Veltrusy – Beim zweiten Lauf des Deutschland-Cups im tschechischen Veltrusy hat der 17-jährige Marian Arnu vom Kajak-Club Rosenheim sein Können mit einer herausragenden Vorlauf-Bestzeit und Finalteilnahmen in drei Disziplinen bewiesen. Trotz Rückschlägen unterstrich er damit eindrucksvoll seine Stellung als einer der vielseitigsten Nachwuchspaddler Deutschlands.
Das zweite Rennen des Deutschland-Cups im tschechischen Veltrusy war für die Kanuten des Kajak-Clubs Rosenheim ein Wettkampf mit Höhen und Tiefen. Herausragend war Marian Arnus erster Platz im Vorlauf des Canadier-Einer U18. Mit einem fehlerlosen und schnellen Lauf am zweiten Renntag setzte er eine Bestzeit, die selbst die U18-Nationalmannschaft nicht übertraf. Im Finale bestätigte er seine Leistung jedoch nicht. Ein Fahrfehler an einem Tor brachte ihm 50 Strafsekunden ein, wodurch er auf den zehnten Platz zurückfiel. Trotzdem zog der 17-jährige KKR-Athlet ein positives Fazit. Mit Finalteilnahmen in drei von vier Disziplinen unterstrich er seine Klasse, was in seiner Altersklasse nur einem weiteren Starter gelang. Der junge Slalomspezialist zählt damit zu den vielseitigsten Nachwuchspaddlern Deutschlands. Das Rennwochenende in Veltrusy war von Licht und Schatten geprägt. Temperaturen bis 34 Grad und pralle Sonne machten den zweiten Deutschland-Cup zur Hitzeschlacht. Neben dem Wetter forderte auch der anspruchsvolle Kurs den Kanuten volle Konzentration und Belastbarkeit ab. Der Deutschland-Cup U18 ist eine nationale Wettkampfserie mit drei Stationen: Lofer (Österreich), Veltrusy (Tschechien) und dem Finale in Metz (Frankreich). Die Ergebnisse sind entscheidend für die Sichtungsrennen der Nationalmannschaft im nächsten Jahr.
Der Slalomkanal in Veltrusy ist eine besondere Herausforderung. Die typisch tschechische Strecke ist rustikal mit Holzabweisern, befestigten Autoreifen und umwickelten Rohren. Die harte Wildwasserstrecke mit wuchtigen Walzen und starkem Gefälle auf 150 Metern ist technisch höchst anspruchsvoll und ideal, um die Slalomqualität zu testen. Der Deutschland-Cup findet auch im Ausland statt, da Nachbarländer wie Tschechien bessere Voraussetzungen und eine längere Kanuslalom-Tradition haben. Zudem fehlen in Deutschland geeignete Anlagen für drei gleichwertige Wettkämpfe.
Das Training war eine Prüfung: Zweimal täglich floss für zwei Stunden Wasser, wobei sich bis zu 60 Sportler gleichzeitig auf der Strecke befanden, was Chaos und Geduld erforderte. Die Anspannung im Team des Kajak-Clubs Rosenheim war entsprechend hoch. Die Strecke war an beiden Tagen technisch extrem anspruchsvoll, bot aber einen guten „Flow“, der Technik und Nervenstärke erforderte. Besonders der Sonntagskurs war gnadenlos, was viele 50-Strafsekunden-Wertungen zeigten. Das U18-Feld war mit rund 80 Startern stark besetzt; insgesamt nahmen knapp 300 Boote aus 33 Vereinen teil. Für den Kajak-Klub Rosenheim fuhr Marian Arnu mit drei Finalteilnahmen die besten Resultate ein. Er erreichte Platz neun und zehn im Canadier-Einer sowie Platz elf im Kajak. Der 15-jährige Jonathan Arnu überzeugte im Canadier-Einer mit Platz vier im B-Finale (Gesamtrang 16). Artyom Kabak erreichte im Kajak-Einer U18 Platz sieben im B-Finale. Mia Arnu verpasste im Kajak-Einer der Damen mit Platz 13 die Top Ten, ihr Bruder Jonathan im C1 U18 mit Platz 14 das Finale der besten zwölf.
Die Organisation durch Kanu Coswig lief trotz der Bedingungen reibungslos, moderne Technik wie Videoschiedsrichter und Live-Ergebnisse sorgte für Fairness. Für Marian Arnu und Maxi Scott verliefen zwei Rennen jedoch bitter: Beide hatten sich ins Finale gekämpft, wurden aber durch Proteste zurückgeworfen. Nachdem einem Konkurrenten 50 Strafsekunden aberkannt wurden, rutschte Marian Arnu auf Rang 13 und musste ins B-Finale. Maxi Scott wurde im C1 U18 am Sonntag nach einem Protest ebenfalls ins B-Finale zurückgestuft. In der Klasse K1m U18 erreichte Maxi Scott Platz 21, Jonathan Arnu Platz 25 und Paul Albert Rang 47. Nun richtet sich der Blick auf das Finale in Metz, wo die Athleten des Kajak-Clubs Rosenheim auf mehr Glück und bessere Platzierungen hoffen.re