Freilassing – Wenn die Parkplatzwiese vor dem Max Aicher-Stadion 45 Minuten vor Anpfiff nahezu ausgebucht ist, dann ist Derby-Zeit: Landesliga Südost, ESV Freilassing gegen den SB Chiemgau Traunstein – mehr geht zumindest im Berchtesgadener Land fußballtechnisch nicht. Die Hausherren gingen mit 3:0 als Sieger vom Feld.
Die Partie der Eisenbahner gegen die Kreisstädter dampfte sofort volle Kraft voraus, inklusive knüppelharter Entscheidung gegen die Gäste: Mihael Paranos hatte den so gut wie durchgebrochenen Max Streibl zweifelsfrei regelwidrig gestoppt, Referee Michael Krug zückte sofort Rot (4.). Doch zahlreiche weitere SBC-Akteure hatten sich auf der gleichen Linie befunden, hätten also noch eingreifen können. Verständlich also, dass Traunstein mit diesem Ausschluss haderte.
Die Szene brachte Intensivität und Brisanz in den Lokalhit, der nun gut 20 Minuten alles beinhaltete, was ein Fußballspiel haben kann – nur keine Tore. Die Nicklichkeiten häuften sich, bei fast jeder Aktion wurde nun auf und neben dem Feld reklamiert und gestikuliert. Freilassing behielt den etwas kühleren Kopf, doch Maxi Streibl ließ sich, nachdem er provoziert worden war, zu einer Tätlichkeit gegen einen am Boden liegenden Traunsteiner hinreißen – ebenfalls Rot (23.).
Besonders motiviert: Mark Kremer, von Traunstein in die Grenzstadt gewechselt. Er sah Gelb – eine von insgesamt drei Verwarnungen für sein Team vor der 30-Minuten-Marke. Den ersten Gäste-Torschuss brachte übrigens Lennard Schweder an. Noch vor der Pause verletzte sich Jakob Trebesius an der Leiste, der Reichenhaller Arber Tafilaj wurde spontan ohne Aufwärmprogramm ins Spiel geworfen (41.). Als sich dann die ersten der rund 750 Zuschauer zum Getränkestand aufmachten, fiel doch noch das Tor: Daniel Aschauer stand goldrichtig und köpfte ein.
Der Treffer verlieh den Platzherren zum Seitenwechsel sichtlich mehr Spielruhe. Nach einem Fehlpass der Gäste schaltete Freilassing blitzschnell um, über Tim Bageritz kam die Kugel zu Kremer, der sofort von der linken Seite in den entlegenen Winkel abzog – Traumtor, 2:0 (59.). Dem dritten Treffer ging erneut ein Distanz-Einwurf von Schlosser voraus, mittig flog Aschauer heran und köpfte sehenswert ins Kreuzeck. Die Schlussphase musste Freilassing zu neunt fertigspielen, weil sich Joker Markus Prechtl nach wenigen Einsatzminuten am rechten Knöchel verletzte, Coach Albert Deiter aber schon fünfmal gewechselt hatte.
SB Chiemgau Traunstein: Schönberger, Patrick Dreßl, Hosp (46. Kranzfelder), Discetti (66. Tersteegen), Vokri, Pelypenko (66. Höllen), Schweder (84. Hufnagl), Kraus, Alexander Dreßl, Trebesius (41. Tafilaj), Paranos.
Schiedsrichter: Krug (FC Perlach).
Zuschauer: 700.
Tore: 1:0 Aschauer (45. + 2), 2:0 Kremer (59.), 3:0 Aschauer (72.).
Besonderheiten: Rote Karten gegen Traunsteins Paranos wegen einer Notbremse (6.) und gegen Freilassings Streibl wegen einer Tätlichkeit (23.).bih