Verwandelt der TSV Bad Endorf seinen Matchball?

von Redaktion

Kreisliga 1 Kurort-Elf hat die Meisterschaft selbst in der Hand – Heißer Kampf um den Ligaverbleib: Diese Szenarien sind möglich

Bad Endorf/Emmering/Grünthal – Das Saison-Finale in der Fußball-Kreisliga 1 hat es in sich: Fünf Partien haben Einfluss auf die Meisterschaft, entscheiden die Relegations-Teilnehmer und bestimmen, wer in der nächsten Saison weiterhin Kreisliga spielt. Lediglich auf zwei Plätzen geht es rein um die goldene Ananas.

Titel-Favorit ist der TSV Bad Endorf, der das Klassement mit 46 Zählern anführt und es auf heimischem Rasen gegen den ASV Au selbst in der Hand hat. „Die Konstellation gibt schon die Antwort“, antwortet Bad Endorfs Trainer Nenad Grizelj auf die Frage der OVB-Sportredaktion nach dem Matchplan: „Wir wollen das mit einem Sieg daheim klarmachen.“ Dass der Gegner allerdings gefährlich sein kann, zeigen nicht nur die letzten Ergebnisse: Der ASV kegelte den TuS Prien aus dem Aufstiegsrennen und luchste dem SV Aschau/Inn einen Punkt ab. Auch Grizelj hat diese Erfahrung im Hinspiel gemacht: „Da haben wir das Spiel über weite Strecken dominiert und dann haben sie uns in der 93. Minute noch das 1:1 reingehauen. Somit wissen wir schon, mit wem wir es zu tun haben. Demzufolge werden wir es mit vollster Konzentration angehen.“ So will der Spitzenreiter den Abstiegskandidaten knacken: „Wir müssen in Ballbesitz bleiben und dürfen nicht in Hektik verfallen. Dazu braucht es schnelles Passspiel und viel Bewegung. Am besten wäre natürlich ein frühes Tor, das hat uns in Prien sehr gut getan“, gibt Grizelj die Marschroute vor. Das Team aus dem Kurort muss erneut ohne Torjäger Christian Heinl und „Eckpfeiler“ Martin Stowasser, der in Prien einen Jochbeinbruch erlitt, klarkommen. Anpfiff in Bad Endorf ist am heutigen Samstag um 15 Uhr – alle Begegnungen des letzten Spieltags werden zeitgleich angepfiffen. Auf einen Au-Sieg hofft auch der SV Aschau/Inn, der mit einem Punkt Rückstand auf dem zweiten Platz steht. Erst einmal muss die Elf vom Inn selbst gegen den SV Söchtenau-Krottenmühl gewinnen. „Wir sind in dieser Saison zu Hause sehr gut, daher bin ich zuversichtlich“, weiß Aschaus Spielertrainer Thomas Deißenböck, der aber demütig vom Gegner spricht: „Im Hinspiel waren die Söchtenauer sehr stark. Wir haben zwar gewonnen (3:2), hätten aber eigentlich deutlich verlieren müssen.“ Für die Gäste geht es am letzten Spieltag um nichts mehr, mit 34 Punkten sind sie in jedem Szenario gesichert. „Ich glaube, das kommt ihnen eher zugute. Sie können frei aufspielen und haben vorne enorme Qualität.“ Neben 15- Tore-Mann Stefan Weinfurtner hat der SVS nach – Brannenburg und Aschau – die drittbeste Offensive der Liga. „Dementsprechend sind wir gewarnt“, unterstreicht Deißenböck. „Trotzdem spielen wir ganz klar auf Sieg und hoffen, dass Endorf nicht gewinnt.“

Das malt sich auch der Gegner des Meister-Favoriten aus: Der ASV Au belegt mit 28 Zählern den 13. Rang, hat aber immer noch eine – wenn auch sehr geringe – Chance auf den direkten Ligaverbleib. Dazu müsste Folgendes passieren: Westerndorf und Emmering (jeweils 31 Punkte) müssten verlieren und der ASV den Primus schlagen. In dieser Dreierkonstellation hätten die Auer die beste Bilanz und würden die beiden Konkurrenten in die Relegation schicken. Der SV Westerndorf hat den Klassenerhalt nach dem 3:0-Erfolg über den TSV Emmering selbst in der Hand. Mit einem Dreier in Grünthal ist Westerndorf sicher durch – also das nächste Entscheidungsspiel für den SVW. „Seitdem ich gekommen bin, waren es alles Endspiele“, so Enes Cehic, dessen Mannschaft in den letzten Wochen eine deutliche Leistungssteigerung zeigte. Seitdem der Coach übernahm, entschieden die Westerndorfer drei Duelle für sich, holten in Großholzhausen einen Punkt und mussten sich nur dem TSV Bad Endorf geschlagen geben. „In Grünthal wird es sicher schwierig, aber wir sind bereit und wollen heute den Klassenerhalt feiern“, stellt Cehic klar. In eine gute Ausgangsposition brachte sich der TSV Brannenburg mit dem 2:0-Erfolg im Nachholspiel über den SB-DJK Rosenheim am Mittwoch. Nun ist der Aufsteiger mit 33 Zählern Zehnter und kann sich ein weiteres Kreisliga-Jahr mit einem Dreier beim SV Ostermünchen sichern. Der Tabellensechste hat den Klassenerhalt bereits fix und kann ohne Druck kicken. „Nach dem Sieg am Mittwoch ist die Situation ein bisschen entspannter, wir sind aber noch nicht durch. Heute fahren wir nach Ostermünchen und wollen die Mission Klassenerhalt mit einem Sieg schaffen“, so Brannenburgs Spielertrainer Eldar Kavazovic.

Sollten Westerndorf und Emmering jeweils einen Punkt holen, müsste Emmering aufgrund des direkten Vergleichs in die Relegation. Wenn beide gewinnen, wird es Zeit für den Rechenschieber, denn Westerndorf gastiert in Grünthal und der Emmering empfängt den SV Schloßberg-Stephanskirchen. So hätten diese vier Mannschaften jeweils 34 Punkte auf dem Konto. Dann kommt es ebenfalls darauf an, was der TSV Brannenburg und Söchtenau machen. Da kann es dann bei einem Brannenburger Punkt und einer Söchtenauer Niederlage sogar sein, dass am Ende sechs Teams mit jeweils 34 Punkten dastehen und danach eine eigene Tabelle zur Ermittlung eines Releganten erstellt wird.

In den weiteren beiden Begegnungen der 26. Runde geht es lediglich um die Plätze vier und fünf. Der TuS Prien, der seine Visitenkarte beim SBR (5./35 Punkte) abgibt, hat Rang drei bereits sicher. Der ASV Großholzhausen (37) will seinen vierten Platz mit einem Sieg über den bereits abgestiegenen SV/DJK Griesstätt verteidigen.

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