Scharfe Schüsse und böse Jungs

von Redaktion

Statistiken zur bisherigen DEL2-Hauptrunde: Oskar Autio führt die Torhüter an

Rosenheim – Die DEL2-Eishockey-Teams haben während der Länderspielpause aktuell Zeit, um einmal gründlich durchzuschnaufen. Zeit auch für die OVB-Sportredaktion, um sich einmal einen Überblick über die ganze Liga zu verschaffen. Die Tabelle ist bekannt: Die Kassel Huskies thronen an der Spitze der DEL2, gefolgt von Krefeld, Ravensburg und Dresden. Die Starbulls stehen punktgleich mit dem sechstplatzierten EV Landshut auf dem siebten Tabellenplatz und wären, wenn die Hauptrunde heute enden würde, in den Pre-Playoffs. Die Rote Laterne hat momentan der EC Bad Nauheim inne, Aufsteiger Weiden belegt den vorletzten Platz, die Selber Wölfe und die Eispiraten Crimmitschau wären aktuell in den Play-downs.

Eishockey-Spiele gewinnt man bekanntlich mit Toren. Und das haben die Krefeld Pinguine bisher am besten gemacht. 64 Tore erzielte die Mannschaft vom Niederrhein in 17 Partien, das sind 3,8 Treffer pro Spiel. Zum Vergleich: Der EV Landshut durfte in 16 Begegnungen bisher 54 Mal jubeln und kommt mit 3,4 Toren auf den zweitbesten Wert der Liga. Die Starbulls sind nicht weit weg: 51 Mal trafen die Rosenheimer in 17 Spielen ins gegnerische Tor, machten damit pro Spiel im Schnitt drei Buden und finden sich im Ligavergleich auf dem sechsten Rang wieder. Die wenigsten Treffer bejubelten übrigens die Selber Wölfe (37). Um Tore zu erzielen, muss man schießen. Doch das alleine reicht auch nicht aus. Das zeigen die Blue Devils Weiden. Pro Tor brauchen die Oberpfälzer im Schnitt 15,6 Versuche, die Torfabrik Krefeld hingegen nur 8,7. Bei den Starbulls Rosenheim ist jeder elfte Schuss ein Tor.

Hier wird scharf geschossen: Der treffsicherste Spieler kommt aber nicht, wie manche jetzt vermuten würden, aus Krefeld, sondern vom Tabellenführer Kassel Huskies. Tristian Keck erzielte in seinen bisher 18 Spielen 13 Tore, dicht gefolgt von Starbulls-Goldhelm Norman Hauner mit zwölf Toren in 17 Spielen. Auf dem dritten Rang folgt Matt Marcinew von den Krefeld Pinguinen mit elf Toren aus 14 Spielen. Sieht man sich die Tor-Effizienz, also das Verhältnis von abgegebenen Schüssen und tatsächlichen Torerfolgen, an, steht Georgiy Saakyan von den Wölfen Freiburg an der Spitze. Drei seiner sechs Schüsse schlugen im gegnerischen Kasten ein. Direkt dahinter reiht sich mit Stefan Reiter ein weiterer Rosenheimer ein. Der Starbulls-Stürmer verwandelte zehn seiner 33 Versuche. Ähnlich effizient war Constantin Ontl von den Eisbären Regensburg, der von zehn Schüssen drei im Tor unterbrachte.

Brandgefährliche Passgeber: Torschützen sind die eine Sache – ebenso unverzichtbar sind jene Spieler, die ihre Mitspieler gekonnt in Szene setzen. Sie sind die heimlichen Architekten des Erfolgs und stehen den Vollstreckern in nichts nach. Mathew Santos von den Ravensburg Towerstars ist mit 16 Vorlagen in 16 Spielen im Schnitt in jeder Partie an einem Tor beteiligt. Der kanadische Stürmer der Kassel Huskies, Hunter Garlent, rangiert mit 15 Assists in 18 Spielen auf dem zweiten Platz der DEL2-Spieler mit den meisten Vorlagen, Jonathan Matsumoto von den Krefeld Pinguinen ist mit 14 Auflagen in 17 Spielen hauchdünn dahinter. Der beste Rosenheimer Offensiv-Passgeber ist mit dem siebten Platz im Liga-Vergleich immerhin noch in den Top-Ten. Charlie Sarault kam bei seinen 17 Einsätzen auf 13 Vorlagen.

