Beckum – Kay Strohmeyer aus Kiefersfelden hat das Unmögliche wahr gemacht. Mit gerade einmal 18 Jahren hat er die Kombinationswertung der Wasserski-Europameisterschaft in Beckum bei Dortmund gewonnen. Im Slalom holte er Silber. Ebenfalls mit Silber im Gepäck trat Jana Meier die Heimreise an. Zusammen mit ihren Teamgefährten gewannen die beiden Ausnahmeathleten zudem Gold in der Mannschaftswertung.
Jana Meier reiste als Mitfavoritin im Slalom an. Bereits im Training konnte sie sich sehr gut auf die technisch schwierige Anlage in Beckum einfahren. Ihre Trainingsergebnisse ließen auf auf einen Podiumsplatz hoffen. Im Vorlauf zeigte sie zwei gute Fahrten mit der 14- und 13-Meter-Leine. An der Zwölf-Meter-Leine konnte sie dann eine technische Unsauberkeit nicht mehr ausbessern und sie stürzte an der dritten Boje. Trotzdem reichte es hinter der Israelin Elizaveta Dobjevitch zum zweiten Platz und einer optimalen Ausgangsposition für das Finale. Dort kämpften sich dann sieben Läuferinnen bis zur 13-Meter-Leine vor. Während die Vorlaufsiegerin ausschied, kämpfte sich Meier mit ein paar kleinen Fehlern durch den Lauf. Beim Start der Zwölf-Meter-Leine war klar, dass sie einen Podiumsplatz sicher hatte. Phoenix Baumgardt startete direkt vor Meier und durchfuhr die Leine fehlerfrei. Meier dagegen machte die gleichen kleinen Fehler wie zuvor und stürzte. Somit siegte Baumgardt vor der Oberaudorferin Meier und Alena Parkhomenka aus Weißrussland.
Kay Strohmeyer startete als 18-Jähriger in der offenen Klasse und zeigte gleich im Vorlauf Trick mit 6250 Punkten und dem vierten Platz, dass er in dieser Disziplin auch mitreden möchte. Ins Slalomfinale zog Strohmeyer als Drittplatzierter ein. Lediglich im Springen reichte es nicht für das Finale, was das Endergebnis in der Kombination besonders spannend machte. Seine Mitkonkurrenten um die Krone der Kombinierer – Ilya Labkovich aus Weißrussland, Jakub Siedlarski aus Polen und Tobias Zambory aus der Slowakei – fuhren gute Ergebnisse und waren Strohmeyer direkt auf den Fersen.
Der Kiefersfeldener durfte sich am Finaltag also keinen Ausrutscher leisten. Strohmeyer riskierte im Trickski alles: „ Ich habe mein Trickprogramm im Vergleich zum Vorlauf nochmals geändert. Eine etwas leichtere Figur habe ich durch einen weiteren Salto mit Schraube ergänzt. Das Risiko hat sich gelohnt“, so Strohmeyer. Mit 6990 Punkte wurde er nicht nur Vierter in dieser Disziplin, sondern sammelte auch noch wertvolle Punkte für die Kombination.
Der Slalomauftritt des 18-Jährigen war dann die Krönung seiner Leistung. Extrem souverän zog er seinen Leinen durch. An der 10,75 Meter kurzen Leine waren dann noch vier Läufer am Start. Während Zambory vor ihm an der zweiten Boje stürzte, machte sich Strohmeyer bei seinem Lauf extrem lang und konnte die dritte Boje noch umrunden. Nachdem Yam Lev ebenfalls an der zweiten Boje stürzte und der amtierende Weltrekordhalter Aviv Levy aus Israel die Leine komplett durchfuhr, war klar, dass der Kiefersfeldener mit Silber und weiteren Pluspunkten in der Kombination belohnt wurde.
Vor dem finalen Springen war klar, dass nur noch Ilya Labkovich Strohmeyer die Goldmedaille entreißen könnte. Strohmeyer, der durch den neunten Platz im Vorlauf das Finale verpasste, war zum Zuschauen verbannt. „Labkovich musste über 52 Meter springen, um in der Kombination vor mir zu sein. Ich saß an Land und konnte nur zusehen. Das war viel aufregender als selbst zu fahren“, meinte Strohmeyer. Labkovich steigerte sich im Finale Sprung um Sprung, landete aber seinen letzten Sprung bei 49,40 Metern. Der Jubel im deutschen Lager war riesengroß: Kay Strohmeyer wurde nach Thomas Bauer 1995 und 1998 der zweite Kiefersfeldener Europameister in der Kombination.
Seine Leistungen sowie das Slalomergebnis von Jana Meier halfen dem deutschen Team, die Goldmedaille in der Mannschaftswertung vor Polen und der Slowakei zu gewinnen.
„Eine tolle Saison! Wir wurden mit drei Medaillen bei diesen Europameisterschaften belohnt“, so Dominick Jedlitschka, Zweiter Vorstand des WSC Kiefersfelden Rosenheim.