„Davon waren wir beflügelt“

von Redaktion

So erlebte Kevin Slezak die Titel-Sensation mit den Eisbären Regensburg

Bad Aibling/Regensburg – Mit dem Ziel Klassenerhalt in die Saison gestartet, am Ende den Titel in die Höhe gereckt. Eine wahre Sensation schafften die Eisbären Regensburg mit der Meisterschaft in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Diese erlebte der gebürtige Bad Aiblinger Kevin Slezak mit, der von 2019 bis 2022 bei den Starbulls Rosenheim auf dem Eis stand. In seiner ersten DEL2-Saison spielte der 23-Jährige in der vierten Reihe, hatte anfangs ein wenig mit dem Niveau zu kämpfen, gewöhnte sich im Laufe der Spielzeit aber immer besser daran. Wie er sich an die Liga anpasste, ab wann die Eisbären wirklich vom Titel träumten und wie sie den großen Erfolg gefeiert haben, blickt Kevin Slezak im exklusiven Interview mit der OVB-Sportredaktion zurück.

Ihr Ziel war alles andere als der Titel. Wie lauteten die Erwartungen vor der Saison?

Wir hatten eigentlich keine Erwartungen. Wir waren der Underdog, das war jedem bewusst und uns auch. In erster Linie spielten wir um den Klassenerhalt. Was dann passiert ist, ist einfach unglaublich.

Für Sie war es – abgesehen von wenigen Spielen für Tölz – die erste Saison in der DEL2. Wie fanden Sie sich zurecht?

Am Anfang war es schwierig für mich, die erste Saisonhälfte lief nicht so, wie ich es wollte. Das wurde aber besser und vor allem in den Play-offs wusste ich dann, wie man in der Liga richtig spielt.

Wie spielt man denn in der Liga? Was sind die Unterschiede zur Oberliga?

Es wird allgemein härter, und in den Play-offs nochmals härter gespielt. Das Tempo ist höher und die Spieler sind generell natürlich besser. Kassel zum Beispiel kommt mit vier Reihen daher, die wirklich aufgeladen sind. Da liest du Namen, die fast alle schon mal in der DEL gespielt haben.

Wie übersteht man so eine harte Play-off-Zeit?

Eigentlich schaut man von Tag zu Tag, du hast gar nicht viel Zeit zu überlegen. Du gewinnst ein Spiel und freust dich am Abend, gehst am nächsten Tag ins Training und dann steht schon wieder eine weitere Auswärtsfahrt bevor. In der Play-off-Zeit passiert nicht viel: Nur trainieren, ausruhen, essen, schlafen und im Bus hocken.

Wann änderte sich das Ziel Klassenerhalt zu Meister werden?

Das war ganz klar die Ravensburg-Serie (Play-off-Viertelfinale, Anm. d. Red.). Als wir 1:3 zurücklagen, wussten wir, dass wir sie schlagen können. Nachdem wir das umgedreht haben, waren wir davon beflügelt. Ich glaube, dass das der Schlüssel war. Dann sind wir durchmarschiert und wussten, wir können gewinnen – auch wenn Kassel noch dazwischen kommt.

Was ging nach dem entscheidenden Spiel gegen Kassel in Ihnen vor?

Ich glaube, so etwas erlebt man nicht oft. Wir waren bis Mitternacht auf dem Eis und haben mit den Fans gefeiert, dann ging es in der Kabine weiter und anschließend haben wir in einer Bar bis in die Morgenstunden gefeiert.

Das war ja nicht die einzige Party in den letzten Wochen…

Ja, es war sehr anstrengend. Wir haben etwas Unvorstellbares möglich gemacht und dementsprechend gefeiert, kann man sich ja vorstellen (lacht). Wir waren fast ständig unterwegs: Interne Abschlussfeier, mit den Fans und bei der Oberbürgermeisterin.

Ob Sie bei den Eisbären bleiben, ist noch nicht sicher. Gibt es für Sie persönlich Ziele für die nächste Spielzeit?

Ich habe in der vergangenen Saison schon einen ordentlichen Schritt gemacht. Jetzt weiß ich, wie ich auf diesem Niveau spielen muss, und habe in den Playoffs auch meine Tore geschossen. Da will ich jetzt anschließen und noch einmal einen Schritt machen.

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