Fotofinish zu WM-Silber

von Redaktion

Kolbermoorer bei BMX-Weltmeisterschaft in Dänemark

Kopenhagen – Fünf Fahrer des BMX-Teams Kolbermoor haben an der BMX-Weltmeisterschaft im dänischen Kopenhagen teilgenommen. Eine Teilnahme, die ihnen nicht geschenkt wurde – alle Athleten mussten sich zuvor über nationale und internationale Wettkämpfe qualifizieren.

Bereits am ersten Renntag gingen Marcel Sieger und Erich Grabichler in der Cruiser-Klasse der Altersgruppe 45-49 Jahre an den Start. Wer auf diesem Niveau mithalten möchte, kommt an jahrelangem, konsequentem Training nicht vorbei. Die komplexe Technik, mit maximaler Geschwindigkeit über die anspruchsvollen Hügel einer BMX-Bahn zu fahren, wird über viele Jahre hinweg perfektioniert – und im Rennen intuitiv abgerufen. Ergänzt wird das Bahntraining durch Kraft-, Ausdauer- und Koordinationseinheiten. Besonders in den Cruiser-Klassen gehört das BMX-Team Kolbermoor seit Jahren zur nationalen Spitze – zahlreiche deutsche Meistertitel, starke Ergebnisse bei Europacup-Rennen und Finalteilnahmen bei Weltmeisterschaften sprechen für sich.

Marcel Sieger zeigte eine starke Leistung und erreichte das Viertelfinale – am Ende wurde es der 31. Platz in einem international hochkarätigen Teilnehmerfeld. Erich Grabichler hatte sich über Jahre akribisch auf dieses Event vorbereitet. Bereits zum zweiten Mal in Folge ist er Gesamtsieger des Europacups in seiner Klasse – ein Titel, den er sich auf Rennen in ganz Europa erkämpft hat. Allein die Teilnahme an diesen Wettbewerben erfordert ein jährliches Budget von rund 20000 Euro. Nachdem er bei der letzten WM vom Pech verfolgt war, lief in Kopenhagen alles nach Plan. Mit souveränen Vor- und Zwischenläufen kämpfte sich Grabichler bis ins Finale – eine Leistung, die ihm bereits 2015 mit einem sechsten Platz gelungen war. Schon am Start war der unbedingte Wille zu spüren: Als Dritter fuhr er in die erste Kurve, setzte sich in der letzten Kurve clever in Position und sprintete im packenden Fotofinish zur Vizeweltmeisterschaft – Gänsehaut-Moment und ein riesiger Erfolg für das Kolbermoorer BMX Team.

Während frühere Erfolge oft auch aus dem Nachwuchsbereich kamen, fehlen heute den jungen Kolbermoorer Talenten die notwendigen Trainingsbedingungen, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Moderne BMX-Strecken sind schneller, erfordern höhere Kurvengeschwindigkeiten und technisch anspruchsvolleres Fahren. Seit Langem setzt sich die Abteilung für einen Neubau der Heimbahn ein – vielleicht gibt es hierzu bald positive Neuigkeiten.

Am letzten Wettkampftag der Challenge-Weltmeisterschaft stiegen auch die jüngeren Kolbermoorer Fahrer ins Geschehen ein – und der frisch gekürte Vizeweltmeister Grabichler startete erneut, diesmal auf dem kleineren 20-Zoll-Rad. Besonders stark besetzt war das Feld bei den Boys 16. Moritz Sieger zeigte einen kämpferischen Auftritt, verpasste aber mit drei fünften Plätzen knapp den Einzug in die nächste Runde. Etwas besser lief es für Luca Gessner, der es ins Sechzehntelfinale schaffte, dort jedoch als Achter ausschied. In der Klasse Men 17-24 konnte sich Viktor Petrovic trotz guter Ansätze nicht durchsetzen und schied mit drei sechsten Plätzen in den Vorläufen aus. Für die jungen Fahrer war die WM dennoch eine wertvolle Erfahrung – und Motivation für kommende Herausforderungen.

Auch Erich Grabichler bekam zu spüren, dass bei einer Weltmeisterschaft jedes Detail stimmen muss: In der Klasse Men 35+ reichte ein schwächerer Start nur für Rang sieben im Achtelfinale – am Ende bedeutete das den 33. Platz.

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