Den Ausdruck „The same procedure as every year“ kennt man sicherlich aus dem Sketch „Diner vor One“, der jedes Jahr zu Silvester im Fernsehen ausgestrahlt wird. Im übertragenen Sinne kann man dies in der Tischtennisszene aber auch auf die Weltrangliste übernehmen. Denn da geben im Erwachsenenbereich nach wie vor die Akteure aus dem asiatischen Raum den Ton an.
Während bei den Herren mit dem Franzosen Felix Lebrun an Position vier, dem Brasilianer Hugo Calderano an siebter Stelle sowie Qiu Dang von Borussia Düsseldorf als Elfter und dem Saarbrücker Patrick Franziska als Zwölfter zumindest einige nicht-asiatischen Spieler vorne mitmischen können, sieht es bei den Damen ganz anders aus: Auf den ersten 13 Plätzen sind nur Spielerinnen aus China (auf den Rängem eins bis fünf), Japan, Taiwan und Korea zu finden. Die erste Spielerin, die nicht aus Asien kommt, ist die Rumänin Bernadette Szocs auf Position 13. Die Berlinerin Nina Mittelham ist mit 1057 Punkten auf dem 22. Rang zu finden. Fünf Plätze dahinter reiht sich mit der Ägypterin Dina Meshref (935 Zähler) die erste Spielerin vom Bundesligisten SV-DJK Kolbermoor ein. Zum Vergleich: Die führende Chinesin Yingsha Sun hat 9900 Punkte auf ihrem Konto. Die 24-Jährige, die zuletzt Weltmeisterin und Olympiasiegerin wurde, spielt in einer eigenen Liga.
Erfreulich ist, dass Kolbermoors Neuzugang Annett Kaufmann unter den Top-100 zu finden ist. Der historische Sieg bei der U19 Weltmeisterschaft hat ihr ein Vielfaches ein Punkten eingebracht, sodass sie jetzt mit 261 Zählern auf dem 94. Platz rangiert. In der Weltrangliste der Jugendklassen U19 stehen für sie 5880 Zähler und der fünfte Rang zu Buche. Im Gegensatz zum ersten Halbjahr, als sie 4135 Punkte erspielt hatte, steigerte sie sich dort um vier Plätze. Knapp außerhalb der Top-100 bei den Erwachsenen ist Swastika Ghosh zu finden. Die für Kolbermoor spielende Inderin, die im Sommer noch auf Platz 152 stand, weist als Nummer 128 nunmehr 176 Punkte auf. Nur drei Plätze hinter Ghosh reiht sich ihre Kolbermoorer Teamkollegin Hana Arapovic ein. Die Kroatin, die in der Meisterschaft eine außerordentlich gute Vorrunde spielte, konnte sich von 122 auf 168 Punkte steigern, fiel kurioserweise aber von Platz 122 den 131. Rang zurück. Dies ist allerdings nicht ungewöhnlich, denn die Spielerinnen auf diesen Positionen liegen punktemäßig allesamt knapp beieinander.eg