„Das wird für mich das Event des Jahres“

von Redaktion

INTERVIEW Dr. Michael Fuchs will mit Kolbermoors TT-Damen in die Play-off-Runde

Kolbermoor – Der SV DJK Kolbermoor hat seine Mannschaft in der Tischtennis-Bundesliga der Damen mächtig aufgerüstet. Was Trainer und Abteilungsleiter Dr. Michael Fuchs von den Neuzugängen und der kommenden Saison erwartet, erzählt er der OVB-Sportredaktion.

Für die neue Saison haben Sie sich deutlich verstärkt. Ist nun an jedem Spieltag eine andere Mannschaft zu sehen?

Wir haben grundsätzlich eine Stammmannschaft, die bei allen Spielen vor Ort sein soll. Allerdings wird die Spielerin für die Nicht-EU-Position häufiger durchwechseln, auch wenn wir eigentlich wollen, dass alle mindestens drei Spiele in einer Halbserie machen sollen, damit sie für die Playoffs spielberechtigt wären.

Wann begann die Suche nach Neuverpflichtungen und wie kommen mit Yunji Lee und Yu-Chiao Huang zwei Spielerinnen aus Asien nach Kolbermoor?

Der Kontakt kam über Thomas Wetzel vom TT-Center Bad Aibling zustande. Er hat gute Kontakte in den asiatischen Raum und hat uns die Spielerinnen vermittelt. Die Suche begann schon Anfang des Jahres 2025, wurde aber dann gegen April, Mai konkreter.

Sie haben auch die erst 16-jährige Lisa Wang unter Vertrag genommen. Wie kam es dazu?

Ich wollte Lisa als junges, deutsches Talent sehr gerne nach Kolbermoor holen und konnte über Kristin Lang den Kontakt zu Lisas Eltern herstellen. Lisas Mutter Yin Na hat früher selbst in der Bundesliga gespielt und Kristin Lang hatte noch den Kontakt zu ihr. Lustigerweise hat die Mutter mich aber direkt an den Vater von Lisa, Zhi Wang (Anm.: Trainer vom 1. FC Saarbrücken), verwiesen. Er ist derjenige, mit dem wir dann zusammen alles geklärt haben.

Welche Erwartungen haben Sie an Lisa Wang?

Lisa ist jung, gerade 16 Jahre alt geworden. Sie wird sich sicher erst mal an das höhere Niveau gewöhnen müssen. Aber wir hoffen schon, dass sie das ein oder andere Spiel gewinnen kann. Als Abwehrspielerin ist es auch davon abhängig, wie ihre Gegnerinnen mit ihrem Spielsystem zurechtkommen.

Die Trainer und Manager sprechen heuer von der Ausgeglichenheit der Liga. Wie sehen Sie das?

Berlin ist mit Natalia Bajor noch einmal stärker geworden und Mia Griesel hat sich auch sehr gut entwickelt. Weinheim bleibt trotz Transfers ähnlich stark. Für mich sind Berlin und Weinheim die Favoriten auf die Meisterschaft.

Ab dieser Saison bestreiten lediglich die Teams der Plätze eins bis vier die Play-off-Spiele. Ist das neue System besser?

Es war eine notwendige Änderung. Bei leider nur sieben Mannschaften in der Liga, in welcher niemand absteigt und sich bisher sechs Teams für die Playoffs qualifiziert haben, war das bisherige System nach außen schwer zu kommunizieren. Man musste praktisch nur nicht Letzter werden und konnte immer noch deutscher Meister werden. Mit der Neuerung wurde die normale Saison aufgewertet.

Wo würden Sie Ihr Team nach der Meisterrunde in etwa einordnen?

Wir wollen die Playoffs erreichen und ein gutes Pokal-Turnier spielen. Wir haben viel Potenzial und können für alle Teams gefährlich sein, aber es gibt mit den Neuverpflichtungen noch einige Variablen, die schwer abzuschätzen sind.

Auch heuer gibt es wieder ein Duell gegen den TSV Dachau. Freuen Sie sich besonders darauf?

Ich freue mich eigentlich auf jedes Spiel gleich. Für mich ist es eines von sechs Spielen und der Vorteil liegt eher in der Organisation und Logistik. Gegen Dachau ist es meistens etwas weniger Aufwand.

Gibt es noch ein Spiel, das Sie herausstellen würden?

Eigentlich nicht. Durch das neue Playoff-System sollte man einfach kein Spiel besonders herausstellen oder andersrum auch nicht besonders vernachlässigen. Es gibt jetzt auch keine neue gegnerische Spielerin, auf die ich mich besonders freuen würde. Besonders freue ich mich auf die Pokalmeisterschaften im Januar 2026, da diese erstmalig bei uns in Kolbermoor ausgetragen werden. Das wird für mich das Event des Jahres!Gerhard Erlich

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