So gut wie schon lange nicht mehr

von Redaktion

Aus der Starbulls-Statistik Erstmals seit zehn Jahren auf dem zweiten Tabellenplatz der DEL2 – Quartett punktet fleißig

Rosenheim – Gleich drei sehr gut besuchte Spieltage bescherte der DEL2-Terminplan den Teams an Weihnachten. Und für die Starbulls Rosenheim war fast alles dabei: ein mühevoller Drei-Punkte-Sieg, das erste Penaltyschießen der Saison und eine Niederlage bei einem Gegner, der bisher wenig Probleme bereitete. Gekrönt wurde das Ganze jedoch durch einen doch überraschenden Höhenflug in der Tabelle, der die Starbulls erstmals seit über zehn Jahren wieder auf den zweiten Tabellenrang der zweithöchsten Spielklasse führte!

Das letzte Mal so weit oben in den „Charts“ waren sie am 11. September 2015, nachdem sie zum Saisonauftakt Ravensburg mit 4:1 besiegt hatten, fielen allerdings zwei Tage später durch ein 2:5 in Dresden auf den fünften Platz zurück. Drei Wochen konnte man sich noch in den Top Six halten, die die direkte Play-off-Qualifikation bedeutet hätten, dann aber pendelte man für den Rest der Saison zwischen sieben und zehn und beendete die Punkterunde auf dem achten Platz. In der Saison davor (2014/15) konnte man den „Silberrang“ etwas länger genießen, nämlich vier Wochen vom neunten bis zum 16. Spieltag, ehe man dann ins Schlingern geriet und sogar gelegentlich auf Play-down-Platz elf abrutschte, bis zum Schluss ebenfalls Rang acht und die Teilnahme an den Pre-Playoffs feststand. Heuer erreichte man Rang zwei am 28. Spieltag und behielt ihn trotz einer Niederlage, beide Male begünstigt durch Patzer der Kassel Huskies.

Möglich wurde der Marsch fast an die Spitze durch eine beeindruckende Serie von sechs Siegen in Folge, von denen vier allerdings erst in Overtime gesichert wurden, kurioserweise durch je drei 3:2- und 4:3-Siege hintereinander. Die Serie endete am Sonntag in Bietigheim, gegen die die jüngsten Partien allesamt relativ ungewöhnlich verliefen. Denn nach der Play-down-Niederlage im März 2024, die den Weg zum Abstieg in die Oberliga einleitete, gelang den Steelers erst im dritten Match nach dem Wiederaufstieg eine Revanche gegen die Starbulls. Und dies gleich mit drei Toren Differenz, was die Rosenheimer zuvor in dieser Saison erst zweimal zugelassen hatten (1:4 gegen Krefeld und 0:3 in Regensburg). Den Grundstein legten die Steelers durch drei Treffer zu Beginn des Spiels, und dies war nicht nur der schnellste Rückstand solcher Art für die Starbulls, sondern auch das dritte Mal, dass Oskar Autio und seine Vorderleute in einem Spieldrittel drei Gegentreffer schlucken mussten. Dies ist bisher noch keinem anderen Gegner gelungen, den Steelers aber in jedem Spiel!

Das Highlight der Woche aus Rosenheimer Sicht war aber zweifellos der Sieg beim Tabellenführer in Krefeld vor über 7.000 Zuschauern. Statistisch gesehen mussten beim 3:3 nach 60 Minuten beide Teams Abstriche machen, denn die beste Offensive der Liga (Krefeld) erzielte weniger Tore als sonst, die beste Defensive (Rosenheim) ließ mehr zu als gewöhnlich. Das Tüpfelchen auf dem i war dann, dass Torhüter Autio alle drei gegnerischen Penaltys entschärfte, während Ville Järveläinen, der zuvor in vier Spielen torlos geblieben war, als einziger von fünf Schützen die nötige Nervenstärke zum entscheidenden Torschuss besaß. Nicht die hochgelobten Krefelder Kontingentspieler (zusammen drei Scorerpunkte) waren diesmal entscheidend, sondern das Starbulls-Quartett Shane Hanna, Lewis Zerter-Gossage, Scott Feser und Teemu Pulkkinen, das im Kollektiv für alle neun Scorerpunkte aus dem Spiel heraus verantwortlich zeichnete! Nicht nur wegen seiner 16 Scorerpunkte in den letzten zwölf Partien gehen einige der Siege der vergangenen Wochen hauptsächlich auf Hannas Konto, weshalb er als Verteidiger derzeit nur einen einzigen Punkt Rückstand auf Goldhelm Feser hat.

Und dass Vielspieler Autio im Tor sich durchaus gelegentlich eine Pause im Kasten gönnen kann, dafür sorgt sein Backup Christopher Kolarz, aus dessen sieben Einsätzen nicht weniger als sechsmal seine Mannschaft als Sieger hervorging. Dass es in Bietigheim nicht zum Sieg reichte, lag neben dem erwähnten Blitzstart der Steelers (schnellster Rosenheimer Zwei- beziehungsweise Drei-Tore-Rückstand in dieser Saison) auch am nach einem kurzen Hoch wieder mangelhaften Powerplay. Nur eine von 13 Überzahlphasen von 23 Minuten Länge konnten Stretch & Co. verwerten und kassierten dabei auch noch einen Shorthander gegen Crimmitschau. Zwar erlitt auch die Unterzahlbilanz einen kleinen Dämpfer durch drei gegnerische Powerplay-Tore am Wochenende, dennoch hat man sich in dieser Hinsicht durch zuvor nur einen Gegentreffer aus 29 Phasen (gesamt 50 Minuten), verfeinert durch zwei eigene Unterzahltreffer, inzwischen auf Rang drei der Penalty-Killing-Charts vorgearbeitet. me

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