Mit breiter Brust gegen den Derby-Frust

von Redaktion

Fussball Wasserburg hat eine Rechnung offen – 1860 beim Spitzenreiter – Mehrere Inn/Salzach-Duelle

Rosenheim/Mühldorf – Die Fußballfans aus der Region blicken an diesem Wochenende gespannt auf die Landesliga Südost. Dort stehen für die heimischen Vereine ein Derby und das Topspiel gegen den Tabellenführer an. Doch auch die Ligen darunter können mit interessanten Duellen aufwarten.

Landesliga Südost: Der Rückrundenauftakt ist sowohl dem SB Chiemgau Traunstein als auch dem TSV 1880 Wasserburg in der Vorwoche geglückt. Am Freitag um 19 Uhr wollen beide Teams im Jakob-Schaumaier-Sportpark nachlegen. Auf die Löwen warten ein Derby und drei Aufgaben, die allesamt mit der Vorrunde zu tun haben: Die Innstädter müssen innerhalb von 90 Minuten ihre Auswärtsbilanz aufpolieren, ein Derby spielen, wie man ein Derby spielt, und Revanche nehmen für das Hinspiel. „Wir haben das Hinspiel verloren, das weiß ich noch, genauso wie gegen Hallbergmoos. Ich vergesse das dann auch nicht“, betont Wasserburgs Trainer Florian Heller. Gegen Hallbergmoos haben die Innstädter vergangenen Freitag beim 3:1-Erfolg die Dinge wieder geradegerückt, nun soll auch gegen Traunstein die 0:2-Hinspielniederlage ausgemerzt werden.

Dies führt zum zweiten Auftrag, nämlich ein Derby richtig zu spielen. In Wasserburg enttäuschten die Löwen gegen Traunstein aufgrund ihrer Passivität maßlos, und auch in Rosenheim fehlte in der ersten Halbzeit alles, was man in einem Lokalduell benötigt: die gesunde Portion an Biss, Aggressivität und Leidenschaft. All das wollen die Löwen in Traunstein zeigen – und der gelungene Rückrundenstart hat ihnen Auftrieb gegeben: „Man hat im Training deutlich gemerkt, dass der Sieg gegen Hallbergmoos den Jungs sehr gutgetan hat. Wir hatten einen brutalen Fokus und sehr, sehr gute Einheiten. Wie es oft so ist, setzen Siege ein paar Extras frei, die man ansonsten schwer herbekommt“, so Heller. „Demzufolge gehen wir auch mit einer breiten Brust ins Derby. Für uns geht es darum, die Derbybilanz in die Waagrechte zu bringen, sprich das Spiel zu gewinnen. Dafür werden wir eine enorme Bereitschaft brauchen, eine extreme Energie und einen guten Teamspirit.“

Das Topspiel des Spieltags wird aber in Neuried ausgetragen. Dort muss der TSV 1860 Rosenheim am Freitag um 19.30 Uhr gegen die SpVgg Unterhaching II ran. Offiziell ist es das Duell des Tabellenführers gegen den Rangdritten. Auswärts läuft es bei den Sechzigern aber überhaupt nicht. Nur neun Punkte holte die Schellenberg-Elf bisher in der Ferne. Das ist auch der Grund, wieso zwischen beiden Teams neun Punkte liegen. Für Rosenheim könnte dieses Spiel gleich doppelt wichtig werden: einerseits, um den Rückstand auf den Tabellenführer nicht zu groß werden zu lassen, andererseits, um nicht in Gefahr zu laufen, wieder in das Tabellenmittelfeld abzurutschen. Zwischen 1860 und dem siebten Platz liegen nämlich nur drei Punkte.

Bezirksliga Ost: In der siebthöchsten Spielklasse stehen gleich zwei Inn/Salzach-Duelle an. Die Luft für den TSV Siegsdorf ist dünn, neun Punkte hat der Letzte erst auf dem Konto. Gegen den SV Aschau/Inn sollen am Samstag ab 13 Uhr die nächsten Zähler folgen. Die Vorzeichen sehen dabei für beide Teams eher mau aus: Siegsdorf ist die schwächste Heimmannschaft der Liga, Aschau die schwächste Auswärtsmannschaft.

