Torhüter auf Zeit für den guten Zweck

von Redaktion

Interview Warum Dominic Zmugg vom TSV Bad Endorf auf sein Gehalt verzichtet

Bad Endorf – Beim TSV Bad Endorf steht ein neues Gesicht zwischen den Pfosten. Dominic Zmugg wurde als temporäre Lösung für den verletzten Torwart Tobias Pappenberger verpflichtet. Bis zur Nachspielzeit hielt Zmugg seinen Kasten beim Fußball-Bezirksliga-Auftakt gegen den TuS Raubling auf teils spektakuläre Weise sauber, doch dann erzielten die Gäste den späten Matchwinner. Im exklusiven Interview mit der OVB-Sportredaktion spricht der 31-jährige Schlussmann über sein Debüt und darüber, wieso der Gegner für ihn ein Besonderer war.

In der zweiten Halbzeit lief es bis zum Gegentor recht gut für den TSV. Wie haben Sie das Spiel gesehen?

Ich finde, dass wir uns am Anfang sehr schwergetan haben, beziehungsweise war die Mannschaft relativ angespannt. Das ist das erste Bezirksligaspiel für viele gewesen und das hat man die ersten 20 Minuten einfach gemerkt. Wir sind aber dann mit der Zeit gut reingekommen und meines Erachtens haben wir in der zweiten Halbzeit die Vorteile gesehen. Wir haben es dann zu unclever ausgespielt, zu früh abgeschlossen, zu überhastet. Meines Erachtens können wir in Führung gehen, dann haben wir einen anderen Spielverlauf. Zum Schluss war es ein glückliches Tor von Raubling, wir waren unachtsam. Wir haben Lehrgeld gezahlt und ich denke, dass uns das für die nächsten Spiele stärken wird.

Das war Ihr erstes Spiel für den TSV, davor haben Sie ja eine Zeit lang ausgesetzt.

Genau, ich habe zweieinhalb Jahre ausgesetzt, war davor in der Bayernliga bei Kirchanschöring und Wasserburg. Der Verantwortliche vom TSV Bad Endorf, Tobias Eicher, ist mein Freund. Der hat mich gefragt und ich habe mich überreden lassen. Wir haben ein kleines Agreement gemacht, dass wir meinen Sold spenden werden. Dann habe ich mich bereit erklärt, dass ich das für die Zeit, bis Tobias Pappenberger wieder fit ist, mache. Danach gehe ich wieder in den Ruhestand, weil es körperlich von den Verletzungen her schwierig ist.

Wofür wird Ihre Aufwandsentschädigung genau gespendet?

Es wird an zwei Organisationen gespendet, die die Kinderkrebshilfe unterstützen. Das ist zum einen Four Keepers, das ist mein alter Ausrüster, der mich in den höherklassigen Zeiten unterstützt hat. Der hat eine Organisation gegründet. Und Kick for Help hier aus der Region in Rohrdorf.

Zurück zu Ihnen. Sie haben auch eine Verbindung zum heutigen Gegner, oder?

Ja, ich habe in der Jugend auch längere Zeit mit viel positiven Erfahrungen beim TSV Raubling gespielt. Ich habe tatsächlich noch einige Spieler aus der Jugend gekannt und es war schön, die wiederzusehen.

Was sind Ihre Ambitionen beim TSV Bad Endorf?

Ich denke, dass das ein guter Gradmesser war. Ich werde so lange da sein, wie ich gebraucht werde. Meine Ambitionen sind, dass ich hier positive Spiele abliefern und eine gute Leistung zeigen will. Und, dass hier ein gesicherter Mittelfeldplatz herausspringt und Bad Endorf nichts mit dem Abstieg zu tun hat. Dafür will ich meinen Teil beitragen. Ich hoffe, dass es die nächsten Wochen klappen wird.

Wie war es nach einer Zeit, wieder ein Pflichtspiel zu absolvieren?

Anstrengend, aber schön. Es ist immer etwas anderes, ob man jetzt ein Freundschaftsspiel oder ein Pflichtspiel absolviert. Man ist angespannt vor dem Spiel und bereitet sich noch konzentrierter darauf vor. Die Anspannung habe ich seit zweieinhalb Jahren nicht mehr gehabt und es war wieder eine gute Erfahrung. Deswegen spielt man Fußball. Darum nehme ich vieles Positive aus dem Spiel mit. Leider hat es nicht für den Punktgewinn oder für die drei Punkte gereicht.

Hat das jetzt Lust auf mehr gemacht?

Jetzt brauche ich einen Tag Pause, damit ich wieder fit bin. Aber wenn das nächste Training ansteht, dann habe ich schon wieder Lust darauf.

Wir müssen natürlich noch über das Gegentor reden. Da war wenig zu machen, oder?

Nein. Ich habe mit dem Torschützen schon gesprochen. Der Pichler Sebastian hat mit mir in der Jugend gespielt. Er wollte eigentlich woanders hinschießen, ich war noch dran, aber der Ball ist an die Latte und dann rein. Vielleicht hätte man es vorher durch Kommunikation von mir auch anders lösen können. Wenn wir früher im Zentrum gestört hätten, hätte man das unterbinden können. Der Torwart ist immer der Letzte, der noch etwas verhindern könnte. Er war schwierig zu halten, aber mit ein bisschen Glück geht er an die Latte und dann wieder raus.

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