Sanok – Gleich zwei Spitzenplätze gab es für die heimischen Piloten bei der Eisspeedway-Europameisterschaft, die in Sanok (Polen) ausgetragen wurde: Luca Bauer (Reit im Winkl) holte Silber hinter Europameister Lukas Hutla (Tschechien), Max Niedermaier (Edling) wurde Vierter.
Ein bisschen gemischt waren letztlich die Gefühle bei Luca Bauer: Trotz des zweiten Platzes „bin ich nicht ganz zufrieden – ich wäre halt gerne Erster geworden“, betont der 26-Jährige. Denn EM-Zweiter war er schon 2022 und 2023 gewesen. Doch der Verlauf der Rennen stimmt ihn optimistisch. In den fünf Vorläufen musste er sich nur im Duell mit dem Finnen Max Koivula geschlagen geben, seine anderen vier Durchgänge gewann er. So stand Bauer als einer der zwei punktbesten Fahrer auf direktem Wege im Finale. Dort „war ich am Start vorn, dann hat mich Lukas Hutla in der zweiten Kurve überholt. Anschließend sind wir drei Runden fast nebeneinander gefahren, letztlich haben nur zehn bis 20 Zentimeter zum Sieg gefehlt.“ Doch generell „bin ich riesig zufrieden, dass ich diesmal innen so schnell gefahren bin.“ Dazu wurde Bauer fast gezwungen, „weil die Außenbahn schnell relativ schlecht war. Aber die Innenbahn war bisher immer meine Schwäche. Dass ich da so gut zurechtkomme, hatte ich noch nie“, freut er sich. Denn so kann er variabler seine Rennen bestreiten. Nun möchte er am liebsten schon am kommenden Wochenende beim WM-Lauf in der Inzeller Max-Aicher-Arena seine gute Form unter Beweis stellen.
Vierter wurde Max Niedermaier, der sich im Endlauf neben Hutla und Bauer auch dem Finnen Koivula geschlagen geben musste. „Es hätte schon noch besser laufen können. Aber ich bin insgesamt zufrieden, zumal ich gesund nach Inzell fahren kann“, hebt er hervor. Insgesamt sei seine Form noch nicht ganz perfekt. Doch Niedermaier ist bekannt dafür, sich im Saisonverlauf deutlich steigern zu können – zumal auf dem Eis in der Max-Aicher-Arena.
Nach zehn Vorlaufpunkten hatte der 36-Jährige den Last Chance Heat erreicht. Hier kämpften die Fahrer von Rang drei bis sechs in der Punktetabelle um zwei weitere Plätze im Finale. Niedermaier wurde Zweiter hinter Hutla und kam so ebenfalls in den Endlauf, den dafür die nach Punkten besseren Aki Ala-Riihimäki (Finnland) und Jimmy Olsen (Schweden) verfehlten. Dass das Eis „nicht so top“ war, dürfe „keine Ausrede“ dafür sein, dass er nicht noch weiter vorne landete, betont Niedermaier, der zwischendurch „auch ein kleines Reifenproblem“ hatte. Doch auch für ihn war es wichtig, vor dem Heimspiel in der Max-Aicher-Arena noch einmal Fahrpraxis zu sammeln.
Noch wichtiger war dies sogar für EM-Titelverteidiger Franz Zorn: Der Saalfeldener konnte nach langer Verletzungspause endlich wieder einen Wettkampf bestreiten. Als Achter blieb er zwar noch unter seinem gewohnten Niveau, doch für ihn ging es darum, wieder die nötige Sicherheit zu finden und sein Material zu testen. Nun kann der 54-Jährige zuversichtlich nach Inzell fahren.
Etwas Pech hatte Maximilian Niedermaier (Frauenneuharting): In seinem zweiten Lauf verletzte er sich an der Hand und musste auf weitere Einsätze verzichten. Nach zwei Punkten zum Auftakt konnte er somit nicht mehr nachlegen und erreichte den 14. Platz. Sein Daumen musste mit mehreren Stichen genäht werden, doch der 24-Jährige hofft, in Inzell wieder richtig Gas geben zu können.who