Über die 70-Prozent-Hürde

von Redaktion

Top-Drei-Platzierung für Benjamin Werndl im Louisdor-Preis-Finale – Auszeichnung für Aubenhausen-Neuling

Frankfurt am Main – Mit gleichmäßig guten Vorstellungen und schon einigen Höhepunkten haben Benjamin Werndl und der erst neunjährige Quick Decision im Finale des Louisdor-Preises überzeugt. In der Einlaufprüfung machte dem auffälligen Fuchs anfangs die Hallenatmosphäre noch etwas zu schaffen, doch mithilfe seines erfahrenen Reiters gewann er zunehmend an Sicherheit und Ausdruck. Mit 72,128 Prozent platzierte sich das Duo aus Aubenhausen auf dem fünften Platz. Im Finale, einem Grand Prix, gelang nur vier Paaren der Sprung über die 70-Prozent-Hürde. Werndl und sein „Quicks“ wurden mit 70,666 Prozent Dritte.

Lediglich zehn Pferde qualifizieren sich für die Endrunde der renommiertesten Prüfungsserie für den Grand-Prix-Nachwuchs. Das Finale ist entsprechend stark besetzt und gilt als Sprungbrett in den Spitzensport. Auch für Jessica von Bredow-Werndls Ausnahmestute TSF Dalera BB und Werndls Championats-Partner Famoso OLD war der Louisdor-Preis ein Meilenstein auf ihrem Weg in die Weltspitze. Entsprechend glücklich und dankbar zeigte sich Werndl nach seinen gelungenen Auftritten mit dem Hannoveraner Quaterhall-Sohn.

Zu den Höhepunkten des Paares zählten die schon sehr sicheren Galoppwechsel zu zwei Sprüngen, die Trabtraversalen und die Schlusslinie. Der Wechsel von der Passage in die Piaffe und zurück vor dem letzten Halten ist eine der großen Klippen im Grand Prix. „Das hat uns über die Saison beschäftigt. Umso schöner, dass es zum Saisonabschluss so gut geklappt hat. Ich bin sehr zufrieden, wie sich dieses besondere Pferd weiterentwickelt“, sagte Werndl. Jetzt bekommt Quicks eine wohlverdiente Pause, bevor es mit den Erkenntnissen aus der ersten Grand-Prix-Saison an die weitere Detailarbeit geht.

Jessica von Bredow-Werndls neuem Partner Diallo BB wurde im Rahmen des Festhallenreitturniers eine große Ehre zuteil. Der zehnjährige Wallach wurde für seine besonders herausragenden Leistungen im Grand Prix-Sport vom Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) mit dem Otto-Lörke-Preis ausgezeichnet. Der Namensgeber Lörke (1879 – 1957) gilt als einer der prägenden deutschen Dressurausbilder. Neben dem dunkelbraunen Dancier-Sohn wurden auch seine Reiterin sowie seine Besitzerinnen Annette Göbelsmann-Schweitzer und Beatrice Bürchler-Keller geehrt. Neunmal war Diallo BB bisher mit von Bredow-Werndl international auf Grand-Prix-Niveau erfolgreich. Siege erzielte das Paar unter anderem in Hagen (Grand Prix Special), München (Grand Prix, Grand Prix Special), Wiener Neustadt (Grand Prix, Grand Prix Special) und beim Weltcup-Turnier in Stuttgart (Grand Prix, Grand Prix Kür). Der Hannoveraner aus der Zucht von Margret und Hermann Hasseler war zunächst von Jasmin Schaudt, Roxana Noack und Uta Gräf ausgebildet worden und wechselte im Februar 2025 nach Aubenhausen. „Beim Reiten gibt Diallo BB mir jeden Tag das Gefühl, Freude daran zu haben, Neues zu lernen. Wir sind zusammengewachsen, haben eine gute Basis entwickelt und zugleich sind wir noch am Anfang unserer gemeinsamen Zeit. Ich bin sehr dankbar, ihn weiter ausbilden zu dürfen“, blickt die zweimalige Doppel-Olympiasiegerin optimistisch in die Zukunft. Erst kürzlich war das Paar in den deutschen Perspektivkader berufen worden.

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