„Kopf spielt eine große Rolle“

von Redaktion

Wacker Burghausen mit Interimstrainer in Augsburg gefordert

Burghausen – Der SV Wacker Burghausen hat eine turbulente Woche hinter sich und ein schweres Auswärtsspiel vor der Brust: Nach der Entlassung von Trainer Robert Berg fährt der ehemalige Zweitligist am heutigen Freitag mit Michael Kostner und Ronald Schmidt als Interimstrainer zum letzten Spiel des Jahres beim FC Augsburg II, das um 19 Uhr angepfiffen wird.

Drei Trainingseinheiten haben A-Lizenz-Inhaber Kostner und Vereins-Legende Schmidt geleitet, am gestrigen Donnerstag war frei. „Montag und Dienstag waren sehr intensiv, am Mittwoch etwas lockerer. Wir haben jetzt nicht zehn verschiedene Taktik-Varianten geübt, es geht vielmehr darum, dass wir als Team auftreten, so haben wir auch trainiert“, sagt Kostner, der natürlich weiß, dass er das Rad in der kurzen Zeit auch nicht neu erfinden kann: „Ich denke schon, dass ich etwas bewegen kann, sonst hätte ich den Job ja nicht übernommen. Aber es ist klar, dass eine gewisse Verunsicherung da ist, wenn man neun Spiele nicht gewonnen hat. Im Fußball gibt es viele Dinge, die man nicht erklären kann, kicken können die Jungs alle, das müssen sie auf den Platz bringen. Da spielt der Kopf eine große Rolle.“ Der Ex-Profi will vor allem Einsatz sehen: „Wir müssen die entscheidenden Situationen gewinnen. Die Zweikämpfe vorne und hinten werden extrem wichtig sein. Wir können Augsburg nicht locker bespielen und noch schlimmer wäre es, wenn wir Augsburg spielen lassen.“ Wie nahe Misserfolg und Jubel beisammen liegen, hat man im Hinspiel gesehen, als die Mannschaft von Tobias Strobl nach dem frühen Führungstreffer durch den Ex-Burghauser Lukas Aigner die Partie lange Zeit scheinbar nach Belieben dominierte, am Ende aber mit leeren Händen dastanden. Sebastian Malinowski (75.) und Felix Bachschmid (79.) drehten die Partie damals binnen vier Minuten. Bachschmid kehrt nach abgesessener Gelbsperre in den SVW-Kader zurück, dafür ist nun Vojtech Mares aufgrund der fünfen „Gelben“, die er sich beim 1:3 am Samstag gegen Vilzing eingehandelt hat, gesperrt. Auch Tobias Duxner fehlt nach seiner Roten Karte gegen Vilzing, weiterhin verletzt ist Marcel Spitzer. Hinter Daniel Bares, der mit Knie-Problemen zu kämpfen hat, steht noch ein Fragezeichen. Ungewohnt dürfte für die Spieler sein, dass sie am Tag vor der Partie frei hatten. Ein psychologischer Kniff von Kostner? „Mir geht es vielmehr darum, dass die Jungs noch einmal alle Kräfte sammeln konnten“, erklärt der Interimstrainer und gibt als Motto für den finalen Ernstfall aus: „Klappe runter, vorne draufgehen und hinten muss die Viererkette stabil bleiben.“

Nach der Partie heute in Augsburg trainieren die Wacker-Kicker noch bis zum 15. Dezember, was bereits länger geplant war und nichts mit der aktuellen Entwicklung zu tun hat. In der Winterpause müssen WBFG-Geschäftsführer Andreas Huber und der Sportliche Leiter Karl-Heinz Fenk ein neues Trainerteam finden, das die Mannschaft ab Mitte Januar auf die restlichen zwölf Liga-Spiele vorbereitet. MB

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