Kolbermoor – Die Vorrunde der laufenden Saison in der Tischtennis-Bundesliga der Damen ist vorbei. Bei Kolbermoors Team ist nach dem vierten Rang noch Luft nach oben.
Wie nicht anders zu erwarten, hat sich der TTC Berlin verlustpunktfrei den ersten Platz gesichert. Die Damen aus der Bundeshauptstadt nutzten dabei ihre Möglichkeiten, eine Vielzahl von Spielerinnen einzusetzen, wobei man sich auf die noch ungeschlagene Yuka Kaneyoshi im ersten Paarkreuz sowie auf Sabina Surjan sowie Mia Griesel im zweiten Paarkreuz verlassen konnte. Überraschender war da schon das Abschneiden des TTC Weinheim: Der amtierende deutsche Meister kam bislang nicht so recht in Tritt, da Solomiya Brateyko aufgrund ihrer Schwangerschaft aktuell nicht zur Verfügung steht.
Kolbermoors Damen befinden sich in der heuer mit nur sieben Mannschaften umfassenden Tabelle auf dem vierten Rang, also genau in der Mitte. Die Bilanz: Ein Sieg, drei Unentschieden und zwei Niederlagen – entspricht 5:7 Punkten. Stand jetzt wäre man also in den Play-offs dabei. Der Abstand zum Dritten TSV Langstadt beträgt allerdings schon drei Punkte. Vielmehr muss man sich deshalb an den dahinter liegenden Teams orientieren, weil die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim punktgleich mit Kolbermoor konkurriert und der TTC Weinheim, der mit zwei Punkten Abstand folgt, den Kampf um die Play-off-Plätze noch nicht aufgegeben hat.
Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass die Doppel derzeit noch die Problemzone des Tabellenvierten sind. Von den zwölf Eingangsdoppeln konnten nur vier gewonnen werden. Leicht positiv ist die Einzelbilanz im vorderen Paarkreuz mit 13:11 Siegen, wobei hier ein Großteil auf Annett Kaufmann zurückgeht. Im hinteren Paarkreuz stehen zwar zehn Siegen gleich zwölf Niederlagen gegenüber, aber die beiden Neuzugänge Lisa Wang und Tijana Jokic haben bislang insgesamt einen guten Job gemacht. Dass das Team um ihren Trainer Michael Fuchs nervenstark ist, hat es in den Fünfsatzspielen unter Beweis gestellt: 17-mal ging es in die Verlängerung, elfmal hatte man die Nase vorne. Der eine oder andere Punkt wäre sicherlich noch möglich gewesen, aber das Glück fehlte manchmal: Besonders deutlich wurde das beim Gastspiel in Bingen. Hier führte man mit 5:2, musste dann aber noch drei Niederlagen in Kauf nehmen.
Kolbermoors Pechvogel der Vorrunde war unumstritten Swastika Ghosh. Die Inderin führte gegen Berlins Nina Mittelham mit 2:0 Sätzen, um dann im Entscheidungssatz das Nachsehen zu haben. In der zweiten Begegnung gegen Bingen glich sie im Doppel mit Lisa Wang zum 2:2 aus, im fünften Durchgang verlor man dann knapp mit 9:11. Besonders schmerzhaft war die Fünfsatzniederlage gegen die Langstädterin Orawang Paranang. Im ersten Satz noch mit 0:11 überfahren, schaffte sie den 2:2-Satzausgleich und verlor den Entscheidungssatz mit 9:11.
Bedanken darf sich die Mannschaft dafür bei Tijana Jokic. Die Kroatin gewann in der Begegnung gegen den ESV Weil (6:4) das Schlüsselspiel gegen Lea Lachenmayer nach einem 0:2-Satzrückstand noch mit 3:2 und sicherte ihrem Team im letzten Einzel den Sieg. In der Partie gegen den TTC Weinheim brachte sie Kolbermoor mit 4:2 in Führung. Und nachdem das heimische Quartett mit 4:5 in Rückstand geriet, sicherte sie ihrem Team mit dem Fünfsatzerfolg gegen Elisa Nguyen das Unentschieden. Und in Dachau war sie es, die nach dem Sieg gegen Naomi Pranjkovic auch hier wieder das abschließende Einzel gegen Emine Ernst gewann und Kolbermoor hier zu einem 5:5-Unentschieden kam.
Für die Rückrunde wird Trainer Michael Fuchs noch an der einen oder anderen Stellschraube drehen müssen. Zudem hat man den Kader durch die Japanerin Manami Imaeda sowie die Russin Alina Zavarykina ergänzt. eg