Prien – Der TuS Prien sendet ein Lebenszeichen und gibt am letzten Heimspieltag der Hinrunde mit einem 3:0-Sieg gegen den SV Söchtenau-Krottenmühl die rote Laterne in der Kreisliga 1 ab. Dass es so schlecht um den TuS stehen würde, hatten wohl die wenigsten Kenner der Amateurfußballszene vor Saisonbeginn auf ihren Zetteln. Im April und Mai dieses Jahres spielte Prien bis zum Schluss um die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga mit, rund sechs Monate später schlägt das Mannschaftsschiff von „Schiffskapitän“ Trainer Sepp Weiß Leck und droht auf Tabellengrund zu laufen. Die bisherige Schwäche lag in der Offensive und Heimspielen, mit nur vier Toren in fünf Spielen und keinem Heimsieg. Ein frühes Beispiel für die Chancenverwertung war Avdullahis vergebener Alleingang. Coach Sepp Weiß sah keine spielerische Krise, sondern eine Ergebniskrise, bis auf das Spiel gegen Bad Aibling. Nach Florian Scholz‘ Führungstreffer in der 17. Minute fiel der Mannschaft eine Last ab. Gästetrainer Thomas Böhm sah individuelle Fehler bei seinen Spielern, die Prien ausnutzte. Solche Fehler waren zuvor ein Schwachpunkt bei Prien, doch diesmal drehten sie den Spieß um. Prien sei gefährlich über seine Außenstürmer gekommen und hat „unsere Geschenke angenommen“, so Böhm. Für den zweiten Treffer in der 33. Minute zeigte sich Mustafic verantwortlich, der einen geschickten Grundlinien Rückpass von Scholz veredelte. In der zweiten Spielhälfte sollte es noch besser kommen. Priens Coach Sepp Weiß bewies in der 70. Minute ein kluges Händchen, schickte Dominik Szekeres auf das Spielfeld, der wenige Zeigerumdrehungen das 3:0 und damit den Endstand fixierte. Bisher standen in fünf Heimspielen magere vier Törchen zu Buche und nun in einem Spiel drei Treffer. Darauf angesprochen, meinte der Trainer: „Auch in den anderen Spielen hatten wir einige Möglichkeiten, die wir leider nicht nutzen konnten. Dafür haben wir dann Gegentore bekommen und mussten wieder nachlaufen. Klar ist auch, dass es dann auch zur Kopfsache wird. Wenn du vor der Kiste nicht triffst, dann überlegst und grübelst du schon, warum, und verkrampfst.“
Kapitän Nicolai Estermann gab zu bedenken, dass die Führungsriege wegen dem Umbruch den Saisonverlauf anders als die vorherigen Spielzeiten eingeschätzt hätte. „Wir haben zum Schluss in der Vorsaison schon Federn gelassen. In dieser Saison hatten wir einen Altersdurchschnitt von 21,7 Jahren auf dem Platz, da ist es logisch, dass sich die vielen jungen Spieler erst an die Spielklasse gewöhnen müssen. In der Defensive stehen wir nicht schlecht, der Schuh drückt vorne. Es ist eben eine Saison, in der wir dazulernen müssen. Heute kann man sagen, Ketchup-Flasche ausdrücken und hoffen, dass der Knoten platzt, heute war es so.“ Mit diesem Sieg ist vorerst eine mögliche November-Tristesse abgewendet. Zwei Auswärtsspiele warten noch vor der Winterpause auf den TuS. Wo dann die rote Laterne hängt, steht noch in den Sternen.
TuS Prien: Subotic, Sewald, Mustafic, Scholz (46. Ceman), Winkler, Eisenberger (87. Grillenbeck), Unterstraßer, Avdullahi, Zöbl, Estermann, Jung (70. Szekeres)
SV Söchtenau-Krottenmühl: Schmidpeter, Dorner, Weber, Schuster, Böhm (83. Kinne), Seehuber, Huber, A. Weber, A. Linner (83. P. Linner), Freiberger (46. Gschwendtner), M. Weber (46. Weinfurtner).
Schiedsrichter: Tim Janßen (SC Anger).
Zuschauer: 173.
Tore: 1:0 Florian Scholz (17.), Armando Mustafic (33.), 3:0 Dominik Szekeres (77.)