Aschau im Chiemgau – Ein Traumtor aus fast 50 Metern hat Fußballer Vinzenz Reiter vom WSV Aschau den Titel „Bayern-Treffer des Monats“ im Juli beschert. Im Freundschaftsspiel gegen den TuS Engelsberg landete der 24-Jährige einen echten Geniestreich.
Nach einem hohen Ball des Gegners in die eigene Hälfte fing Reiter das Spielgerät ab und zog direkt von knapp vor der Mittellinie in Richtung gegnerisches Tor ab – mit Erfolg. „Ich habe mir in dem Moment einfach gedacht, dass der Ball vielleicht ins Tor gehen könnte“, erzählt er. Die Reaktionen auf dem Platz fielen entsprechend euphorisch aus. „Auf dem Feld kamen meine Mitspieler auf mich zu und riefen: ‚Geiles Tor Vinzei!‘“, berichtet Reiter. Auch das Trainerteam und die Auswechselspieler konnten ihre Freude kaum verbergen, sodass die gesamte Mannschaft gemeinsam jubelte.
Trotz seines Treffers trainiert Reiter solche Schüsse nicht regelmäßig – zumindest nicht aus dieser Entfernung. „Ja, ich übe diese Schüsse schon, aber nicht von so weit weg“, erklärt er. Dass ihm ein Tor aus dieser Distanz gelingt, war für ihn eine Premiere: „Bisher ist mir das noch nicht gelungen.“ Von der Nominierung für den „Bayern-Treffer des Monats“ erfuhr der Mittelfeldspieler recht simpel. „Es kam auf einmal ein Anruf vom Bayerischen Fußball-Verband“, erinnert er sich. Die Auszeichnung bedeutet ihm viel, gerade, weil Amateurfußball nicht immer im Rampenlicht steht. „Mir persönlich bedeutet es viel, dass solche Tore auch im Amateurfußball geschätzt und geehrt werden.“
In den letzten Monaten sind immer wieder spektakuläre Treffer aus der Distanz zu sehen – ein Trend, den Reiter auf eine interessante Entwicklung zurückführt. „Viele Mannschaften im Amateurbereich filmen ihre Spiele inzwischen mit Analysekameras. Dadurch werden solche besonderen Weitschusstore viel öfter entdeckt und verbreitet“, erklärt er.
Mit seinem Treffer tritt Reiter in große Fußstapfen: In der vergangenen Saison holte Christoph Dinkelbach vom SV Kirchanschöring mit einem ähnlich sehenswerten Treffer sogar den „Bayern-Treffer der Saison“. Nun reiht sich Reiter in die Liste der Preisträger ein – und hat mit seinem Kunstschuss nicht nur den WSV Aschau, sondern den gesamten Amateurfußball in Bayern ins Gespräch gebracht.tb