Bruckmühl – Maurice Koller spielt seit 2021 für den SV Bruckmühl. Aus dem Nachwuchs des FC Ismaning ist der Mittelfeldspieler direkt in die Fußball-Landesliga Südost gekommen. Mittlerweile ist der 22-Jährige ein unverzichtbarer Stammspieler im Mangfalltal. Und das nicht nur auf seiner angestammten Position, wie die Bruckmühler Personalnot und die letzten Spiele gezeigt haben. Im Kellerduell gegen den SV Pullach feierte das Tabellenschlusslicht nun einen 2:1-Heimerfolg, der wieder Hoffnung zurückbrachte. Koller, der am Ende auch die Kapitänsbinde trug, war am Siegtreffer beteiligt, denn sein Kopfball wurde von einem Pullacher Akteur noch ins eigene Netz abgefälscht. Im exklusiven Gespräch mit der OVB-Sportredaktion hält der 22-Jährige den Ball nach dem Sieg noch flach, erklärt aber, was im Kellerduell wichtig war und spricht über seine neue Position im Abwehrzentrum.
Wie groß ist der Stein, der vom Herzen fällt?
Es war schon ein wichtiger Sieg. Wir wissen aber auch, dass wir jetzt weitermachen müssen. Wir stehen immer noch ganz unten und müssen jetzt Schritt für Schritt weitermachen. Auf diesen Sieg dürfen wir uns auf keinen Fall ausruhen.
Ihre Mannschaft war 0:1 im Rückstand und hat dann das Spiel gedreht. Wie bewerten Sie diese Partie?
Es war ein sehr schwieriges Spiel. Nach den beiden Platzverweisen für den Gegner ist es auch nicht viel einfacher geworden. Wir haben es dann über die Seiten gut rausgespielt und uns so auch viele Chancen erarbeitet. Wir haben es in der Halbzeit angesprochen, dass wir echt geduldig weiterspielen müssen – und das haben wir tatsächlich auch geschafft. Wir hatten ja auch noch einige andere Chancen, sind aber jetzt einfach glücklich, dass wir die beiden Tore gemacht haben.
Was war denn in Überzahl wichtig?
Zum einen die Geduld, dass wir nicht ungenau im Passspiel werden. Und zum anderen, dass wir in Bewegung bleiben, denn der Gegner stand ja dann sehr tief. Und das haben wir gut geschafft.
Für Sie hat sich dann auch etwas verändert: Sie mussten nicht mehr die Abwehr zusammenhalten, sondern waren im Spielaufbau gefragt!
Ich bin ja eigentlich auf der Sechs zu Hause, also kam mir das eh entgegen. Das hat schon gepasst.
Die ungewohnte Rolle eins weiter hinten füllen Sie aber gut aus!
Es ist schon ungewohnt. Aber wenn man Mitspieler um sich herum hat, die ihre Position kennen, dann findet man schneller rein. Aber ich fühle mich auf der Sechs schon wohler.
Beim Siegtreffer haben Sie Ihre Position aufgegeben!
Für uns war klar: Wir dürfen nicht verlieren, aber ein Sieg kann uns richtig helfen. Und mit zwei Mann mehr brauchst du dann hinten auch nicht mehr die komplette Absicherung. Wir stehen eh hinten sehr gut.
Wie war denn Ihr erster Gedanke, nachdem der Ball im Netz war?
Endlich ist jetzt das Tor gefallen! Es ging nicht um mich, sondern dass wir endlich dieses zweite Tor schießen. Das war schon sehr wichtig.
Es war das Comeback-Spiel einiger Stützen und des Trainer-Duos. Was hat das bei Ihnen bewirkt?
Für uns war wichtig, dass wir gewinnen. Natürlich hat sich einiges geändert, aber wir kannten die ja alle und wissen, was sie können. Am Ende ist die Mannschaft am wichtigsten. Es ist dann nicht so wichtig, wer auf dem Platz steht, sondern, dass wir alle als Mannschaft auftreten.
Es gibt jetzt noch drei wichtige Spiele. Was ist das Ziel?
Natürlich so viele Punkte wie möglich, aber das geht nur, wenn wir Schritt für Schritt gehen. Erst einmal eine gute Trainingswoche abliefern und dann am Wochenende in Freilassing schauen, was geht. Nur so geht es: Spiel für Spiel, Punkt für Punkt. Und damit müssen wir jetzt anfangen.