Dorfen – Der SB Chiemgau Traunstein nimmt aus dem Relegations-Hinspiel beim TSV Dorfen ein 1:1 mit. Aber ob das vor 650 Zuschauern ein Erfolg für den Fußball-Landesligisten war oder nicht – Spielertrainer Danijel Majdancevic war selbst unschlüssig. „Wir waren die bessere, die viel bessere Mannschaft. Wir haben gezeigt, was Landesliga-Fußball ist“, sagte er nach dem Schlusspfiff. „Aber davon können wir uns nichts kaufen.“ Zuhause muss am Sonntag, 17 Uhr, ein Sieg her, um die Chance auf die Landesliga zu erhalten.
Gegen den Bezirksliga-Vizemeister hätte es auch schlimmer kommen können. Gut eine Stunde war gespielt, da rückte Schiedsrichter Stefan Treiber (FC Zell-Bruck) in den Mittelpunkt. Als ersten traf sein Bannstrahl Traunsteins Dennis Hrvoic, den er für ein Stürmerfoul für zehn Minuten zum Abkühlen schickte. Drei Minuten später gab es die nächste Zeitstrafe, diesmal für Alexander Dreßl, der sich im Mittelfeld ein ebenso unnötiges Foul leistete. Und der TSV Dorfen nutzte in doppelter Überzahl gleich seine erste Chance. Ehe sich die Traunsteiner richtig sortiert hatten, kombinierten sich drei Dorfener durch den Strafraum, Alexander Heilmeier war der letzte, der den Ball vor dem starken Torhüter Issa Ndiaye zum 1:0 (69.) über die Linie bugsierte.
Auch mit zwei Mann weniger drängten die Traunsteiner auf den Ausgleich. Alessandro Discetti scheiterte erst noch am langen Arm des Dorfener Ersatzkeepers Valentino Mierschke. Dann – endlich wieder komplett – kam der große Auftritt des Mark Kremer. Als die Hausherren den Ball am Traunsteiner Strafraum vertändelten, startete der eingewechselte Kremer ein Solo über den ganzen Platz, bis Mierschke den Ball gerade noch zur Ecke um den Pfosten drehte. Die Ecke landete am langen Pfosten, wo Hannes Kraus aus sieben Metern zum 1:1 (84.) abstaubte. In der Nachspielzeit hätte es fast noch zum 1:2 gereicht, doch Mierschke rettete halsbrecherisch gegen Discetti.
Die erste Halbzeit hatten die Gäste über weite Strecken mit der reiferen Spielanlage dominiert. Die gefährlichste Aktion gehörte aber der Elf von Andreas Hartl. Als Timo Lorant eine Ecke aufs Traunsteiner Tor köpfte, gelang es Ndiaye erst im zweiten Versuch, den Ball über die eigene Latte zu bugsieren. Die Latte rettete nach der Pause aber auch für Dorfen, als Karlo Jolic den Querbalken traf.
SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Patrick Dreßl, Hrvoic (81. Steinbacher), Vokri, Pelypenko (75. Majdancevic), Kraus, Alexander Dreßl, Discetti, Jolic (73. Kremer), Salihu, Kranzfelder.
Schiedsrichter: Trainer (FC Zell-Bruck).
Zuschauer: 650.
Tore: 1:0 (69.) Heilmeier, 1:1 (84.) Kraus.
Besonderheit: Gelb-Rot für Traunsteins Alexander Dreßl (90. + 2).