Wasserburg – Wasserburg ist eine weltoffene Stadt. Erst vor zwei Wochen wurde dies beim Nationenfest einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Eine wesentliche Rolle für das gelingende Miteinander in der Innstadt spielen die Fußballer des TSV 1880. Das aktuellste Beispiel ist Jaume Rubio Gonzales, dem sie im Januar bei seiner Ankunft in Deutschland bei der Suche nach einem Verein halfen und jetzt im Sommer, als sie Platz im Kader hatten, selbst unter Vertrag nahmen.
Vor dem Viertelfinale bei der Europameisterschaft zwischen Deutschland und Spanien wird der 24 jährige Rubio Gonzales, der aus Alboraya, einem kleinen Dorf in der Nähe von Valencia, stammt, immer wieder auf das mit Spannung erwartete Duell zwischen seinem Vaterland und seiner Wahlheimat angesprochen. Sein Mitspieler Matthias Rauscher prophezeit augenzwinkernd: „Die ein oder andere Stichelei wird sicherlich noch kommen.“
Während das große Geplänkel in der Kabine also noch bevorsteht, hat der Iberer das Interview der OVB-Heimatzeitung bereits mit Bravour bestanden. Wie immer versuchte er, alle Antworten auf Deutsch zu geben, was auch ohne Google-Übersetzer immer besser gelingt. Ein „Servus“ zur Begrüßung verstand sich ohnehin von selbst.
Das EM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Spanien ist für Sie ein besonderes Spiel. Was erwarten Sie von dieser Partie?
Ich glaube, es wird ein gutes Spiel zwischen zwei der besten europäischen Teams. Die Spiele zwischen Deutschland und Spanien sind immer eine gute Show für die Fans. Es wird bestimmt ein sehr taktisches Spiel, von dem man viel lernen kann.
Sie haben Deutschland gegen Dänemark beim großen Public Viewing in der Altstadt verfolgt. Was war das für eine Erfahrung für Sie?
Es war großartig, ich hatte viel Spaß. Ich denke, es ist super cool, wenn so viele Leute gemeinsam die Nationalmannschaft anfeuern. Das ist das Schöne am Sport, wie er die Menschen zusammenbringt.
Wie schätzen Sie die deutsche Nationalmannschaft ein?
Deutschland hat einen guten Mix aus älteren und jüngeren Spielern. Das Team ist immer stark und dieses Jahr haben Sie den Heimvorteil. Sie haben Extra-Motivation und große Unterstützung.
Und im Vergleich dazu die spanische Mannschaft?
Auch Spanien hat einen guten Mix aus Jung und Alt. Der Druck, den sie auf die anderen Mannschaften ausüben, macht sie so erfolgreich. Der letzte Titel wurde 2012 gewonnen, jetzt sind sie hungrig und wollen den Pokal nach Spanien bringen. Ich hoffe, dass meine Mitspieler nicht sauer sind, wenn Spanien gewinnt (lacht).Interview: Johannes Hain