. Außer ein paar Standards wurde Rosenheim aus dem Spiel heraus nur einmal gefährlich, als Matteo Van De Wiel auf Edis Muhameti spielte, dessen Schuss aber noch ins Toraus abgelenkt wurde.

Mit zwei Wechseln zur Halbzeit hoffte Schellenberg, dass seine Truppe das Match drehen könnte. Aber es blieb das gleiche Bild: Sechzig hatte überwiegend den Ball, Neufraunhofen hatte als einziges Mittel Befreiungsschläge parat. Zwei dieser Aktionen führten dann zu den weiteren Toren. Zuerst war es Tobias Brenninger, der Sebastian Amann im Gästetor überwinden konnte (68.), dann gelang seinem Bruder Stefan Brenninger das gleiche Kunststück aus 14 Metern (78.). Damit war die Partie gelaufen und Rosenheim zum zwölften Mal in dieser Spielzeit geschlagen.

„Wir waren zwar deutlich überlegen, aber wenn man dann nur eine Chance aus dem Spiel herausspielt, dann ist das zu wenig. Zudem haben wir die Gegentore eins und drei ganz schlecht verteidigt. Wir waren zwar überlegen, aber nur in den ungefährlichen Räumen“, stellte Schellenberg enttäuscht fest.

Die Hoffnung, den Direkt-Abstieg aus der Landesliga Südost noch zu vermeiden, lebt beim SV Neufraunhofen. Zum Spielausgang merkte deren Sportlicher Leiter Claus Riedi treffend an: „Spielstärke und Harmlosigkeit hat heute gegen Kampfkraft und Effizienz verloren.“ Der SVN hat nun zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze und das vermeintlich leichtere Restprogramm als der TuS Holzkirchen.

TSV 1860 Rosenheim: Amann – Jesse (46. Papapicco), Fischer, Gratt, Muhameti, Van De Wiel (70. Rudolph), Khong-In (46. Mayerl), Pichler, Markulin, Grundner (58. Merdan), Hemeti (30. Demolli).

Schiedsrichter: Gehrwald (Straubing).

Zuschauer: 300.

Tore: 1:0 Haas (13.), 2:0 T. Brenninger (68.), 3:0 S. Brenninger (78.).dme

Artikel 4 von 11