Messen mit den ganz Großen

von Redaktion

Rosenheimer Slalomkanuten Kuschinsky und Arnu zeigen starke Leistungen

Augsburg/Markkleeberg – Für die alljährliche Qualifikation zu den Nationalmannschaften haben sich Deutschlands beste Slalomkanuten und -kanutinnen an den beiden Olympiastützpunkten Eiskanal Augsburg und Kanupark Markkleeberg getroffen. Mit dabei waren auch zwei junge Sportler des Kajak-Klubs Rosenheim.

Elias Kuschinsky und Marian Arnu spielten bei der Quali zwar nicht die erste Geige, durften aber im Orchester mit den Großen mitspielen. Insgesamt wurden vier Rennen innerhalb einer Woche gefahren. Die Wertung erfolgte dabei nach einem Punktesystem, wobei das schlechteste Ergebnis gestrichen wurde. Danach standen die Kader der Nationalmannschaften fest, jeweils drei Plätze pro Bootskategorie und Geschlecht. Dieses Jahr versuchten mehr als 120 Sportlerinnen und Sportler aus über 20 deutschen Vereinen, einen der wenigen begehrten Plätze zu ergattern. Dieses Jahr stand die Qualifikation unter einem besonderen Stern: Alle vier Jahre, wenn die Olympischen Sommerspiele auf dem Jahresprogramm stehen, ist die Qualifikation zur Nationalmannschaft ein ganz außergewöhnlicher Härtetest. Auch dieses Jahr hatten nur die vier besten Boote eine Chance auf ein Ticket für die Olympischen Spiele in Paris. „Eine Olympia-Quali ist gefühlt das Härteste, was es gibt. Das sind gerade die härtesten zwei Wochen seit den letzten fünf Jahren. Es ist gefühlt härter als die Olympia-Teilnahme, weil man einfach abliefern muss. Man muss performen. Alles was zählt, ist Platz eins, Platz zwei ist leider zu schlecht“, beschrieb Tokio-Olympiasiegerin und Weltmeisterin Ricarda Funk die Vorbereitungen und Wettkämpfe um die Olympia-Startplätze im Kanuslalom. Neben den Olympia-Tickets ging es auch um die Plätze in den Nationalmannschaften. Gleichzeitig wurden auch die Plätze in den U23- und U18-Teams ausgefahren, welche zur Teilnahme an den Junioren,-Welt- und Europameisterschaften berechtigen.

Für die zwei KKR-Nachwuchssportler waren die vier Rennen eine ganz besondere Herausforderung. Sie mussten sich auf dem Eiskanal Augsburg und Kanupark Markkleeberg direkt mit Olympiamedaillengewinnern und Weltmeistern messen und auch die Strecken hatten es in sich. Weil die Rennen im Fokus der Olympia-Qualifikation für die Leistungsklasse standen, mussten Kuschinsky und Arnu ihr Können auf Strecken mit Weltcup-Niveau beweisen. Für die Junioren und Jugendfahrer gab es keine Erleichterungen. Zudem konnten beide KKR-Sportler die Wettkämpfe nicht mit vollen Kräften bestreiten. Marian Arnu plagte ein langwieriger Infekt und Elias Kuschinsky ging mit muskulären Problemen ins Rennen.

In seiner Paradedisziplin im Canadier-Einer konnte sich der 16-jährige Marian Arnu mit taktisch klugen, kräftesparenden Läufen und einer guten Technik immerhin in zwei von vier Finalen und in die Top-Ten „retten“. Bei den restlichen Rennen und im Kajak musste er seiner angeschlagenen Fitness Tribut zollen und konnte keine weiteren Finale erreichen. Am Ende rangierte er bei den U18-Junioren im Canadier-Einer auf dem 13. Platz. Kleiner Trost: In seinem Jahrgang 2008 war er das viertbeste Boot in Deutschland. Das beste Ergebnis von Elias Kuschinsky war ein zwölfter Platz in Augsburg. Er beendete die Quali auf dem 16. Rang.

Bei den Kajak-Damen machte erwartungsgemäß Titelverteidigerin Ricarda Funk vom KSV Bad Kreuznach das Rennen für Deutschland. Die weiteren Starter bei den Olympischen Spielen kommen allesamt aus Bayern, von den Kanu Schwaben Augsburg: Noah Hegge (K1), Sideris Tasiadis (C1) und Ellena Lilik (C1) kämpfen im Sommer in Paris um Edelmetall.

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