Ruhpolding – Beste Stimmung bei den Fans, gut gelaunte Biathleten – die Eröffnungsfeier des Weltcups in Ruhpolding war ein voller Erfolg. Die Veranstaltung am Dienstagabend im Championspark lockte rund 3000 Zuschauer.
Die Moderatoren Laura Erdelyi und Harald von Knoerzer begrüßten die zahlreichen Anhänger aus nah und fern, die trotz eisiger Temperaturen in die Ortsmitte gepilgert waren. Die Wettkämpfe würden heuer unter einem besonders guten Stern stehen, so von Knoerzer. Der Grund: Der stellvertretende Vorsitzende von Ruhpolding Tourismus, Herbert Ringsgwandl, hatte am Tag zuvor seinen 60. Geburtstag gefeiert.
Dann kam Valentin Thannbichler, Geschäftsführer der WoWeBa Live GmbH, zu Wort. Nachdem das Unternehmen bereits seit drei Jahren den Championspark betreibt, bewirtet es heuer zum ersten Mal auch das beliebte Besucherzelt am Eingang der Chiemgau-Arena, das im vergangenen Jahr schmerzlich vermisst wurde. „Wir haben darin eine extra Festzeltküche. Es gibt unter anderem Hendl und Schnitzel, ein richtig bayerisches Bierzelt“, erklärte Thannbichler, der die Gelegenheit nutzte, um sich bei den Fans zu bedanken. „Ohne euch wäre der Biathlon, so wie er ist, nicht möglich.“
Nachdem die Trachtler der Gaujugendgruppe des Gauverbands I aufgetanzt und den Zuschauern die bayerische Tradition näher gebracht hatten, ging es mit dem Einmarsch der Nationen los. Die Athleten jubelten den Fans zu und tanzten zu den landestypischen Liedern, die je Gruppe gespielt wurden. Während die Franzosen ankündigten, wieder ein Dreifachpodest feiern zu wollen, betonte die Schweizerin Lena Häcki-Groß, die mit dem Ruhpoldinger Marco Groß verheiratet ist, sich auf die Heimrennen zu freuen.
Den großen Abschluss bildete das größte Team, der DSV. Nach den enttäuschenden Ergebnissen des gesamten deutschen Teams mit nur einem Podestplatz zuletzt beim Weltcup in Oberhof „sind wir alle sehr motiviert“, betonte Lokalmatador Johannes Kühn. „Das Stadion ist top, die Strecken sind echt gut präpariert, es ist kalt, die Stimmung ist winterlich. Wir freuen uns alle voll drauf, dass es losgeht, und hoffen auf eine gute Woche“, sagte Franziska Preuß, die mit dem Gelben Trikot der Gesamtweltcupführenden ins Einzel am heutigen Donnerstag (14.10 Uhr) gehen wird und nicht weit von der Chiemgau-Arena entfernt wohnt.
Der Einmarsch der Nationen war in zwei Blöcke geteilt, zwischendrin befragten die Moderatoren die Weltcup-Verantwortlichen. Dabei versprach Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer „ein Biathlonfest“. IBU-Repräsentant Tore Boygard bezeichnete Ruhpolding als Heimat des Biathlons. „Es ist schön, hier zu sein.“ Für die Zukunft sei in diesem Sport allgemein die Entwicklung und Zusammenarbeit von großer Bedeutung. Der neue Präsident des Deutschen Skiverbands, Jörg Flechtner, bezeichnete die Weltcups in Oberhof und Ruhpolding als „absolute Klassiker“. „Für uns ist es natürlich ein super Ereignis, dass wir das mitgestalten dürfen“, so der 54-Jährige, der von dem großen Zuspruch, den er vor allem auch in Ruhpolding spüren würde, begeistert sei. Die Stimmung im deutschen Team „ist gut. Im ersten Saisondrittel bis vor Weihnachten waren wir sehr gut unterwegs. Oberhof war nicht das, was wir uns vorgestellt hatten“, gab Flechtner zu. „Aber das ist das Schöne am Sport, es geht immer wieder von vorne los. Wir starten hier bei Null und wollen wieder voll angreifen.“
OK-Präsident Hermann Hipf habe beim diesjährigen Weltcup zwei Highlights. Das erste sei das Wetter beziehungsweise der Wettergott. Bis kurz vor Weihnachten habe man mit einem Plan B gearbeitet, um möglicherweise Schnee nach Ruhpolding zu holen. „Am 25. Dezember um 3 Uhr war es dann endlich so kalt, dass wir beschneien konnten“, erzählte der 52-Jährige. „Das Team von Hubert Neidhardt hat es geschafft, innerhalb von fünf Tagen die Strecken so zu präparieren.“ Das zweite Highlight seien die Helfer. 2024, als er zum ersten Mal als OK-Präsident im Amt war, „habe ich sehr viel lernen müssen, lernen dürfen. Dieses Jahr sind über 800 Helfer im Einsatz. Es ist heuer extrem entspannt. Jeder ist gut drauf, jeder ist lustig, jeder hat ein Lächeln im Gesicht. Das macht es als OK-Präsident unwahrscheinlich schön, vorne dranzustehen. Wenn man weiß, im Hintergrund läuft es.“
Von Knoerzer befragte ihn auch zu den künftigen Herausforderungen und wie man diese meistern wolle. „Deutschland ist das einzige Land weltweit mit zwei Biathlonstandorten im Weltcup. Eine Aufgabe ist es, diese aufrechtzuerhalten. Wir arbeiten mit Oberhof gut zusammen, tauschen uns aus. Wir müssen das beibehalten.“
Zwischendrin zeigten außerdem noch die Turnerinnen des SV Ruhpolding mit einer Tanzaufführung ihr Können. Zum Abschluss kamen alle Beppos auf die Bühne, um das Lied „Endlich wieder Biathlon“ gemeinsam mit den Fans zu singen.