Er führt die Liga in der Plus-Minus-Statistik an: Scott Feser. Foto Ludwig Schirmer
Rosenheim – Die Saison in der DEL2 ist aktuell unterbrochen. Während die deutsche Nationalmannschaft um den Sieg beim Deutschland-Cup kämpft, haben die Eishockeyspieler der Starbulls Rosenheim eine Woche frei. Damit bleibt Zeit, die Spieler mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Wer dominiert die Scorerliste? Welcher Neuzugang ist ein Effizienz-Monster vor dem Tor? Und wer führt die gesamte Liga in einer elementaren Defensivstatistik an? Gleichzeitig zeigen die Daten, wo noch Luft nach oben ist: Bei wem stimmt der Bully-Wert, aber die Torproduktion lässt zu wünschen übrig? Und welcher Spieler hat die meisten Strafminuten gesammelt?
Die Topscorer: Ville Järveläinen führt die Starbulls an! 15 Punkte hat der Deutsch-Finne in 14 Spielen erzielt. Damit liegt er als einziger Rosenheimer über der „Ein-Punkt-pro-Spiel“-Marke. Dahinter folgen mit Scott Feser (12 Punkte), Luigi Calce (11) und Jordan Taupert (10) drei Neuzugänge. Erst auf dem fünften Platz folgt mit C.J. Stretch der erste Kontingentspieler (9). Direkt dahinter folgt der zweite – und gleichzeitig auch die ersten zwei Verteidiger, Joel Keussen und Shane Hanna, stehen aktuell beide bei neun Zählern. Charlie Sarault hat bisher erst sechs Vorlagen beigesteuert, auch Lukas Laub spielt mit einem Tor und fünf Vorlagen unter seinen Möglichkeiten. Mit Jannick Stein, Dominik Kolb und Michael Musin haben erst drei Feldspieler mit Einsatzminuten noch keinen Scorerpunkt eingefahren.
Die Scharfschützen: Järveläinen hat bisher die meisten Treffer erzielt, ein Kollege ist aber noch effektiver: Jordan Taupert. Der Deutsch-Kanadier steht bei einer Effizienz von 21,88 Prozent – und trifft somit jeden fünften Versuch. Allerdings: Järveläinen hat mit 58 Schüssen die mit Abstand meisten Schüsse des Teams. 14 Abschlüsse weniger weist der Spieler mit den zweitmeisten Schüssen, Lewis Zerter-Gossage, auf, er traf aber auch nur viermal. Sieben Spieler weisen eine Effizienz von null Prozent auf, wobei hier Sarault heraussticht. Der Kanadier hat bereits 20 Schüsse abgefeuert – und traf davon keinen einzigen.
Die Plus-Minus-Giganten: In dieser Statistik sind die Starbulls überragend. Feser führt hier mit +14 nicht nur sein Team, sondern auch die ganze Liga an. Mit Järveläinen (+12), Hanna (+12) und Taupert (+10) sind drei weitere Spieler zweistellig. Im negativen Bereich sind aktuell nur fünf Spieler, wobei Neuzugang Teemu Pulkkinen (-1) erst zwei Spiele absolviert hat. Auffällig ist hier Joel Keussen, der bei (-2) steht. Dahinter folgen noch Stein (-2), Johannes Achatz (-3) und Kolb (-6).
Die Bully-Spezialisten: Während es sonst bei ihm noch nicht rund läuft, hat Sarault hier die Nase vorn. 58,39 Prozent seiner Anspiele gewinnt der Kontingentspieler. Damit steht er klar vor C.J. Stretch, der „nur“ 56,99 Prozent aller Bullys gewinnt. Mit Zerter-Gossage (52,32 %) steht noch ein weiterer Spieler bei über 50 Prozent. Etwas Nachholbedarf haben hier drei andere Spieler: Calce (46,34 %), Feser (43,06 %) und Kolb (35 %) stehen jeweils deutlich unter 50 Prozent – diese Marke strebt man als Spieler an. Berücksichtigt werden hier nur Spieler mit mehr als zehn Anspielen – sonst würde Taupert die Statistik mit einem gewonnenen Bully bei einem Versuch anführen.
Die Dauerläufer: Shane Hanna war bereits in den letzten Jahren der Dauerbrenner der Starbulls, diesen Titel verteidigt der Kanadier bisher auch in dieser Saison. Allerdings spult Hanna „nur“ 21:51 Minuten pro Spiel ab, da hatte er in der letzten Saison noch deutlich mehr. Feser kommt mit 21:10 Minuten fast noch an Hanna ran, Zerter-Gossage komplettiert mit 20:57 Minuten das Treppchen. Es gibt aber einen Spieler, der noch längere Wechsel fährt. Wenn Teemu Pulkkinen einmal auf dem Eis steht, bleibt er dort im Schnitt auch 57 Sekunden. Damit steht er neun Sekunden vor Hanna. Die kürzesten Wechsel fährt Dominik Kolb, er bleibt im Schnitt nur 38 Sekunden auf dem Eis.
Die bösen Buben: Als Kapitän sollte man mit gutem Beispiel vorangehen. Das trifft in dieser Statistik allerdings nicht auf C.J. Stretch zu – im Gegenteil. Der Spielführer ist bisher der Strafbankkönig der Starbulls. Zehnmal musste Stretch bereits in die Kühlbox, Lukas Laub folgt mit sieben Strafzeiten. Nur vier Feldspieler sind bisher gänzlich ohne Strafe ausgekommen: Fabian Dietz, Lars Bosecker, Achatz und Stein. Eine große Strafe – fünf oder zehn Minuten – musste bisher noch kein Rosenheimer absitzen.
Die Mauern vor dem Tor: Was liebt jeder Torhüter mehr als eine Parade? Einen geblockten Schuss! Sieben Spieler der Starbulls haben bereits eine zweistellige Anzahl an Schüssen geblockt, darunter alle sechs Top-Verteidiger – und ein Stürmer. Joel Keussen hat mit 22 die Nase vorn, dahinter folgen Dominik Tiffels (20) und Maximilian Adam (17). Auf dem siebten Platz rangiert der erste Angreifer: Luigi Calce, der zehn Schüsse abgewehrt hat. Bis auf Stein und Pulkkinen hat bisher jeder Starbulls-Akteur mindestens einen Schuss geblockt.