Sinzheim – Endlich einmal wieder den Pott holen. Das hatten sich Kolbermoors Bundesliga-Tischtennisdamen vor den deutschen Pokalmeisterschaften in der baden-württembergischen Gemeinde Sinzheim vorgenommen. Am Ende erreichten sie zwar das Finale, mussten aber nach der 0:3-Niederlage dem TTC Berlin den Vortritt lassen.
Der Weg in dieses Endspiel war zumindest am ersten Wettkampftag ein verhältnismäßig leichter. Denn das Team um Trainer Michael Fuchs hatte mit den Drittligisten SV DJK Holzbüttgen sowie DJK SB Stuttgart die vom Papier her leichtesten Gegner zugelost bekommen. Dementsprechend musste die Mannschaft in ihrer ersten Begegnung gegen das Team aus Nordrhein-Westfalen nicht an ihre Leistungsgrenzen gehen, um einen lockeren 3:0-Erfolg einzufahren. Nachdem Annett Kaufmann sowie Qianhong Gotsch ihre Spiele jeweils in etwa 15 Minuten für sich entscheiden konnten, machte es lediglich Laura Tiefenbrunner gegen Jana Vollmert im ersten Satz spannend, als sie beim Stand von 5:10 fünf Satzbälle abwehren musste, am Ende in der Verlängerung aber doch mit 13:11 gewann. Ein ähnliches Bild sah man gegen das Team aus Stuttgart, wobei dieses zumindest in einigen Phasen gegen Kaufmann & Co mithalten konnte. Nach der 2:0-Führung verlor Gotsch ihre Begegnung gegen Alexandra Schankula mit 1:3, sodass Kaufmann nochmals ran musste, aber gegen Bao Chan Elisa Nguyen mit einem 3:1-Sieg alles klar machte. Die Leistung der Baden-Württembergerinnen beeindruckte Kolbermoors stellvertretenden Abteilungsleiter Günter Lodes: „Das sind alles junge Mädchen im Alter zwischen 14 und 15 Jahren, die sehr gutes Tischtennis spielen.“
So richtig spannend wurde es für Kolbermoors Damen dann aber erst, als es zur Auslosung für das Halbfinale ging. Und da konnte man tatsächlich dem TTC Berlin aus dem Weg gehen. Doch auch der 3:1-Erfolg über den TSV Langstadt, der erst nach 155 Minuten unter Dach und Fach war, war eine spannende Angelegenheit. Das bekam im Auftakteinzel Annett Kaufmann zu spüren. Die 18-Jährige lag gegen Chantal Mantz nämlich mit 0:2 Sätzen im Hintertreffen, verkürzte mit einem 11:5-Erfolg auf 1:2 und nahm im vierten Durchgang nach dem 4:7-Rückstand eine Auszeit. Michael Fuchs hatte seinem Schützling anscheinend die richtigen Worte mit auf den Weg gegeben, denn sie gewann den Satz letztlich mit 11:7. Im Entscheidungssatz führte sie beim Seitenwechsel mit 5:2 und brachte diesen dann locker mit 11:5 nach Hause. Nach den beiden nächsten Einzeln, in den sich die Teams die Punkte teilten, war es erneut Kaufmann, die sich mit Izabela Lupulesku ein Duell über fünf Sätze lieferte. Während sie im ersten Satz beim Stand von 9:10 einen Satzball abwehrte und mit 14:12 in der Verlängerung gewann, brachte sie im zweiten Durchgang eine 10:9-Führung zunächst nicht über die Runden, setzte sich aber doch noch mit 13:11 durch. Im vierten Satz hatte sie beim Stand von 10:8 bereits zwei Matchbälle, vergab diese aber und nach dem 10:11-Rückstand sorgte sie sowohl bei ihrem Team wie auch bei den zahlreichen mitgereisten Fans für einige Schockmomente, als sie sich am linken Knie verletzte und zunächst nicht weiterspielen konnte. Nach einer Behandlungspause mithilfe des Deutschen Roten Kreuzes beendete sie zwar den Satz, verlor aber mit 10:12. Im fünften Durchgang führte sie beim Seitenwechsel mit 5:2, nahm beim Stand von 8:7 nochmals eine Auszeit und hatte am Ende mit 11:8 die Nase vorne.
Wie nicht anders zu erwarten war, traf man im Endspiel einmal mehr auf den TTC Berlin. Und obwohl man hier erneut den Bundeshauptstädterinnen, die ihre Spitzenspielerinnen aufbieten mussten, mit 0:3 den Vortritt lassen musste, lieferte man ein 125-minütiges Duell auf Augenhöhe ab.
Hana Arapovic hatte in der Auftaktbegegnung gegen Mingyang Sun schon die Möglichkeit, Kolbermoor in Führung zu bringen. Den ersten Satz gewann sie mit 13:11, verlor dann die beiden nächsten Durchgänge, ehe sie zum 2:2 ausgleichen konnte. Im Entscheidungssatz führte sie beim Seitenwechsel mit 5:4 und hatte dann beim 10:7 sogar drei Matchbälle. Am Ende musste sie sich jedoch mit einer 10:12-Niederlage abfinden. Zwar verlor dann Laura Tiefenbrunner gegen Nina Mittelham mit 1:3 Sätzen, doch sie lieferte mit ihrer Gegnerin ein Duell auf Augenhöhe ab. Im dritten Durchgang hatte sie sogar die Möglichkeit, mit 2:1 in Führung zu gehen, verlor diesen Satz aber nach einer 10:8-Führung noch mit 12:14 in der Verlängerung. Und auch im vierten Duell war es Mittelham, die eine Auszeit benötigte, um am Ende mit 11:7 die Oberhand zu behalten.
Kolbermoors Trainer Michael Fuchs zog nach diesem Turnier ein zufriedenstellendes Fazit: „Ich bin mit meiner Mannschaft sehr zufrieden. Sie hat alles aus sich herausgeholt. Im Finale sind leider einige Dinge sehr unglücklich gegen uns gelaufen.“