Die Mauer der Liga: „Goalies machen den Unterschied aus, ob du die Möglichkeit hast, ein Spiel zu gewinnen oder nicht“, sagte der U17-Trainer der Starbulls, Rene Wild, in der 47. Ausgabe von „Hart gecheckt“, dem OVB-Podcast zu den Starbulls Rosenheim. Der Schlussmann der Rosenheimer, Oskar Autio, hat seiner Mannschaft in der laufenden DEL2-Saison mit einer Fangquote von 93,73 Prozent und vier Zu-Null-Spielen bereits den ein oder anderen Punkt gesichert. Mit dieser Quote thront der Finne an der Spitze aller Torhüter mit mindestens zehn Einsätzen, dicht gefolgt von Kassels Brandon Maxwell mit 93,53 Prozent und drei Shutouts. Goalie-Bronze geht an Jonas Langmann vom EV Landshut mit 93,31 Prozent und zwei Shutouts. Im Gegensatz zu seinen Kollegen aus Kassel und Landshut hatte Autio zudem mit 510 Schüssen auf sein Tor deutlich mehr zu tun. Maxwell war dagegen nur 371 Mal gefordert, Langmann 359 Mal. Die meiste Arbeit hatte Kaufbeurens Daniel Fießinger (582). Der Torwart der Allgäuer kommt auf eine Fangquote von 92,96 Prozent und einem Zu-Null-Spiel.

Verflucht vor dem Tor: Für die einen läuft es wie am Schnürchen, die Tore purzeln und die Punkte wandern wie von allein in den Sack. Andere dagegen können so viel tun, wie sie wollen, aber die Scheibe will einfach nicht im Kasten einschlagen. Für Maximilian Kolb von den Blue Devils Weiden will es derzeit nicht klappen. Der Verteidiger versuchte sein Glück in 18 Spielen 41 Mal, traf davon kein einziges Mal. Genauso wie der Defensivmann vom EC Bad Nauheim, Christopher Fischer. Er probierte es 39 Mal und hatte bisher auch noch kein Glück. Unter den Top-Drei-Unglücksraben vor dem Tor ist auch ein Rosenheimer Stürmer. Der Deutsch-Finne Ville Järveläinen traf von seinen 53 Versuchen ein Mal in die Maschen.

Die bösen Jungs: Eishockey ist ein Kontaktsport, bei dem der ein oder andere Akteur auch mal über die Stränge schlägt. Michael Bartuli von den Lausitzer Füchsen ist bei den Strafminuten ganz oben in der DEL2. 62 Minuten verbrachte der Stürmer über 14 Partien auf der Strafbank. Ihm folgen Tobias Lindberg (48 Minuten) und Rihards Marenis (47 Minuten) von den Eispiraten Crimmitschau. Die unfairsten Starbulls-Spieler sind C.J. Stretch auf dem 35. Platz und Zack Dybowsky auf dem 36. Platz im DEL2-Ranking, beide mit 16 Minuten in 17 Spielen.

Generell zählen die Starbulls zu den fairsten Teams der Liga. Im bisherigen Saisonverlauf sind die Rosenheimer mit 134 Strafminuten die drittfairste Mannschaft. Die Eisbären Regensburg sind mit 123 Strafminuten auf dem zweiten Platz, das fairste Team sind die Wölfe Freiburg mit 105 Minuten in der Kühlbox. Am unteren Ende der Fairness-Tabelle finden sich die Eispiraten Crimmitschau mit 248 abgesessenen Minuten wieder.

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