Wasserburg – „Ob das heute ein schönes Spiel war oder gut ausgesehen hat, ist mir völlig egal“, konstatierte Trainer Florian Heller nach 90 umkämpften Minuten. „Entscheidend ist, dass wir drei Punkte geholt haben. Darum ging es heute. Und darum geht es in den kommenden Spielen“. Mit diesem Pragmatismus bringt Heller genau das auf den Punkt, worum es im Sport geht: Ergebnisse. Und ein solches haben die Löwen mit ihrem 3:2-Erfolg gegen den FC Unterföhring eingefahren. Damit bleiben die Innstädter im Kampf um den zweiten Tabellenplatz und die Relegation.
„Das war ein Arbeitssieg“, bekannte Heller, doch ein solcher bringt auch drei Punkte. Dabei sah es in der Anfangsphase gar nicht nach so viel Arbeit aus, denn die Gastgeber waren dominant und die Gäste „gar nicht auf dem Feld“, wie Spielertrainer Sebastian Fritz schimpfte. Torhüter Fritz überließ seinem Ersatzmann Daniel Strauch Spielzeit und der war es, der den ersten Wasserburger Treffer einleitete. Ein Schlag des jungen Torhüters geriet zu kurz, Wasserburg schaltete schnell und Thomas Voglmaier bediente allein vor dem Tor uneigennützig den mitgelaufenen Daniel Kononenko, der nur noch zum 1:0 einschieben musste (6.). Nachdem Maxi Biegel eine Volleyabnahme artistisch über die Latte drosch und ein Raunen durchs Stadion ging, erwachte Unterföhring. Auf einmal spielten die Gäste gefälligen Fußball. „Der Ausgleich war super gespielt“, erkannten beide Trainer unisono an. Nach einer sehenswerten Kombination erreichte ein Rückpass von der Grundlinie Gottfried Agbavon, der ungedeckt zum 1:1 einschoss (26.). Zu einem Muster dieses Spiel wurde es, dass Wasserburg vor dem Gegentreffer immer runter, aber unmittelbar danach sofort mehrere Gänge hochschaltete. So auch in der 28. Minute, als Dominik Brich nach einer Flanke geschickt per Brust auf Jaume Rubio Gonzalez ablegte, der gefühlvoll aus 14 Metern zum 2:1 in die Ecke schlenzte.
Nach dem Seitenwechsel hatte Wasserburg eigentlich alles unter Kontrolle, doch wie der Regen plätscherte auch das Spiel etwas vor sich hin. Dieser Regen in Kombination mit einem unebenen Fünfmeterraum führte nach 58 Minuten zu einem Missgeschick, das Torhüter Lino Volkmer so auch noch nicht passiert ist: Ein harmloser Schuss von Luis Fischer kullerte dem ansonsten so sicheren Tormann zum 2:2 durch die Hosenträger. Sofort nach dem Ausgleich schaltete Wasserburg in den sechsten Gang und hatte durch George Dumitru (60. und 62.) und Thomas Voglmaier (66.) große Chancen zur erneuten Führung. Bei Letzterem reklamierten die Gastgeber einen Elfer, die Pfeife des Schiedsrichters blieb aber stumm. Sollte die Jagd auf Geretsried weitergehen, musste ein Tor her – und dieses fiel, wie es so fällt, wenn Mannschaften drücken: Sie drückten ihn rein. Torwart Strauch konnte einen Schuss von Voglmaier nur abklatschen lassen und Dumitru staubte zum 3:2 ab (68.). Danach verteidigten die Hausherren alles weg, denn mit einer vierten Führung wäre es an diesem späten Abend knapp geworden.
TSV Wasserburg: Volkmer, Biegel (45. Saur), Kasumovic (54. Deser), Lindner, Brich, Stellner, Rubio Gonzalez, Dumitru, Barthuber (85. Vorderwestner), Kononenko (88. Starringer), Voglmaier (76. Yordanov).
Schiedsrichter: Ettl (FC Oberhinkofen).
Zuschauer: 258.
Tore: Kononenko (6.), 1:1 Agbavon (26.), 2:1 Rubio Gonzalez (28.), 2:2 Fischer (58.), 3:2 Dumitru (68.).jah