Dachau – Mit einem 5:5-Unentschieden in einer hochklassigen Begegnung beim TSV Dachau 65 haben Kolbermoors Bundesliga-Tischtennis-Damen die Vorrunde abgeschlossen und gehen als Tabellenvierter in die Rückrunde. Dieser Platz würde für die Play-off-Teilnahme reichen. Für einen Wermutstropfen sorgte die Verletzung von Annett Kaufmann im zweiten Einzel.
Ein kurzes Fazit dieses oberbayerischen Duells sähe aus Kolbermoorer Sicht in etwa so aus: vorne null Punkte, hinten vier Zähler, zusätzlich eine Punkteteilung in den Eingangsdoppeln. Aber ausgerechnet diese Doppel ließen schon erahnen, welche Partie sich entwickeln wird. Was die Spannung betraf, war das Duell zwischen dem Duo Huang/Wang gegen das Doppel Byun/Pranjkovic schon bemerkenswert. Denn da wurden die heimischen Akteurinnen zunächst überfahren, fanden im dritten Satz aber in das Spiel zurück. Beim Stand von 11:11 nahm Trainer Dr. Michael Fuchs eine Auszeit, welche dazu führen sollte, dass der Satz mit 13:11 gewonnen wurde. Nach dem 2:2-Ausgleich musste man sich allerdings im Entscheidungssatz mit 6:11 beugen.
Ähnlich erging es Yu-Chiao Huang im Auftakteinzel gegen Seoyoung Byun: Die Kolbermoorerin musste in einer auf höchstem Niveau stehenden Begegnung nach einer 2:1-Satzführung den Ausgleich hinnehmen und dann im Entscheidungssatz ihrer Konkurrentin nach der 7:11-Niederlage gratulieren.
Was das Quartett von der Mangfall im hinteren Paarkreuz bot, war aller Ehren wert. Besonders an die Vorstellung von Tijana Jokic dürfte Naomi Pranjkovic noch länger denken. Die Kroatin sah nach den ersten beiden Sätzen wie die sichere Verliererin aus. In Durchgang Nummer drei stellte sie sich immer besser auf das Spiel der ehemaligen Kolbermoorerin ein und gewann diesen mit 11:8. Im Entscheidungssatz ließ sie sich nach der 5:2-Führung beim Seitenwechsel die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Lisa Wang schloss sich mit einem 3:0-Sieg gegen Emine Ernst an und glich zum 3:3 aus.
Einen Schockmoment erlebte der Kolbermoorer Anhang allerdings im zweiten Einzeldurchgang. Nicht die 0:3-Niederlage von Yu-Chiao Huang gegen Sabine Winter erregte die Gemüter, sondern die Verletzung von Annett Kaufmann. Im zweiten Satz knickte sie beim Stand von 5:7 gegen die Südkoreanerin Seoyoung Byun um, beendete nach einer Behandlungspause den Durchgang noch, gab aber den dritten Satz kampflos ab. „Ich hoffe, dass nicht mehr passiert ist und sie im Januar wieder dabei ist“, erklärte Abteilungsleiter Dr. Michael Fuchs hinterher. Gerade im Hinblick auf das Endturnier im Pokal, das im Januar erstmals in Kolbermoor stattfindet, wäre dies von großer Bedeutung.
Nach dem 3:5-Rückstand lag es erneut am hinteren Paarkreuz, für Kolbermoor noch ein Unentschieden zu retten. Während der 16-Jährigen Lisa Wang ein 3:0-Erfolg gegen Naomi Pranjkovic gelang, musste Tijana Jokic gegen Emine Ernst in den Entscheidungssatz gehen, setzte sich dort dann aber klar mit 11:4 durch.
Fuchs erklärte nach Spielende: „Es war für die Zuschauer ein sehr gutes Spiel. Wir wussten, dass Dachau vorne stark ist. Aber es hätte wohl keiner gedacht, dass wir hinten vier Zähler machen. Den einen Punkt nehmen wir aber gerne mit. Wir sind nun Vierter und die Play-offs sind nach wie vor in Reichweite.“eg