Martelltal – Gute Leistungen im Verlauf der gesamten IBU-Cup-Saison, dazu sogar mehrere Medaillen bei den Europameisterschaften im Martelltal (Italien): Die Zwischenbilanz für die „zweite Garde“ im deutschen Biathlon fällt insgesamt positiv aus. Das gilt sowohl für die Lehrgangsgruppe 1b (Perspektivkader) bei den Damen, die von Andreas Birnbacher betreut wird, als auch für die LG 1b bei den Männern, die von Tobias Reiter trainiert wird.
„Wir haben aktuell viel herausgeholt. Gerade bei der EM haben wir so ziemlich das Maximum geschafft“, freut sich Birnbacher. Der 43-Jährige durfte sich über zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille im Damenteam freuen. Denn Johanna Puff (SC Bayrischzell) feierte im Einzel den Titelgewinn vor Marlene Fichtner (SC Traunstein), hinzu kam Gold mit der Staffel: Diese bildeten Puff, Fichtner, Stefanie Scherer (SC Wall) und Anna Weidel (WSV Kiefersfelden) – allesamt Athletinnen aus dem Stützpunkt Ruhpolding. „Es hat sich schon gelohnt, dass wir uns ganz gezielt auf die EM vorbereitet haben und sogar auf den ein oder anderen Weltcup-Start in Antholz (kurz vor der EM, d. Red.) verzichtet haben. Denn bei der EM haben wir sogar überperformed – und das ist ja auch letztlich das Ziel beim Saisonhöhepunkt.“
Wobei dieser für Johanna Puff sogar noch eine erfreuliche Folge hatte: Die 22-Jährige ist nun sogar bei der WM in Lenzerheide (Schweiz) mit dabei. „Wir haben bei der EM den einen noch freien Platz im WM-Team ausgelaufen. Johanna hatte dabei die besten Komplexleistungen“, berichtet Birnbacher.
Allgemein habe sich das Team im Laufe der Saison gut entwickelt, „und es immer mal wieder in Richtung Podestplätze geschafft.“ Klar sei aber auch: Bei den Vergleichen mit der Weltspitze – es gab ja vereinzelte Weltcup-Einsätze – „müssen wir schon noch aufholen, vor allem körperlich. Da müssen wir Schritt für Schritt vorgehen und nächstes Jahr weiter daran arbeiten“, gibt Birnbacher als Ziel aus.
Nach dem jüngsten IBU-Cup in Ridnaun (Italien) bekam das Team etwas Zeit zum Durchschnaufen. Es war ein wenig individuelles Training angesagt, „ab Donnerstag geht es dann wieder mit dem Mannschaftstraining zur Sache.“ Schließlich folgt vom 6. bis 9. März und vom 12. bis 15. März noch das IBU-Cup-Finale in Otepää (Estland), und dabei wollen sich die Biathletinnen noch einmal gut präsentieren. Das ist natürlich auch das Ziel der Männer aus der Lehrgangsgruppe 1b. Diese hatten beim IBU-Cup in Ridnaun neben zwei Podestplätzen (Simon Kaiser wurde Zweiter im Einzel, David Zobel gewann den Sprint) noch vier weitere Top-Ten-Plätze erkämpft. Auch bei der Europameisterschaft im Martelltal präsentierte sich das Team ordentlich. Höhepunkt war die Silbermedaille in der Staffel durch Lucas Fratzscher, Simon Kaiser (beide WSV Oberhof), Roman Rees (SV Schauinsland) und David Zobel (SC Partenkirchen). Hinzu kamen neunte Plätze durch Fratzscher (Einzel und Sprint) und Zobel (zeitgleich mit Fratzscher Neunter im Sprint) und fünf weitere Top-15-Ränge. Bei der EM freute sich Tobias Reiter darüber, „dass wir in jedem Rennen so dabei waren, dass Medaillen aus eigener Kraft möglich gewesen wären. Leider waren wir am Schießstand dafür nicht konstant genug.“ Allerdings sei die Konkurrenz gerade aus Norwegen auch stark aufgestellt gewesen, „da waren sogar ehemalige Weltcup-Sieger dabei.“
Trotz der positiven Ergebnisse: „Man merkt schon, dass im Team manche inzwischen schon etwas geschwächt sind.“ Schließlich habe die Saison an den Kräften gezehrt. Daher ist die ruhigere Trainingsbelastung in dieser Woche zur Erholung wichtig, ehe in den folgenden zwei Wochen die intensivere Vorbereitung auf Otepää folgt. Schließlich soll es auch dort möglichst noch Podestplätze geben.who