Kapfenberg – Bei der Eisstock-Weltmeisterschaft in Kapfenberg haben die Damen den Team-Titel souverän verteidigt, während die Herren in einem dramatischen Finale an Österreich gescheitert sind. Die Entscheidung fiel tatsächlich erst mit dem letzten Schuss. Gleiches gilt für den Mixed-Wettkampf, bei dem das DESV-Quartett Österreich auch erst über die Schluss-Schützen mit dem Minium von einem Punkt den WM-Titel abknöpfte.
Das „Massen in die mittleren Zielringe“ übernahmen die Außernzellerin Verena Gotzler (ESV Neustift-Innermanzing) und Florian Dusch vom EC Feldkirchen. Für die Schussbahn, auch Stockschießen genannt, waren Alina Mayer (EC Gerabach) und der Zangberger Stefan Thurner (TSV Hartpenning) verantwortlich. In die seitlichen Zielringe massten Anna Hinteraicher (SV Gumpersdorf) und Stefan Zellermayer (TSV Hartpenning). Das Kombinieren oblag Ulrike Lachenmayer (TSV Peiting) und Manuel Schmid (FC Ottenzell).
Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg verteidigten die deutschen Damen ihren WM-Titel. Gotzler brachte das DESV-Quartett in Führung, Mayer und Hinteraicher bauten diese so aus, dass Lachenmayer ohne Druck zwei mittelmäßige Durchgänge reichten, um als Team mit großem Vorsprung zu triumphieren.
Dagegen lagen die Herren nach dem ersten Schützen mit 84 Punkten deutlich hinter der Schweiz (102) und Österreich (94). Nach dem zweiten Wertungskriterium führte Österreich (209) vor der Schweiz (204) und Deutschland (179). Über den dritten Durchgang konnte Zellermayer zwar zwölf Punkte aufholen, der Abstand zu Österreich betrug aber immer noch 18 Punkte. Nachdem Schmid im ersten Umlauf seinem Kontrahenten Patrick Solböck 14 Zähler abnahm, fehlten nur noch vier. Dann ging es dramatisch weiter und vor den letzten Schüssen stand es 331:331. DESV-Routinier Schmid versagten die Nerven und er blieb ohne Ergebnis, wodurch Österreich mit 335:331 Punkten siegte.
Beim Ziel-Mixed-Wettbewerb war das Glück dann aber Deutschland hold: Mit 331 Zählern lag man vor Österreich (330). Auch hier lag das DESV-Quartett Lachenmayer, Thurner, Zellermayer und Mayer von Beginn an zurück. Nach drei Schützen waren es neun Punkte – Österreich 296, Deutschland 287. Alina Mayer kämpfte um jeden Punkt und setzte ihre Kontrahentin so unter Druck, dass es vor dem letzten Schuss nur noch 328:325 für Österreich stand. Nachdem Mayer nervenstark eine sechs anvisierte, und Österreich nur eine zwei entgegenstellen konnte, war der deutsche Jubel groß. Die Ergebnisse:
Damen: 1. Deutschland 310 Punkte; 2. Italien 289; 3. Brasilien 272; 4. Österreich 271; 5. Slowenien 266; 6. Finnland 239; 7. Tschechien 218; 8. Schweiz 202; 9. Kanada 170; 10. Guatemala 159; 11. Frankreich 134; 12. Paraguay 76; 13. Indien 56.
Herren: 1. Österreich 335; 2. Deutschland 331; 3. Italien 312; 4. Schweiz 304; 5. Brasilien 263; 6. Tschechien 251; 7. Slowenien 246; 8. Ungarn 236; 9. Luxemburg 222; 10. Frankreich 195; 11. Litauen 191; 12. Guatemala 175; 13. Kanada 172; 14. Finnland 170; 15. Australien 170; 16. Paraguay 147; 17. Indien 131; 18. Ukraine 81.
Mixed: 1. Deutschland 331; 2. Österreich 330; 3. Tschechien 245; 4. Italien 242; 5. Finnland 236; 6. Schweiz 233; 7. Brasilien 227; 8. Slowenien 212; 9. Guatemala 174; 10. Frankreich 139; 11. Paraguay 133; 12. Kanada 112; 13. Indien 101.kam