Rosenheim – „Je länger eine Serie dauert, desto näher rückt ihr Ende“ – mit diesem Spruch ist schon der frühere Starbulls-Trainer Franz Steer hausieren gegangen, um vor einem plötzlichen Ende eines Erfolgslaufs nicht allzu überrascht und enttäuscht zu sein. Bei den Starbulls Rosenheim hat der Erfolgslauf in der DEL2 nach sechs Siegen hintereinander ein Ende gefunden. Vor dem Jahresfinale vor heimischer Kulisse gegen die Eisbären Regensburg (Spielbeginn im Rofa-Stadion ist um 19.30 Uhr) stellt sich nun also die Frage: Kommt der Beginn einer neuen Serie? Oder stellen sich etwa alte Sorgen ein?
Die Ausgangslage: Am Sonntag sind zwei Serien zu Ende gegangen. Während die Starbulls erstmals nach sechs Siegen hintereinander mit leeren Händen aus Bietigheim nach Hause gefahren sind, haben die Eisbären Regensburg nach fünf Niederlagen in Folge mal wieder ein Erfolgserlebnis gefeiert – und was für eines: In Kassel behielten die Oberpfälzer mit 4:2 die Oberhand und setzten ein starkes Ausrufezeichen! Bei den Rosenheimern wirkte der Auftritt im Ellental noch etwas nach: „Natürlich macht man sich nach so einem Spiel Gedanken, warum das so passiert ist“, fragt sich Coach Jari Pasanen. Man habe ja nicht schlecht gespielt, „aber wir hatten einige schlechte Momente“. Es sei aber nur ein Spiel gewesen, deshalb wollte der Starbulls-Trainer auch „nichts überdramatisieren“.
Die Vorgeschichte: Gegen Regensburg haben die Starbulls allerhand gutzumachen: Das erste Duell in Rosenheim hatten die Starbulls mit 1:2 abgegeben, beim Gastspiel in Regensburg mussten sich die Mannen von der Mangfall gar mit 0:3 beugen. „Wir haben beide Male zu Recht verloren“, blickt der Deutsch-Finne auf diese Begegnungen zurück.
Der Gegner: Trotz der Niederlagenserie sind die Eisbären Regensburg noch mittendrin im Kampf um die direkte Play-off-Qualifikation. Das liegt vor allem daran, dass sie lange mit den Starbulls um die beste Defensive der Liga konkurrierten. „Sie verteidigen leidenschaftlich und haben einen Top-Torwart. Das ist eine Mannschaft, die auch als Mannschaft spielt“, erklärt Pasanen. Eisbären-Goalie Jonas Neffin hebt er sogar auf ein Podest: „Das ist sicher einer der besten Torhüter der Liga.“ Und wie spielt man gegen so eine starke Defensive? „Das haben wir ja oft genug selbst erlebt“, sagt Pasanen und verweist auf die sehr gute Verteidigung seiner Mannschaft samt Goalie. Wichtig sei es, vor dem Tor gut zu arbeiten, dem Torhüter die Sicht zu nehmen und die Scheiben aufs Gehäuse zu bringen.
Die Statistik: Von den Torhütern mit mehr als der Hälfte der Spiele ist Neffin die Nummer eins in der Liga. Der 25-jährige Schlussmann weist eine Fangquote von 92,38 Prozent auf. Ansonsten ähneln sich die Statistiken: Regensburg hat die Special Teams etwas besser und zieht knapp weniger Strafminuten, Rosenheim schießt öfter und hat am Bullypunkt Vorteile.
Die Personalien: Coach Pasanen plant zum Jahresfinale mit vier Sturmreihen und deshalb auch mit vier ausländischen Feldspielern. Charlie Sarault rückt also wieder ins Team und soll den Angriff mit Fabian Dietz und Teemu Pulkkinen anführen. Dadurch verändern sich auch andere Formationen: Lewis Zerter-Gossage spielt den Center für Scott Feser und Jordan Taupert, während Luigi Calce in der vierten Reihe als Mittelstürmer für Dominik Kolb und Michael Musin fungiert. Weil Sarault ins Team rotiert, gibt es für Torhüter Oskar Autio eine Pause – Christopher Kolarz, zuletzt mehrmals als Sieger vom Eis gegangen, darf wieder vor heimischer Kulisse ran. Und weil Förderlizenzspieler Leon van der Linde nach seiner Erkrankung wieder einsatzbereit ist, können die Rosenheimer auch mit vier Verteidigern antreten. Lukas Laub, Johannes Achatz und Lars Bosecker fehlen weiterhin verletzt, zu ihnen gesellt sich auch noch Jannick Stein, dessen Schnittwunden im Gesicht im Bietigheimer Krankenhaus genäht wurden.