Roudnice nad Labem – Mit dem letzten großen Saisonhöhepunkt haben sich die Slalomkanuten des Kajak Klubs Rosenheim (KKR) Anfang Oktober in die Winterpause verabschiedet. Bei der deutschen Meisterschaft im tschechischen Roudnice nad Labem zeigte das Team aus Oberbayern auf der anspruchsvollen Wildwasserstrecke an der Elbe starke Leistungen und bewies eindrucksvoll seine technische Klasse.
Die Entscheidung, die nationalen Titelkämpfe in Tschechien auszutragen, mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, hat aber gute Gründe: Der künstliche Wildwasserkanal in Roudnice zählt zu den modernsten Anlagen in Mitteleuropa und bietet Bedingungen, die in Deutschland kaum in dieser Qualität verfügbar sind. Seine renntaugliche Wasserführung und die hervorragende Infrastruktur machten ihn zum idealen Austragungsort für die gemeinsame Deutsche Meisterschaft der Jugend, Junioren und Leistungsklasse mit insgesamt knapp 300 Athletinnen und Athleten aus 44 Vereinen. Der späte Termin Anfang Oktober brachte allerdings ungewohnte Herausforderungen mit sich. Die Rosenheimer Sportler mussten sich an morgendlichen Bodenfrost, kalte Finger und eisige Luft gewöhnen – ein echter Härtetest, zumal die Strecke mit 23 Toren technisch sehr anspruchsvoll gehängt war. Präzision, Taktik und Bootsgefühl waren entscheidend, um die engen Kombinationen sauber zu meistern.
Diese Aufgabe lösten insbesondere Marian Arnu, Jonathan Arnu und Maxi Scott mit Bravour. Alle drei Sportler erreichten sowohl im Kajak- als auch im Canadier-Einer die Finalrennen. Eine beachtliche Leistung, denn in der Altersklasse U18 gelang das insgesamt nur zwei Sportlern. Marian Arnu belegte im Canadier-Einer der U18 den fünften Platz mit einer Zeit von 115,81 Sekunden. Auch im Kajak zeigte der Nachwuchssportler eine starke Vorstellung und beendete sein Finale auf dem sechsten Rang. In der U16-Klasse paddelten Jonathan Arnu und Maxi Scott jeweils souverän durch die Qualifikations- und Halbfinalläufe. Im Finale erreichte Arnu im Kajak-Einer den siebten Platz mit einer Zeit von 108,69 Sekunden, während Scott mit 105,94 Sekunden auf Rang sechs landete. Im Canadier-Einer fuhr Scott zudem auf Platz acht (121,87 Sekunden), Arnu belegte hier den zwölften Platz (235,55 Sekunden). Die Leistungen sind insofern herauszuheben, weil alle drei Sportler noch zu den jüngeren Jahrgängen zählen.
Auch die weiteren Rosenheimer Starter zeigten solide Leistungen. Paul Albert belegte im Kajak-Einer der U16 in der Qualifikation den 44. Platz (151,65 Sekunden, inklusive zehn Strafsekunden), dicht gefolgt von Adrian Sommer auf Rang 46 (155,83 Sekunden, sechs Strafsekunden). Für beide war es der erste Start bei einer deutschen Meisterschaft dieser Größenordnung – und eine wertvolle Erfahrung auf nationaler Bühne. Luis Betz trat als Forerunner an und ergänzte die zweite Kajakmannschaft.
Ein besonderer Höhepunkt war das Mannschaftsrennen. Für das Trio Marian Arnu, Jonathan Arnu und Maxi Scott war zweimal die Bronzemedaille zum Greifen nahe. In der Kajak-Mannschaft U18 verpasste das Team KKR1 mit einer Zeit von 124,93 Sekunden und null Strafsekunden die Medaillenränge nur um eine Sekunde – am Ende stand ein vierter Platz. Im Teamrennen der Canadier-Einer waren die drei Sportler in derselben Zusammenstellung ebenfalls vom Pech verfolgt. Das voraus gestartete Team hatte so viele Torstabberührungen, dass es dem KKR-Trio kaum möglich war, zwischen den schwingenden Torstäben den Kurs ohne Strafsekunden zu beenden. So sammelten sie bis zum Ziel sechs Torberührungen mit insgesamt zwölf Strafsekunden. Trotzdem hätte es noch für eine Medaille reichen können, doch in den letzten Toren überholte das Rosenheimer Trio die Mannschaft vor ihnen, wurde dabei aber von einem Paddler der anderen Mannschaft leicht gestört, was zu einem erheblichen Zeitverlust führte. Ein Einspruch gegen das Rennen und ein möglicher Nachstart wurde vom Hauptschiedsrichter abgelehnt. Am Ende blieb es erneut beim vierten Rang. Auch das zweite Rosenheimer Team, KKR 2 mit Paul Albert, Adrian Sommer und Luis Betz, zeigte im Kajak-Mannschaftsrennen der U16 großen Einsatz und belegte den 16. Platz mit einer Gesamtzeit von 180,95 Sekunden und 18 Strafsekunden.re