Rosenheim/Wasserburg – Es ist das Duell zweier Tabellennachbarn im Mittelfeld, wenn sich der Tabellenzehnte, TSV Kastl, und der Neunte, TSV 1860 Rosenheim, am heutigen Samstag um 14 Uhr zum 26. Spieltag in der Fußball-Landesliga Südost treffen. Neun Spiele vor dem Ende ist es allerdings auch ein Duell im Abstiegskampf. Denn geht es nach dem Uli-Hoeneß-Motto „the trend ist your friend“, dann steht beiden Mannschaften noch eine schwere Restrunde bevor. Denn während der TSV Kastl aus den drei Partien nach der Winterpause lediglich einen Zähler einsammelte und vor allem mit der 0:4-Niederlage vom vergangenen Wochenende in Forstinning einen gewaltigen Dämpfer mitbekommen hat, haben die Sechziger zwar seit dem Start ins Frühjahr zwei Zähler eingefahren, halten aber bei 13 sieglosen Spielen am Stück. Der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt noch fünf – im Falle von Kastl – beziehungsweise sieben Zähler, weshalb der Ausgang dieses Inn/Salzach-Duells sicherlich die Richtung weisen dürfte. Die Hausherren hoffen auf die Rückkehr des zuletzt erkrankten Sebastian Spinner, bei den Rosenheimern sind Simon Fischer und Michael Summerer wieder genesen, dafür ist Abwehrspieler Tizian Rudolph der nächste krankheitsbedingt fehlende Akteur.
Wasserburg gegen
den Verdruss
Der Lernauftrag von Trainer Florian Heller an seine Mannschaft ist bereits am Freitag vor einer Woche gegen 21.30 Uhr erfolgt. „Ich habe in meiner Karriere schon viele solche Spiele erlebt, die man eigentlich gewinnen muss, bei denen der Ball aber nicht ins Tor geht. Wir dürfen uns ärgern, aber entscheidend ist, dass wir es nächste Woche wieder versuchen“, meinte der ehemalige Bundesliga-Profi nach dem 0:0 gegen den ESV Freilassing. Am Sonntag, 15 Uhr, beim VfR Garching, wird der Tabellendritte der Landesliga Südost nach dem Motto „Probieren geht über studieren“ einen neuen Anlauf nehmen.
Erfahrung ist der beste Lehrmeister – und die Erfahrung des Verdrusses nach einem überlegen geführten Spiel, das angesichts einer Vielzahl an hochkarätigen Chancen gewonnen hätte werden müssen, wollen die Löwen nun in Zählbares ummünzen. „Es ist Teil der Entwicklung unserer Mannschaft, wie wir damit umgehen“, weiß Heller, der in den drei Spielen nach dem Winter auf drei ordentliche Leistungen mit sieben Zählern zurückblicken kann – eine Ausbeute, die angesichts der Personalprobleme so im Februar noch nicht abzusehen war. Mit dem abstiegsbedrohten VfR Garching wartet auf die Innstädter nun eine schwierigere Aufgabe, als sie zunächst auf dem Papier aussehen mag. Der ehemalige Regionalligist war nach dem Abstieg aus der Bayernliga auch in der Landesliga schnell in den Abstiegsstrudel geraten, doch die letzten beiden Partien konnten knapp gewonnen werden. Dieser Aufschwung liegt auch an einer Personalie: Mike Niebauer. Das Garchinger Urgestein wird in der kommenden Saison als Spielertrainer übernehmen, gab aber bereits jetzt als Spieler sein Comeback in der „Ersten“. Der 30-Jährige hatte sich 2023 in die Reserve verabschiedet, jetzt greift er wieder an und ist der wohl beste Winter-Neuzugang, den der Verein tätigen konnte.tn/jah