Eine Stunde später empfängt der SB DJK Rosenheim den FC Töging. Auch hier geht es um wichtige Punkte im Abstiegskampf. Der SBR hat letzte Woche die Abstiegszone verlassen, ein weiterer Sieg könnte den Aufsteiger ins Tabellenmittelfeld katapultieren. Töging ist allerdings ausgeruht, das Heimspiel gegen Aschheim am vergangenen Wochenende wurde nämlich abgesagt.

Das gleiche Schicksal hatte auch der TSV Ampfing, dessen Partie in Ebersberg nicht ausgetragen wurde. Nun erwarten die Schweppermänner am Samstag um 15 Uhr den VfB Forstinning. Der Tabellenführer musste unter der Woche im Kreispokal antreten, möglicherweise ein kleiner Vorteil für Ampfing. Allerdings ist Forstinning noch ungeschlagen, die Favoritenrolle liegt also klar bei den Gästen.

Zeitgleich tritt der SV Bruckmühl beim TSV Peterskirchen an. Ein Sieg des SVB und man würde den Gegner tiefer in den Abstiegskampf ziehen.

Kreisligen: Die Kreisliga 1 ist vier Spieltage vor der Winterpause noch absolut offen. Spitzenreiter Grünthal, der am Sonntag um 14 Uhr beim TSV Emmering antreten muss, hat nur einen Punkt Vorsprung auf den TuS Raubling. Der Absteiger hat allerdings noch ein Spiel weniger absolviert – und die Herbstmeisterschaft somit selbst in der Hand. Dafür muss am Samstag um 14 Uhr gegen den SV Oberbergkirchen allerdings ein Heimsieg her. Das Topspiel der Runde steigt zeitgleich in Reichertsheim, wo die SG RRG den ASV Großholzhausen erwartet. Beide Teams stehen bei 21 Punkten und könnten mit einem Sieg bis auf einen Zähler an den aktuellen Spitzenreiter heranrücken. Den Spieltag eröffnen der TSV Neuötting und der TSV Buchbach II sowie der SV Mehring und der SV Ostermünchen jeweils am Freitag um 20 Uhr. Ein Heimspiel haben der TV Feldkirchen, der am Samstag um 14 Uhr den TSV Reischach empfängt, sowie der ASV Flintsbach, der am Samstag um 14.30 Uhr den SV Westerndorf zu Gast hat.

Wie eng die Kreisliga 2 im Tabellenmittelfeld ist, musste der SV Schloßberg-Stephanskirchen erleben. Vor zwei Spieltagen stand der SVS noch auf dem vierten Platz, zwei Niederlagen später belegt man nur noch den achten Rang. Diesen Trend will die Kurzinger-Elf am Samstag um 14 Uhr beim TSV Waging am See umkehren. Spitzenreiter Prien hat die Herbstmeisterschaft schon sicher und will sich am Samstag um 16 Uhr mit einem Sieg gegen den SV Oberteisendorf in die Winterpause verabschieden. Verfolger Seeon-Seebruck reist am Samstag um 14 Uhr zum SV Linde Tacherting. Zeitgleich muss auch der TSV Bad Endorf beim TSV Fridolfing ran. Der Absteiger aus dem Kurort hat sich zuletzt gefangen, viermal in Folge blieb Bad Endorf ohne Niederlage. Bereits um 13 Uhr möchte der SV Söchtenau-Krottenmühl mit einem Erfolg gegen den TuS Engelsberg Druck auf das Spitzenduo ausüben. Eröffnet wird der Spieltag heute, Freitag, um 19 Uhr mit dem Duell zwischen Anger und Teisendorf, beendet wird er am Sonntag um 12.30 Uhr in Weildorf, wo der SV Ruhpolding zu Gast ist – die vier Teams der Abstiegszone treffen am letzten Spieltag vor der Pause somit direkt aufeinander.obe

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