„Wir sind alle Eishockeyfans“

von Redaktion

Starbulls Rosenheim feiern 4:3-Derbysieg beim EV Landshut – Shane Hanna entscheidet im Alleingang

Landshut – Die Starbulls Rosenheim haben das DEL2-Derby beim EV Landshut in letzter Minute mit 4:3 für sich entschieden und vom Erzrivalen aus Niederbayern die volle Punkteausbeute mitgenommen. Damit bauen die Starbulls auf dem dritten Tabellenplatz ihren Abstand auf den viertplatzierten EV Landshut auf sechs Zähler aus.

Der Spielfilm: Die Teams tasteten sich nicht lange ab. Bereits in der dritten Spielminute lag der Puck erstmals im Netz: Starbulls-Kapitän C.J. Stretch verwertete einen Abpraller zur frühen 1:0-Führung für die Gäste. Das Derby hielt von Beginn an, was es versprach – körperbetontes, schnelles Eishockey auf beiden Seiten. Einziger Wermutstropfen aus Rosenheimer Sicht im ersten Drittel war das Powerplay: Zwei Fünf-gegen-Vier-Situationen blieben ungenutzt. Kurz vor der ersten Pausensirene nutzten die Gastgeber einen Fehler im Spielaufbau der Grün-Weißen zum Ausgleich. Luigi Calce versuchte, die Scheibe über die Bande aus dem eigenen Drittel zu klären, spielte sie jedoch direkt in den Schläger des Gegners. David Elsner bediente Jakob Mayenschein, der Oskar Autio im Eins-gegen-eins zum 1:1 überwand, während Rosenheim bereits in der Vorwärtsbewegung war.

Die Starbulls starteten in Überzahl in den Mittelabschnitt. Landshuts Julian Kornelli saß nach einem Crosscheck noch auf der Strafbank und diesmal schlugen die Oberbayern eiskalt zu. Shane Hanna und Teemu Pulkkinen kombinierten sehenswert, Scott Feser vollendete zur erneuten Rosenheimer Führung (2:1). Zu Beginn des Schlussdrittels brachten sich die Niederbayern gleich für vier Minuten in Unterzahl. Tobias Lindberg traf Lewis Zerter-Gossage mit dem Schläger im Gesicht, der Rosenheimer musste blutend vom Eis, kehrte später aber zurück. Doch erneut ließen die Starbulls diese Überzahl ungenutzt.

Der EV Landshut drehte die Partie in der Folge binnen kürzester Zeit. Beim 2:2 durch Kornelli ähnelte die Entstehung dem ersten Treffer der Hausherren. Kornelli traf sehenswert in den Winkel. Nur eine Minute später brachte Yannick Wenzel den EVL nach einem gewonnenen Offensivbully von Trevor Gooch erstmals in Führung. Die Scheibe wurde auf dem Weg zum Tor unglücklich abgefälscht und war für Autio so kaum zu halten. Doch die Antwort der Starbulls folgte prompt. Shane Hanna schlenzte aus der Distanz zum 3:3-Ausgleich ein, Teemu Pulkkinen nahm EVL-Goalie Jonas Langmann dabei entscheidend die Sicht. Und 20 Sekunden vor dem Ende setzte der Kanadier dem Derby die Krone auf: Im Alleingang behauptete sich Hanna gegen vier Landshuter und netzte zum umjubelten 4:3 ein.

Die Schlüsselszene: Das frühe 1:0 gab den Ton für die gesamte Partie vor. In der Folge gelang es den Starbulls phasenweise, dem EV Landshut ihr Spiel aufzuzwingen.

Der Spieler des Spiels: Shane Hanna drehte die Partie im Schlussdrittel mit zwei Treffern zugunsten der Starbulls, erzielte den späten Siegtreffer im Alleingang und war auch am 2:1 maßgeblich beteiligt.

Zum Lachen: Die Starbulls dominierten das Spiel am Bullypunkt deutlich: 64,2 Prozent der Anspiele gingen an die Rosenheimer. Bester Bullyspieler war Kapitän Stretch mit 19 von 30 gewonnenen Anspielen.

Zum Weinen: Drei Punkte im Derby beim EV Landshut. Aus Rosenheimer Sicht gibt es da sicher keinen Grund für Traurigkeit.

Was war los mit: Joel Keussen. Der Starbulls-Verteidiger fehlte im Aufgebot. „Er war krank und hat deshalb nicht gespielt“, erklärte Trainer Jari Pasanen nach der Partie.

Aus der Fankurve: Beide Fanlager sorgten für eine beeindruckende Derbystimmung, die in der DEL2 ihresgleichen sucht. Nach einer Spielunterbrechung aufgrund eines Notarzteinsatzes auf den Zuschauerrängen stimmte die Rosenheimer Fankurve den Gesang „Wir sind alle Eishockeyfans“ an. Die Landshuter Fanszene stieg mit ein und setzte damit, trotz der Rivalität zwischen den beiden Fanlagern ein starkes Zeichen des Zusammenhalts.

Das sagen die Trainer: Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Es war keine Überraschung, dass es ein enges Spiel wurde. Es war ein echtes Kampfspiel. Die Tore im letzten Drittel waren etwas kurios, wenn man den gesamten Spielverlauf betrachtet. Die drei Punkte nehmen wir aber sehr gerne mit.“

Uwe Krupp, EV Landshut: „Wir sind unglaublich enttäuscht über die letzten Minuten. Beim ersten Rosenheimer Angriff war der Puck gleich im Tor. Danach konnte Rosenheim sein Spiel durchziehen, während wir nie richtig in unseren Rhythmus gekommen sind. Es war nicht alles schlecht, aber wir müssen an einigen Dingen arbeiten, um unser Ziel zu erreichen.“

Die Spielstatistik: EV Landshut – Starbulls Rosenheim 3:4 (1:1, 0:1, 2:2). Starbulls: Autio (Kolarz) – Hanna, Tiffels; Adam, Vollmayer; Van der Linde, Kolb; – Zwickl, Stretch, Järveläinen; Feser, Zerter-Gossage, Pulkkinen; Dietz, Calce, Taupert; Beck, Musin, Stein.

Tore: 0:1 (3.) Stretch/Zwickl, van der Linde; 1:1 (19.) Mayenschein/Elsner; 1:2 (22.) Feser/Pulkkinen, Hanna; 2:2 (51.) Kornelli/Immo, Lindberg; 3:2 (52.) Immo/Gooch; 3:3 (54.) Hanna/Tiffels, Zerter-Gossage; 3:4 (60.) Hanna.

Schiedsrichter: Voit/Kalnik; Strafminuten: Landshut 16, Rosenheim 6; Zuschauer: 4448.

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