Weißwasser – Die Starbulls Rosenheim gehen mit Vollgas in Richtung DEL2-Playoffs. Im vorletzten Hauptrundenspiel sicherten sich die Eishockeyspieler von der Mangfall einen 6:2-Auswärtssieg bei den Lausitzer Füchsen.
Der Spielfilm: Busbeine? Fehlanzeige! Nach eingeschlafenen Füßen sah die Vorstellung der Starbulls keineswegs aus. Denn im Schnitt fiel im ersten Drittel alle 3,5 Minuten ein Treffer. Manuel Strodel, der einen Schuss von Tobias Beck zur 1:0-Führung abfälschte, machte den Anfang für die Gäste. Als dann Ville Järveläinen in Überzahl zum 2:0 einschweißte, war die Partie keine sechs Minuten alt und im Rosenheimer Tor stand nicht mehr Cody Porter, sondern Patrik Mühlberger. Die Füchse setzten nach diesem fulminanten Starbulls-Start alles daran, zurück in die Partie zu finden. Eric Valentin lenkte die Scheibe nach toller Vorarbeit von Clarke Breitkreuz zum 1:2 aus Lausitzer Sicht in die Maschen. Im unmittelbar nächsten Wechsel machte es Breitkreuz diesmal allein und überlistete Mühlberger, der das lange Eck nicht gut genug deckte, zum 2:2-Ausgleich. Dann waren aber wieder die Starbulls an der Reihe: Simon Gnyp traf flach von der blauen Linie, dank perfektem Screen von Kilian Kühnhauser, zum 3:2. Wenige Minuten vor der Pause stellten die Starbulls sogar noch die Zwei-Tore-Führung wieder her. Charlie Sarault kam frei zum Schuss, Stefan Reiter fälschte den Puck zum 4:2 ab.
Zurück aus der Kabine waren die Rosenheimer nah am nächsten Tor dran. Reiters Alleingang stoppte Marlon Braun, der ihm zugesprochene Penaltyschuss landete in Daniel Filimonows Fanghand. Wie im ersten Drittel gaben die Männer aus der Glasmacherstadt mehr Torschüsse ab, Mühlberger hatte aber meist freie Sicht und kam deshalb selten in die Bredouille. Den Treffer zum 5:2 erzielte der Ex-Lausitzer Järveläinen wieder in Überzahl und wieder per Direktschuss halbrechts vom linken Bully-Kreis.
Auch im Schlussabschnitt setzten die Sachsen mehr auf Quantität als auf Qualität. Mühlberger im Rosenheimer Tor hatte zwar deutlich mehr zu tun als sein Gegenüber Filimonow, hatte aber dank seiner Vordermänner, die ihm die Sicht konsequent freiboxten, leichtes Spiel. Järveläinen bewies dann aber auch seine Spielmacher-Fähigkeiten. Gezielt spielte der Deutsch-Finne die Scheibe an die Bande hinter dem gegnerischen Tor, den Abpraller schnappte sich Zack Dybowski neben dem Kasten und überwand den völlig überrascht wirkenden Filimonow am kurzen Pfosten zum 6:2. Kurz vor Ende dann ein Schock: Jannick Stein blieb nach einem Check von Tim Sezemsky blutend am Boden liegen und musste vom Eis begleitet werden. Der Füchse-Verteidiger traf den jungen Rosenheimer mit der Schulter im Gesicht – die Aktion blieb ungeahndet. Jari Pasanen gab auf der Pressekonferenz aber Entwarnung: „Wir haben ein bisschen Blut gesehen. Es gab aber keine ernsthaften Verletzungen.“
Die Schlüsselszene: Die Schlüsselszene sind dieses Mal die Anfangsminuten. Denn die Starbulls führten die Füchse von Anfang an an der kurzen Leine. Nach nicht einmal sechs Zeigerumdrehungen waren die Rosenheimer bereits mit zwei Toren in Front.
Der Spieler des Spiels: Ville Järveläinen verpasste seiner alten Heimat einen Stich ins Herz. Mit zwei baugleichen Powerplay-Toren und einem raffinierten Bandenpass-Assist trug sich der Deutsch-Finne dreimal in die Scorerliste ein.
Das macht Spaß: Zwei Dinge waren essenziell für den Sieg der Rosenheimer. Zum einen war es der Verkehr vor dem gegnerischen Tor, den die Starbulls in Perfektion vorgetragen haben. Drei der sechs SBR-Treffer fielen durch Abpraller oder Screen. Zum anderen lieferte Jari Pasanens Mannschaft eine makellose Powerplay-Quote ab.
Das bereitet Sorgen: Das war nicht das erste Mal, dass Cody Porter vorzeitig das Eis verlassen musste. Bereits bei der 3:4-Overtime-Niederlage vor drei Wochen in Bad Nauheim ließ sich der Kanadier auswechseln.
Das sagen die Trainer: Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Das war ein typisches Spiel vor den Playoffs. Das erste Drittel war intensiv, ab dem zweiten Drittel hat die Intensität ein bisschen nachgelassen. Aber wir hatten ein paar schöne Spielzüge und haben sehr schöne Überzahl-Tore geschossen.“
Christoph Kreutzer, Lausitzer Füchse: „Es war sicherlich kein gutes Spiel von uns, weil wir einfach zu viel zugelassen haben. Ich muss Jari Recht geben. So kurz vor den Playoffs spielt sich sicherlich viel in den Köpfen ab.“
Die Spielstatistik: Lausitzer Füchse – Starbulls Rosenheim 2:6 (2:4, 0:1, 0:1). Starbulls: Porter (Mühlberger) – Hanna, Gnyp; Zerressen, Dybowski; Beck, Tiffels – Laub, Stretch, ReiterJärveläinen; Strodel, Sarault, Reiter; Nirschl, Ewanyk, Stein; Kühnhauser.
Tore: 0:1 (4.) Strodel/Beck, Sarault, 0:2 (6.) Järveläinen/Laub, Dybowski – PP1, 1:2 (9.) Valentin/Breitkreuz, Leden, 2:2 (13.) Breitkreuz/Valentin, Leden, 2:3 (17.) Gnyp/Handschuh, Kühnhauser, 2:4 (18.) Reiter/ Sarault, Gnyp, 2:5 (15.) Järveläinen/Laub, Ewanyk -PP1, (6.) Dybowski/Järveläinen.
Schiedsrichter: Brill/Moosberger; Strafminuten: Lausitz 6, Rosenheim 4; Zuschauer: 2709.
Das nächste Spiel: Die letzte Hauptrundenpartie der Saison bestreiten die Starbulls am Sonntag um 17 Uhr zu Hause gegen die Krefeld Pinguine.