Ein Derbysieg zum Geburtstag

von Redaktion

Sich selbst beschenkt: Teemu Pulkkinen trifft beim 3:0-Erfolg der Starbulls Rosenheim gegen Landshut

Rosenheim – Das Jahr 2026 hätte für die Starbulls Rosenheim nicht besser starten können. Die Eishockeyspieler von der Mangfall feierten den dritten Sieg gegen den EV Landshut in dieser DEL2-Saison und festigten mit dem 3:0-Erfolg auch den dritten Platz in der Tabelle.

Der Spielfilm: Rosenheim erwischte den besseren Start in die Partie und schnürte Landshut in den ersten zwei Wechseln im eigenen Drittel ein. Doch diese Druck flachte schnell wieder ab und es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, allerdings ohne viele gute Möglichkeiten. Die beste Chance hatte Maximilian Adam, er zielte aus spitzem Winkel aber über den Kasten.

Es war beiden Teams ein enormer Respekt anzumerken. Die Mannschaften spielten diszipliniert, gingen kaum Risiko ein und wollten Fehler vermeiden. So wurde die Partie zwar etwas offener, die ganz großen Höhepunkte fehlten aber großteils. Das änderte sich erst, als Trevor Gooch zweimal alleine auf Christopher Kolarz zulief, der Starbulls-Schlussmann aber Sieger blieb. Auf die Siegerstraße bogen die Hausherren erst ab, als Charlie Sarault einen Abpraller zur Führung einschoss und Dominik Kolb diese nur kurze Zeit später ausbaute – innerhalb von nur drei Minuten wurde das Rofa-Stadion zweimal zum Tollhaus.

49 Minuten lang gab es in diesem Spiel keine Strafzeit! Für dieses ehrwürdige Derby zwischen Ober- und Niederbayern fast schon ein Wunder. Dann musste aber Yannick Wenzel in die Kühlbox – ein fataler Fehler! 27 Sekunden dauerte es vom Bully weg, bis Geburtstagskind Teemu Pulkkinen den Hammer auspackte und so die Vorentscheidung erzielte. Landshut stemmte sich noch einmal gegen die Niederlage und hatte Pech, als die Scheibe einmal nur auf der Linie tänzelte.

Die Schlüsselszene: Ein Team wie den EV Landshut darf man nie abschreiben. Zumal ein 2:0 im Eishockey keine beruhigende Führung ist. Spätestens nach dem 3:0 war die Partie aber entschieden – mit großer Hilfe von Wenzel, der den Starbulls ein Powerplay bescherte.

Zum Lachen: Der dritte Derbysieg gegen den großen Rivalen in dieser Saison, diesmal sogar ohne Gegentor und mit einem Geburtstagstreffer von Teemu Pulkkinen – was soll man da noch extra herausheben? Vielleicht, dass Rosenheim ganz ohne Strafzeit blieb und das einzige eigene Powerplay nutzte? Darüber dürfte sich Trainer Jari Pasanen vermutlich am meisten gefreut haben. „Wir haben Respekt davor, wie Immo und Lindberg in Überzahl spielen, deswegen wollten wir unbedingt von der Strafbank wegbleiben“, erklärte der Deutsch-Finne.

Zum Weinen: Gab es an diesem Abend nichts! Rosenheim feierte ein Eishockeyfest, das auch lange nach Schlusssirene noch nicht beendet war.

Der Spieler des Spiels: Spätestens nach diesem Spiel dürfte Christopher Kolarz Landshut-Verbot haben. Der Torhüter der Starbulls feierte bereits seinen zweiten Derbysieg gegen Landshut in dieser Saison und im ersten Spiel im Jahr 2026 auch seinen ersten Shutout dieser Spielzeit. „Der Kolarz-Shutout spricht für sich. Aber die gesamte Mannschaft hat defensiv einen richtig guten Job gemacht und geduldig gewartet, bis die Chancen da waren“, lobte Pasanen sein Team.

Das war los mit: Ville Järveläinen und Lewis Zerter-Gossage mussten das Derby von der Tribüne aus verfolgen, beide Stürmer fehlten angeschlagen. „Ville hatte es heute früh noch versucht, es ging aber gar nicht. Mal gucken, wie lange er pausieren muss“, verriet Pasanen. Um die Ausfälle in der Offensive zu kompensieren, bot Jari Pasanen alle drei ausländischen Stürmer auf und verzichtete auf Torhüter Oskar Autio. Und der Deutsch-Finne sollte mal wieder recht behalten, denn Charlie Sarault bedankte sich für seinen Einsatz mit einem Treffer.

Die Nachwuchs-Akte: Jannick Stein und Lars Bosecker feierten nach Verletzungspausen ihr Comeback im Starbulls-Aufgebot. Beide bekamen nach der Partie Lob von ihrem Trainer – und auch Tobias Beck, Sebastian Zwickl und Michael Musin wurden erwähnt. „Unsere jungen Spieler haben einen richtig guten Job gemacht. Steini hat lange nicht mehr gespielt, jetzt hatte er mehrere Wechsel. Becki und Zwicki sowieso. Lars war lange weg, hat auch wieder gespielt. Sie haben den Leuten, die viel gespielt haben, Pausen gegeben“, so Pasanen.

Das sagen die Trainer: Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Derbys sind schön, Landshut gegen Rosenheim ist ein Klassiker. Ich glaube, alle Starbulls-Fans, die heute im Stadion waren, waren wieder zufrieden. Das erste Drittel war meiner Meinung nach hervorragendes Hockey. Wir hatten etwas Wut im Bauch. Die Jungs haben gut gespielt, gut die Scheibe bewegt, viele Schüsse kreiert. Wir haben gewartet, bis die Überzahlsituation kommt. Sie ist gekommen und dann haben die Jungs einen guten Job gemacht.“

Uwe Krupp, EV Landshut: „Bis Mitte des zweiten Drittels haben wir ein sehr gutes, diszipliniertes Auswärtsspiel gespielt und ich würde sagen, dass wir sogar bessere Chancen hatten. Es ist ein Spiel, in dem Tore entscheiden. Rosenheim war in der Lage, das erste Tor zu schießen. Das war der Unterschied im Spiel, dass wir aus unseren Chancen kein Kapital schlagen konnten.“

Die Spielstatistik: Starbulls Rosenheim – EV Landshut 3:0 (0:0,2:0,1:0). Starbulls: Kolarz (Müller) – Hanna/Tiffels, Adam/Vollmayer, Van der Linde/Keussen, Bosecker – Feser/Sarault/Musin, Zwickl/Stretch/Pulkkinen, Dietz/Calce/Taupert, Beck/Kolb/Stein.

Tore: 1:0 (37.) Sarault/Taupert; 2:0 (40.) Kolb/Keussen; 3:0 (50.) Pulkkinen/Adam, Stretch.

Schiedsrichter: Hoppe/Altmann; Strafminuten: Rosenheim 0, Landshut 2; Zuschauer: 4425.

Das nächste Spiel: Am Sonntag müssen die Starbulls in Düsseldorf ran. Spielbeginn ist um 17 Uhr.

Artikel 9 von 11