Rosenheim – Vor genau 40 Jahren hat Rainer Blum mit dem Sportbund Rosenheim seine erste deutsche Meisterschaft gefeiert. Für die Grün-Weißen war es bereits der zweite Titel, nachdem sie im Finale 1982 den Mannheimer ERC mit 4:0 an der Mangfall besiegt hatten – damals noch mit Blum im MERC-Trikot. 1989 folgte schließlich Blums zweite und für den Sportbund die dritte Meisterschaft. Heute ist der ehemalige Eishockeyspieler Betreiber der City-Golf-Anlage in Happing und Gast in der 80. Ausgabe von „Hart gecheckt“ – dem OVB-Podcast zu den Starbulls Rosenheim. Der 59-fache deutsche Nationalspieler spricht über…
…die aktuelle Starbulls-Mannschaft: „Es kam ja mit Teemu Pulkkinen ein super neuer Spieler dazu, der die Mannschaft ein bisschen pusht. Der Trainer hat auch ein gutes Händchen für die Aufstellung und es wird wichtig sein, dass die Mannschaft von Verletzungen verschont bleibt. Dann werden die Jungs noch für die ein oder andere Überraschung sorgen.“
…die Meisterschaft 1985: „Das war meine persönlich beste Saison, die ich gespielt habe. Das war die erste Meisterschaft, das war sehr emotional. Es war eine super Mannschaft, da hat jeder Spieler seine 100 Prozent gebracht. Das war eine tolle Zeit, die ich wirklich nie vergessen werde.“
…Torwart Vlado Dzurilla in Augsburg: „Er war seinerzeit der Über-Torwart. Ich hatte wirklich das Glück, mit einigen Top-Stars spielen zu dürfen, und das war natürlich auch ein Spieler, den ich nie vergessen werde. Normalerweise versucht man, einen Torwart auszuspielen – bei ihm war es umgekehrt: Er hat uns ausgespielt…“
…seine Zeit in Mannheim: „Das war für mich am Anfang eine große Umstellung. Da waren vielleicht vier oder fünf Deutsche in der Mannschaft. Der Rest bestand aus Import-Spielern. Es war ein cooles Team, die Jungs waren locker, aber es war eben eine andere Mentalität. Wir haben zwar immer um den Titel gespielt, sind aber nie Meister geworden.“
…was den Sportbund damals so stark gemacht hat: „Die große Stärke in Rosenheim war immer die Stabilität in der Defensive. Wenn man mal an einen Karl Friesen denkt, der jahrelang unser Tor gehütet hat. Und dann solche super Charaktere wie Wacki Kretschmer, Jamie Masters oder Peter Scharf in der Verteidigung. Und dann hatten wir vorne mit Ernst Höfner einen super Vorbereiter und mit Georg Franz einen Killer – einen echten Torjäger. Dazu kam, dass man keine so hohe Fluktuation in der Mannschaft hatte, wie das heute ist. Man hatte einen gewissen Stamm und auf den hat man bauen können. Man hat nur sukzessiv einzelne Spieler ausgetauscht. Dadurch ist dann auch über die Jahre so eine Verbundenheit entstanden.“
…Trainer Pavel Wohl in Rosenheim: „Der beste Trainer, den ich je hatte. Er war ein unglaublich empathischer Mensch, der immer zur Mannschaft gestanden ist und einem das Gefühl gegeben hat, dass man unwahrscheinlich wichtig ist.“
…wie er zum Eishockey kam: „Eigentlich darf man die Wahrheit gar nicht erzählen. Ich war früher ein dickleibiges Kind. Das Eisstadion war knapp 300 Meter von meinem Zuhause weg und dann hat mein Vater gesagt: ‚Hey Bub, du musst Sport machen.‘ Da war ich zwölf. Schlittschuhlaufen konnte ich und so ging das bei mir los. Hab da aber dann sehr schnell viel Freude gefunden und war anscheinend auch talentiert. Drei Jahre später war ich dann schon Kapitän von der Schüler-Nationalmannschaft.“
Diese und viele weitere spannende Anekdoten aus der erfolgreichsten Zeit der Rosenheimer Eishockey-Geschichte teilt der zweifache Meisterspieler Rainer Blum in der 80. Folge von „Hart gecheckt“ – dem OVB-Podcast zu den Starbulls Rosenheim.
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