Rosenheim/Berlin – Ein junger Trainer in seinem ersten Jahr, eine deutsche Meisterschaft mitten in den Pfingstferien und Gegner, die übermächtig scheinen – drei Gründe, die eigentlich gegen einen Erfolg sprechen. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, haben die U14-Basketball-Mädchen des Sportbund DJK Rosenheim in Berlin den Gewinn der deutschen Meisterschaft feiern dürfen. Die jungen Rosenheimerinnen trotzten allen Widrigkeiten und besiegten im Final-Four-Turnier im Halbfinale BASS Berlin (54:40) und im Finale dann auch ALBA Berlin (77:64). Die drei wichtigsten Gründe für den Erfolg:
1. Ein junger Trainer
als Erfolgsgarant
Linus Hein ist gerade einmal 19 Jahre alt. Eigentlich war er auch gar nicht als Trainer eingeplant. Hein absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr und wurde kurzfristig zum Cheftrainer der U14 ernannt. Erfahrung als Coach hatte der 19-Jährige dementsprechend nicht, nur durch seine eigene Spielerkarriere beim SBR hatte er ein gewisses Vorwissen.
Ein Problem war das allerdings nie. Schon in der Bayernliga zeigten die Rosenheimerinnen unter ihrem jungen Trainer ihr Potenzial und feierten in sechs Spielen fünf Siege, einzig gegen Jahn München musste sich der SBR knapp geschlagen geben. Bei der bayerischen Meisterschaft in München reichte dann ein zweiter Platz zum Weiterkommen und auch bei der südostdeutschen Meisterschaft in Chemnitz wurde das Team Zweiter. Bei der süddeutschen Meisterschaft in Bruchsal holte die Mannschaft dann sogar ungeschlagen den Titel und qualifizierte sich so für die deutsche Meisterschaft.
2. Meisterhafter
Zusammenhalt
Ferienzeit ist oft auch Urlaubszeit – da kommt es ungelegen, wenn genau in den Pfingstferien die deutsche Meisterschaft stattfindet. Ein Antrag auf Verlegung wurde vom Deutschen Basketball-Bund (DBB) abgelehnt. Für Rosenheim ein Problem, das aber gelöst werden konnte – auf Kosten des Urlaubs. So unterbrachen drei Familien ihren Urlaub in Kroatien, zwei Familien reisten aus Frankreich an und weitere Familien planten ihren Urlaub kurzfristig um. Teamtraining war vor dem Turnier dementsprechend nicht möglich, doch die Spielerinnen hielten sich mit Individualtraining fit.
Ein Zusammenhalt, der beispielhaft für die gesamte Mannschaft ist. Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft sei auch der Schlüssel zum Erfolg gewesen. „Es gab innerhalb des Teams nie Streit, alle Spielerinnen haben alles für den Mannschaftserfolg gegeben“, verriet Hein der OVB-Sportredaktion. Und nur so konnte die Mannschaft auch zur erfolgreichsten weiblichen Mannschaft der Vereinsgeschichte werden. Diesen Titel hatten Hein und Co. schon mit dem DM-Einzug inne, mit dem Titel dann aber sogar noch gekrönt.
3. Top-Form zum
wichtigsten Zeitpunkt
Schon nach dem Sieg bei der süddeutschen Meisterschaft hatte Coach Hein von der besten Leistung seines Teams in dieser Saison gesprochen. Nach dem Meistertitel in München wiederholte der Cheftrainer seine Aussagen nochmal: „Das war in der Offensive der beste Basketball, den wir in diesem Jahr gespielt haben“, sagte Hein.
Das war auch nötig, denn die beiden Berliner Vertreter machten den Rosenheimerinnen das Leben schwer. Gegen BASS Berlin musste der SBR einen Zehn-Punkte-Rückstand aufholen, setzte sich aber noch mit 14 Zählern Vorsprung durch. Gegen ALBA Berlin mussten die Oberbayerinnen 64 Punkte einstecken, schafften selbst in der Offensive aber sogar 77 Zähler.