Ein großes Lob und eine Denkaufgabe

von Redaktion

Starbulls Rosenheim gewinnen gegen den EC Bad Nauheim trotz schwacher Leistung nach Verlängerung

Rosenheim – Wie schon am Freitag in Kassel haben die Starbulls Rosenheim im Heimspiel gegen den EC Bad Nauheim einen Punkt abgeben müssen. Gegen den DEL2-Konkurrenten feierten die Eishockeyspieler von der Mangfall einen 3:2-Sieg nach Verlängerung.

Der Spielfilm: Ein zähes erstes Drittel hatte nur ein Highlight: den Führungstreffer von C.J. Stretch. Der Kapitän vollendete einen Konter der Gastgeber mit einem Handgelenksschuss in das Kreuzeck. Diese Führung war nach 20 Minuten aber etwas schmeichelhaft, das Chancenübergewicht hatten nämlich die Gäste und Justin MacPherson traf sogar den Pfosten. Einzig Christopher Kolarz im Tor war bei Rosenheim schon auf Temperatur. Seine Vorderleute hatten indes große Probleme, ihr Spiel aufzuziehen und sich in Abschlussposition zu bringen.

Die Starbulls tauten auch im zweiten Drittel nicht auf. Von der spielerischen Leichtigkeit eines Tabellenvierten waren die Hauherren weit entfernt. Stattdessen gab es viel Kampf und noch viel mehr Krampf. Das Spiel plätscherte so vor sich hin – und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, ehe die Gäste eine ihrer Möglichkeiten nutzten. Letztlich waren es Marius Erk und Raphael Jakovlev, die Bad Nauheim bis zur zweiten Sirene sogar in Führung brachten.

Erst im letzten Abschnitt zeigten sich die Starbulls verbessert. Plötzlich schaffte es Rosenheim, sich im Gäste-Drittel festzusetzen und brachte die Scheibe dann auch immer öfter auf das Tor. 10:1 für die Gastgeber lautete die Schussstatistik in den letzten 20 Minuten. Dennoch musste eine Einzelleistung für den Ausgleich her. Shane Hanna eroberte in Unterzahl die Scheibe vor dem eigenen Tor, spielte einen Doppelpass mit Lewis-Zerter-Gossage und verwandelte zum 2:2.

Danach geschah nichts mehr, so musste die Verlängerung entscheiden. Dort drehten Hanna und Zerter-Gossage den Spieß dann um: Hanna bereitete vor, Zerter-Gossage sicherte den Zusatzpunkt.

Die Schlüsselszene: Special Teams entscheiden Spiele, das ist im Eishockey bekannt. In diesem Fall war das Rosenheimer Unterzahlspiel der Sieggarant. Nicht nur, weil Fabian Dietz und Co. drei Strafzeiten erfolgreich killten, sondern auch, weil Hanna in eigener Unterzahl den wichtigen Ausgleich markierte.

Zum Lachen: In der Verlängerung sind die Starbulls eine Macht. Zum siebten Mal in dieser Saison mussten die Rosenheimer eine Extraschicht einlegen, fünfmal ging die Mannschaft von Trainer Jari Pasanen als Sieger vom Eis. Der Experte dafür: Lewis Zerter-Gossage, er holte seinem Team bereits zum zweiten Mal den Extrapunkt in der Overtime.

Zum Weinen: Das Ergebnis stimmte, mit der Leistung konnte man bei den Starbulls aber nicht zufrieden sein. Das sprach Trainer Jari Pasanen nach dem Spiel auch deutlich an. „Wir haben im ersten Drittel richtig schlecht gespielt. Die Pässe kamen nicht an, der Aufbau nicht sauber – das war katastrophal. Erst im letzten Drittel haben wir besser gespielt. Dann haben wir das gemacht, was wir eigentlich von Anfang an machen wollten“, sagte der Coach und fügte an: „Mich wundert es einfach, wie wir gespielt haben. Wir Trainer müssen jetzt nachdenken, warum. Die Jungs spielen ja nicht absichtlich schlecht. Bad Nauheim hat gut gespielt, aber wir haben unser Niveau nicht erreicht.“

Der Spieler des Spiels: Shane Hanna gilt nicht umsonst als einer der besten Verteidiger der Liga. Der Kanadier bewies in der Vergangenheit schon öfter, dass er in engen Spielen als Anführer vorangehen kann. Vor allem in die Offensive schaltet sich Hanna immer wieder ein – so auch gegen Bad Nauheim. Der Verteidiger erzielte den Ausgleich und bereitete das Siegtor vor.

Das war los mit: Eine überraschende Änderung nahm Starbulls-Trainer Jari Pasanen im Vergleich zum Freitag vor: Maximilian Adam fehlte im Kader, für ihn rückte Tobias Beck in das Verteidigerpärchen mit Maximilian Vollmayer. „Maxi ist ein ganz wichtiger Verteidiger für uns. Er hat ein muskuläres Problem. Wenn jetzt Playoffs wären, hätte er vielleicht spielen können, aber wir wollen kein Risiko gehen“, erklärte Pasanen.

Das sagen die Trainer: Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Bad Nauheim hat richtig gut gespielt. Insbesondere im ersten Drittel, obwohl wir das 1:0 geschossen haben. Christopher Kolatz hat gut gehalten, er hat uns zwei, dreimal gerettet. Sicherlich ist es Glück, dass wir diese Zwei-gegen-eins-Situation bekommen, die Hanna und Zerter-Gossage überragend abgeschlossen haben. Riesen Kompliment an die Mannschaft für die Moral im letzten Drittel und der Overtime.“

Peter Russell, EC Bad Nauheim: „Ich mochte unser Spiel. Wir waren defensiv fantastisch. Wir haben zwei Fehler gemacht, sonst haben wir richtig gut gespielt. Wir waren in vielen Spielen nah dran und kriegen es einfach nicht über die Linie.“

Die Spielstatistik: Starbulls Rosenheim – EC Bad Nauheim 3:2 n.V. (1:0,0:2,1:0,1:0). Starbulls: Kolarz (Röckl) – Hanna/Tiffels; Kolb/Keussen; Beck/Vollmayer – Feser/Sarault/Pulkkinen; Laub/Stretch/Järveläinen; Dietz/Zerter-Gossage/Musin; Zwickl/Calce/Taupert.

Tore: 1:0 (14.) Stretch/Vollmayer, Järveläinen; 1:1 (34.) Erk/Lautenschlager, El-Sayed; 1:2 (39.) Jakovlev/MacPherson/Kaiser; 2:2 (53.) Hanna/Zerter-Gossage – SH1; 3:2 (61.) Zerter-Gossage/Hanna.

Schiedsrichter: Polaczek/Wölzmüller; Strafminuten: Rosenheim 6, Bad Nauheim 4; Zuschauer: 3608.

Das nächste Spiel: Bereits am kommenden Freitag steht für die Starbulls das nächste Heimspiel an. Spielbeginn gegen die Blue Devils Weiden ist um 19.30 Uhr.

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