„Das waren schon echte Highlights“

von Redaktion

Ex-Rosenheim-Coach blickt auf sein erstes Jahr bei der Münchner Löwen-U19 zurück

München – Die erste Saison im Trainerstab der Löwen-U19 in München war für Gerald Straßhofer durchaus erfolgreich: Der 42-jährige Traunreuter, der gemeinsam mit Cheftrainer Jonas Schittenhelm und seinem Co-Trainer-Kollegen Manuel Kennerknecht die Geschicke des Teams lenkt, wurde mit seinen Jungs Achter im 14er-Feld der A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest.

Am Ende landeten die Junglöwen nur zwei Punkte hinter dem siebtplatzierten Stadtrivalen FC Bayern München, der „mit einer Millionentruppe“ – so Straßhofer – in den beiden Derbys keinen Sieg feiern konnte. Das Hinspiel endete torlos, im Rückrundenduell lagen die Mannen von der Grünwalder Straße 1:2 hinten, drehten das Match jedoch in einen völlig verdienten 3:2-Sieg. Auch in den Vergleichen mit Double-Sieger TSG 1899 Hoffenheim (deutscher Meister und Pokalsieger) gaben die Sechziger eine sehr gute Figur ab. Auswärts feierten sie einen 2:1-Erfolg, daheim setzte es eine knappe 1:2-Niederlage.

„Das waren schon echte Highlights“, erzählt Straßhofer, der seit einem Jahr bei den Löwen tätig ist, „das 3:2 gegen die Bayern war ein Wahnsinns-Spiel vor 800 Zuschauern, auch der Sieg im alten Hoffenheimer Stadion, in dem ja die TSG vor ihrem Zweitliga-Aufstieg immer gespielt hat, war sensationell.“ Nun gilt der Blick von Schittenhelm und seinen Kollegen bereits der Saison 2024/25, in der die Löwen-U19 in einer neuen Liga spielen wird – nämlich in der Förderliga. Straßhofer erklärt das Konzept: „Hier werden jeweils zehn oder zwölf Mannschaften der Bundesliga- bis Drittliga-Nachwuchsleistungszentren zunächst eine regional eingeteilte Herbstrunde spielen. Im Frühjahr treten die besten Teams aus diesen Staffeln gegeneinander an – und da wollen wir natürlich dabei sein.“ Dann dürften auch wieder weitere Reisen als „nur“ durch Süddeutschland hinzukommen, „von denen wir im Schnitt etwa acht im Jahr haben“, erklärt der ehemalige Co-Trainer des TSV 1860 Rosenheim (zu Regionalliga-Zeiten) und Nachwuchsleiter des SV Wacker Burghausen, „und zu diesen Spielen reisen wird dann auch schon am Vortag an, übernachten also auswärts – das sind dann quasi für uns auch Sechs-Tage-Wochen anstatt der normalen Fünf-Tage-Woche.“

Trotz des hohen Aufwands und des Drucks, dem die Talente samt Funktionsteam zweifellos ausgesetzt sind, soll bei der Löwen-U19 auch der Spaß nicht zu kurz kommen. „Bleibt dieser Faktor nämlich aus, können die Jungs auch nicht ihre Top-Leistung abrufen“, sagt der A-Lizenz-Inhaber aus Traunreut. „Grundsätzlich herrscht bei uns natürlich das absolute Leistungsprinzip“, so Straßhofer, „und es ist auch ein cooles Gefühl, die Spieler – die ja alle eine hohe Qualität haben – zu fordern und ihre Grenzen hochzutreiben“.

Dass vom 30-Mann-Kader nur 16 Mann pro Liga-Partie zum Zug kommen können, „das akzeptieren die Jungs zu hundert Prozent“, meint der 42-Jährige, „trotzdem haben wir auch viele Leute des jüngeren Jahrgangs spielen lassen, was natürlich auch mal mit der ein oder anderen Verletzung bei einem Älteren zusammenhängt“. Für jene Kicker, die Bundesliga-Spielen weniger oder gar nicht zum Einsatz kommen, gebe es laut Straßhofer auch die sogenannten „Ergänzungsspiele“, die alle drei Wochen zum normalen Pensum hinzukommen. „Da spielen wir gegen Mannschaften aus der Herren-Landesliga- oder -Bezirksliga oder gegen andere NLZ-Teams – und in diesen Tests bekommen diese Jungs dann viele Spielminuten.“

Als kleinen persönlichen Erfolg dürfen sich „Gerry“ Straßhofer – und natürlich auch NLZ-Leiter Manfred Paula sowie Schittenhelm und Kennerknecht – auch die Tatsache ans Revers heften, dass vier Mann künftig im Drittliga-Profikader der Löwen mittrainieren und möglicherweise auch spielen werden. Rechtsverteidiger Lukas Reich, der auch im Herbst 2023 zum U18-Nationalspieler avancierte, kam vergangene Saison schon zu vier Einsätzen in der „Ersten“, der Rosenheimer Keeper Erion Avdija, der bisherige U19-Kapitän Sean Dulic und Raphael Ott wollen den Sprung in naher Zukunft schaffen.

Und ab 18. Juni, wenn die Vorbereitung auf die Saison 2024/25 startet, geht es für das U19-Trainerteam der Sechziger darum, den nächsten „Schwung“ fit für möglichst hohe Aufgaben zu machen.cs

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