Rosenheim – Die Saison 2024/ 25 der Badminton-Bezirksoberliga ist Geschichte. Dabei hat der PTSV Rosenheim die Play-offs um den Aufstieg in die Bayernliga verpasst. Am Ende der Spielzeit landete der Verein auf Rang drei. In die Aufstiegs-Play-offs zur Bayernliga geht statt den Innstädtern jetzt der BC Fürstenfeldbruck 2. Eine besondere Saison für die Rosenheimer spielte der gebürtige Inder Shankar Ram Somasundaram. Mit jeweils 14 Siegen im Doppel sowie im Einzel war er der erfolgreichste Spieler der gesamten Liga. Dazu wurde er 2024 Rosenheimer Stadtmeister. Laurin Hümmer aus der OVB-Sportredaktion hat sich mit ihm zum Interview getroffen.
Sie haben sich im letzten Einzel der Saison am Auge verletzt und mussten aufgeben. Was ist da genau passiert und wie geht es Ihnen jetzt?
Die Situation war im ersten Satz. Ich habe mit 18:13 geführt. Bei diesem Spielstand bin ich dann ans Netz vor, wollte den Ball spielen, hab mich dabei aber mit dem Schläger leider selbst am Auge getroffen. Ich hatte dann die nächsten zwei Tage ein paar Probleme und war dann auch beim Augenarzt. Aber alles gut. Es ist nichts Schlimmeres passiert.
Wie zufrieden sind Sie allgemein mit der Saison?
Mit der Saison von mir persönlich bin ich eigentlich recht zufrieden. Ich habe eine Einzelstatistik von 14:2 und davon musste ich eine Partie verletzt aufgeben. Und mein Doppel war auch ganz stark. Da hab ich auch nur zwei Spiele verloren. Bei unserer ganzen Mannschaft war es in der Vorrunde ganz gut. In der Rückrunde haben wir leider ein bisschen Verletzungspech gehabt. Es war dann dadurch teilweise schwierig, eine vollständige Mannschaft zusammenzubekommen. Das haben wir nicht immer geschafft und deshalb haben wir auch manchmal verloren.
Wann haben Sie mit Badminton angefangen?
Ich habe tatsächlich erst mit 17 oder 18 Jahren begonnen. Ich komme ja ursprünglich aus Indien und lebe erst seit drei Jahren in Deutschland. Ich habe da lange Cricket gespielt. Ungefähr bis ich 15 war. Und erst danach habe ich mit Badminton begonnen. Erstmal nur als Hobby. Und dann während meiner Universitätszeit hab ich dann richtig professionell trainiert und gespielt. Das war dann so, als ich 19, 20 war. Da habe ich damals meinen Bachelor gemacht.
Seit wann spielen Sie in Rosenheim?
Ich spiele seit drei Jahren hier. Also seit 2022.
Was ist im Badminton Ihre gefährlichste Waffe und wo sind Sie angreifbar?
Mein Lieblingsschlag ist der Rückhanddrop. Dadurch zwingt man den Gegner zu einem Treffpunkt unterhalb der Netzkante. Was ich auch gerne mache, ist die Gegner mit Scheinschlägen zu täuschen. Da tue ich so, als würde ich den Ball wohin spielen, und drehe meinen Schläger in letzter Sekunde dann so, dass er woanders hinfliegt. Das ist sehr verwirrend für meine Gegner. Die wissen nicht, wohin ich spiele, wohin meine Bälle gehen und wo mein Schläger ist. Meine Schwäche ist, dass ich sehr viel laufe. Das raubt einem sehr schnell ziemlich viel Energie, was natürlich nicht gut ist.
Spielen Sie lieber Doppel oder Einzel?
Das ist schwierig zu sagen. Als ich 2022 angefangen habe, hier in Rosenheim zu spielen, war es eher Doppel. Du brauchst dafür eine ganz besondere Chemie zwischen dir und deinem Mitspieler. Du musst genau wissen, wo er sich hinbewegt, welchen Schlag er als Nächstes macht und so weiter. Das hat schon seinen Reiz. Aber aktuell tendiere ich trotzdem eher in Richtung Einzel.
Hatten Sie in dieser Saison ein Spiel, das Ihnen ganz besonders in Erinnerung geblieben ist?
In der Hinrunde habe ich im Einzel gegen den Erdweger Daniel Steger gespielt. Den ersten Satz habe ich gewonnen. Im zweiten war ich richtig schlecht und war nicht so richtig bei mir. Da habe ich dann auch deutlich mit 13:21 verloren. Im dritten Satz war ich dann eigentlich schon tot. Ich glaube, es war unser letztes Spiel des Tages. Ich hatte davor bereits drei Spiele und alle waren anstrengend. Ich lag dann bereits mit 8:14 zurück. Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe, aber irgendwie bin ich da noch zurückgekommen und habe den Satz letztendlich noch in ein 21:17 für mich gedreht.
Was sind Ihre Ziele für die nächste Saison?
Wir wollen als Mannschaft auf jeden Fall in die Bayernliga aufsteigen. Im letzten Jahr wurden wir Erster und haben dann leider in der Relegation verloren.
Sie sind im Verein bestimmt auch ein Vorbild für die Kinder. Machen Sie was in Richtung Jugendarbeit?
Ja, ich bin beim Jugendtraining meistens dabei und versuche, den Kindern bei Schlag- und Lauftraining zu helfen. Ich hab aber noch keinen Trainerschein. Ich könnte mir aber für die Zukunft auf jeden Fall vorstellen, meine Lizenzen zu machen und Jugendtrainer zu werden. Wir als Verein freuen uns übrigens über jeden Jugendlichen und natürlich auch jeden anderen, der bei uns Badminton spielen will. Wer Lust hat, kann gerne am Mittwoch- oder Freitagabend in der Luitpoldhalle Rosenheim zum Training vorbeischauen.
Badminton ist die schnellste Ballsportart der Welt. Der schnellste Schlag hatte eine Geschwindigkeit von 565 km/h. Wissen Sie, wie schnell Ihre Schläge sind und haben Sie das schon mal gemessen?
Wir haben da im Training leider keine Möglichkeit, das zu messen. Ich hab jetzt nicht viele Muskeln, aber ich denke 300 km/h schaffe ich schon ungefähr.
Die Saison ist jetzt zu Ende. Wie behalten Sie, bis die neue Spielzeit losgeht, Ihre Spielpraxis?
Ich spiele jetzt einige Knock-out-Turniere, um meinen Spielfluss zu behalten. Dabei gibt es zunächst eine Gruppenphase und dann geht es mit einer K.o.-Runde weiter.Interview: Laurin Hümmer