Murnau – Ganz abgeblasen hat Murnaus Fabian Erhard mit seinem Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit die Wasserburger Jagd auf Platz zwei nicht, einen herben Dämpfer verpasst aber schon. Wasserburg führte beim Tabellenvierten bereits mit 2:0, musste am Ende aber die Punkte teilen und liegt zwei Spieltage vor Schluss in der Fußball-Landesliga Südost fünf Zähler und den schlechteren direkten Vergleich hinter Geretsried. Übersetzt heißt das, dass die Löwen beide verbleibenden Spiele gewinnen und der TuS gleichzeitig beide verlieren muss.
Auch Wasserburgs Abteilungsleiter Kevin Klammer kann rechnen, ist aber stets kämpferisch: „Natürlich ist der späte Ausgleich extrem bitter und darf so nicht passieren, aber so groß hat sich unsere Ausgangslage nicht verändert. Unsere Chance war davor auch nicht bei 80 Prozent, sondern deutlich geringer. Jetzt ist sie noch etwas geringer. Geretsried hätte nicht mehr gewinnen dürfen, jetzt müssen sie halt verlieren. So lange es möglich ist, werden wir es probieren.“
Gegen eine Murnauer Mannschaft erwischte Wasserburg einen optimalen Start und ging bereits nach sechs Minuten durch einen Foulelfmeter von Dominik Brich mit 1:0 in Führung. Zuvor war Thomas Voglmaier im Strafraum umgegrätscht worden. Die zuletzt sichere Wasserburger Abwehr schaffte es jedoch nicht, die Offensive der Drachen zu neutralisieren. Schon fast im direkten Gegenzug hatte Maximilian Nebl die Chance zum Ausgleich, doch er traf aus fünf Metern den Ball nicht (9.). Auf der Gegenseite hatten aber auch die Gäste dicke Gelegenheiten, die zu wenig genutzt wurden und Trainer Florian Heller zu folgendem Fazit veranlassten: „Wir haben eigentlich ein gutes Auswärtsspiel abgeliefert und hatten vor allem in der zweiten Halbzeit genügend Möglichkeiten das Ding frühzeitig zu entscheiden, machen es aber nicht.“
Dabei führten die Löwen nach 53 Minuten durch den zuvor eingewechselten Robin Ungerath schon mit 2:0. Luca Wagner hatte quergelegt und Ungerath die Koproduktion der beiden Joker aus kurzer Distanz vollendet. Kurioserweise kassierten die Innstädter den Anschlusstreffer aus einer eigenen Großchance. Vor dem Tor brannte es in der 69. Minute lichterloh, ehe George Dumitru von der Grundlinie zurücklegte, die eigenen Mitspieler aber verfehlte und so einen folgenschweren Konter einleitete, den Nebl zum 1:2 vollendete. „Uns fehlte die letzte Konsequenz vor beiden Toren“, monierte Heller weiter, der vor allem in der Schlussphase einen Chancenwucher mitansehen musste, wie er zuletzt Ende der Vorrunde zu bestaunen war.
Allein Wagner hätte mit zwei Alleingängen auf das Tor von Fabio Grund alles klar machen können, doch beide Male parierte der junge Keeper (90. und 92.), zuvor hatte Dumitru aus acht Metern freistehend ebenso weit über das Tor geschossen (88.). Der Killerinstinkt fehlte in der Nachspielzeit auch am anderen Ende des Feldes, als der kürzlich von einem Fußballstipendium aus New York zurückgekehrte Fabian Erhard im Strafraum nur begleitet, aber nicht gestört wurde und der Stürmer flach einschießen konnte. „Summa summarum hat uns zu wenig Klarheit und Zielstrebigkeit vor beiden Toren den Sieg gekostet“, weiß Heller.
TSV Wasserburg: Volkmer, Biegel (36. Saur), Kasumovic (84. Deser), Lindner, Brich, Stellner, Dumitru, Rubio Gonzalez, Barthuber (73. Ferreira Goncalves), Voglmaier (53. Wagner), Kononenko (53. Ungerath)
Schiedsrichter: Krug (SpVgg Unterhaching).
Zuschauer: 300.
Tore: 0:1 Brich (6., Foulelfmeter), 0:2 Ungerath (53.), 1:2 Nebl (69.), 2:2 Erhard (93.).