Abenteuer in Indien

von Redaktion

Katharina Bauer nimmt an neuer Bogensport-Liga teil

Raubling – Die Bogensport-Welt blickt nach Indien: Mit dem Start der Archery Premier League (APL) hat die Archery Association of India (AAI) die weltweit erste franchisebasierte Profiliga für das Bogenschießen ins Leben gerufen – ein Meilenstein in der langen Geschichte des Sports. Unter den Teilnehmern ist auch die Raublingerin Katharina Bauer.

„Ich fühle mich geehrt, bin aber total angespannt. Es ist eine neue Erfahrung für mich, weil ich alleine und ohne Trainer nach Indien fliege“, erklärt die 30-Jährige im Gespräch mit der OVB-Sportredaktion. Bauer ist eine von nur zwölf internationalen Top-Bogenschützen, die zur Premierensaison, die vom 2. bis 12. Oktober 2025 im Yamuna Sports Complex in Neu-Delhi stattfindet, eingeladen wurden. Die Raublingerin ist dabei Teil der Franchise „Chero Archers“, zu der auch der dänische Compound-Europameister Mathias Fullerton gehört. Sechs Teams gibt es, jedes besteht aus zwei internationalen und sechs indischen Schützen. Darunter sind bekannte Namen wie Deepika Kumari, Jyothi Surekha Vennam, Brady Ellison, Mike Schloesser und Ella Gibson. Die indische Seite wird durch Top-Talente wie Dhiraj Bommadevara und Abhishek Verma ergänzt.

Die Liga umfasst Mixed-Team-Duelle sowohl im Recurve- als auch im Compound-Bereich. Jede Franchise tritt zweimal gegeneinander an, gefolgt von K.o.-Spielen (Halbfinale und Finale). Die APL bricht dabei auch mit traditionellen Formaten, um ein spannendes und dynamisches Wettkampferlebnis zu schaffen. Durch die Einführung von Mixed-Team-Wettbewerben sowie einer auf 15 Sekunden verkürzten Schießzeit – statt der üblichen 20 Sekunden – garantiert die APL ein rasantes und hochintensives Turnier.

Den indischen Bogenschützen wird dabei die Möglichkeit gegeben, unter hohem Druck gegen internationale Top-Stars anzutreten. Ziel ist es, langfristig die Olympia-Ambitionen Indiens zu unterstützen. Bauer kann sich dieses Konzept auch in Deutschland vorstellen: „Ich finde das Konzept, zwei Wochen lang mit den besten Schützen der Welt zu trainieren und gegeneinander anzutreten, gut. Vor allem der Nachwuchs kann davon profitieren – da sieht man gleich, wo der Hase langläuft.“

Ob die APL auch international Fuß fassen wird, bleibt abzuwarten. Die Raublingerin selbst schätzt die Lage realistisch ein: „In Indien ist das Turnier ein großes Ding, international wird es aber noch bedeckt gehalten“, so Bauer. Für sie persönlich steht aktuell jedoch nur die sportliche Herausforderung im Vordergrund, denn: „Die Crème de la Crème wird dort antreten – und ich bin dabei.“

Artikel 1 von 11