Murnau – Mit einem 1:1-Unentschieden ist das Verfolgerduell in der Fußball-Landesliga Südost zwischen dem TSV Murnau und dem TSV 1860 Rosenheim zu Ende gegangen. Eingedenk des gesamten Spielverlaufs war die Punkteteilung für die Gäste das Höchste der Gefühle. Reduziert auf die dramatischen Schlussminuten ist aber auch Wehklagen angebracht. „Das Ergebnis geht in Ordnung, aber richtig zufrieden war hinterher keiner“, urteilt Wolfgang Schellenberg.
Die „Drachen“ hätten die Partie in der regulären Spielzeit entscheiden können. „Insgesamt waren wir das Team mit den klareren Chancen“, stellt Murnaus Coach Martin Wagner fest. Doch benötigten die Kicker vom Staffelsee einen Lucky Punch, um letztlich wenigstens einen Teilerfolg verbuchen zu können. Die Rosenheimer hätten sich ihrerseits über die zweite Saisonniederlage nicht beschweren dürfen. Der späte Führungstreffer aber veränderte Erwartungshaltung und Gefühlslage unisono.
Was war passiert? Rosenheim ging in einer Partie, die Wagners Beobachtungen zufolge „7:2 Chancen“ zugunsten seiner Murnauer auswies, nach 88 Spielminuten in Führung. Liam Markulin traf nach Zusammenspiel mit Lucas Gratt in die lange Ecke zum 1:0. Zuvor hatte sich Eren Emirgan gegen zwei Murnauer auf dem linken Flügel durchgesetzt. Zum Verhängnis wurde den Gästen die sechsminütige Nachspielzeit – und da speziell die letzte Aktion des Spiels. Bastian Adelwart schickte einen Freistoß-Flugball in den Strafraum, der vom Oberkörper Benedikt Multerers bei Defensivmann Christoph Greinwald landete. Der vollstreckte vom Fünfer zum Endstand. Wagner erkannte darin ein „typisches Tor für diese Spielzeit“. Gewühl, Adrenalin, Aktionismus – Brechstange eben.
Für Schellenberg passte das Ergebnis unterm Strich, hatte seine Elf doch lediglich in der Anfangsphase leichte Vorteile. Da parierte Murnaus Schlussmann Fabio Grund einen Schuss von Steven Khong-In, wohingegen Michael Summerer den Kasten mit seinem Versuch knapp verfehlte. Danach sah Schellenberg „deutlich verbesserte“ Gastgeber. „Sie haben uns im Griff gehabt“, räumt er ein. Im zweiten Abschnitt war die Wagner-Elf sogar „klar am Drücker“, mit zwei oder drei richtig dicken Möglichkeiten. Aber auch dem Pech, dass ein Abseitstor vom Spielleiter nicht anerkannt wurde, zudem ein Treffer Multerers wegen angeblichen Aufstützens als ungültig befunden wurde. Mit dem Abseits hätte Wagner nach Studium der Bewegtbilder noch einhergehen können, ein Vergehen Multerers konnte er jedoch beim besten Willen nicht erkennen.
Dass den Rosenheimern weiterhin einige Verletzte und Urlauber fehlen, bestätigte Schellenberg zwar am Rande. Als Einwand für die nicht ganz optimale Leistung wollte er die Personallage gleichwohl nicht heranziehen. „Es waren nur Leute dabei, die Stammspieler sein wollen.“
TSV 1860 Rosenheim: Stein, Khong-In (49. Salkic), Grundner, Fabien Ngounou Djayo, Ünal, Tutic (77. Jesse), Gratt, Summerer, Liam Marlukin, Emirgan, Elgathous (60. Muhameti).
Schiedsrichter: Hanser (TSV Buching).
Zuschauer: 502.
Tore: 0:1 Liam Markulin (89.), 1:1 Greinwald (90. + 6).rab