Traunstein Zweiter der 90 bayerischen Landesligisten

von Redaktion

Nur in Teisbach ist das Zuschauerinteresse bisher größer – Portenkirchner erfolgreichster Inn/Salzach-Goalgetter in 6. Liga

Wasserburg/Traunstein – Früher gab’s drei Fußball-Landesligen in Bayern – und diese bildeten sogar zum Teil die vierthöchste Spielklasse. Der letzte Süd-Champion war der heutige B-Klassist SV Wacker Burghausen II in der Saison 2011/12. Seit der Spielzeit 2012/13 ist die Landesliga in fünf Staffeln unterteilt, wobei der Südosten aus heimischer Sicht natürlich am interessantesten ist. Doch auch in den anderen Gruppen geht’s hoch her und es wird hervorragender Fußball gespielt, was aus unserer Herbstrunden-Bilanz hervorgeht.

Die Bayernliga-Anwärter: Im Südwesten möchte der TSV Schwabmünchen (21 Spiele/54 Punkte) mit aller Macht zurück in Liga fünf. Der ehemalige Bayernligist führt das Klassement mit satten zwölf Punkten Vorsprung auf den VfB Durach (20/42) an. Auch der Rangdritte FSV Pfaffenhofen (22/41) liegt sehr gut im Rennen. Auf die zweitmeisten Zähler nach Schwabmünchen bringt es die SpVgg Landshut (21/53) in der Gruppe Mitte, die ihre Favoritenstellung mit höherklassig erfahrenen Jungs (unter anderem dem ehemaligen Erlbacher Tobias Steer und dem Ex-Burghauser Kenneth Sigl) untermauerte. Mit der „Spiele“ aus der niederbayerischen Hauptstadt können nur der SV Schwandorf-Ettmannsdorf (21/45) und der TSV Seebach (20/40) halbwegs mithalten. Eine glänzende Ausbeute verbuchte auch Nordost-Primus DJK Ammerthal (20/52), der in Sachen Punkteschnitt beste bayerische Landesliga-Tabellenführer. Die Deutsche Jugendkraft hat ein Polster von acht Zählern zwischen sich und den Zweiten FC Eintracht Münchberg (21/44) gebracht. In dieser Staffel wird auch der SpVgg Jahn Forchheim (21/43) und dem FSV Erlangen-Bruck (20/43) der Sprung in die Bayernliga zugetraut. Im Nordwesten haben Spitzenreiter TSV Großbardorf (21/49) sowie die Verfolger DJK Don Bosco Bamberg (21/45) und TSV Abtswind (21/42) die besten Karten in puncto Aufstieg in der Hand. Im Südosten sind die ersten acht nur durch sechs Zähler getrennt – hier bahnt sich eine spannende, ja dramatische Frühjahrsrunde an. Aktuell liegt bekanntlich der TSV Wasserburg (22/45) auf Position eins.

Torfabriken und Bollwerke: Die meisten „Kisten“ gemacht hat bisher Nordwest-Spitzenreiter TSV Großbardorf (67 in 21 Partien). Auch die bislang erzielten Quoten der beiden Südost-Teams SpVgg Unterhaching II (65 in 21) und TSV Grünwald (65 in 22) sowie des TSV Schwabmünchen (Südwest) und der SpVgg Jahn Forchheim (Nordost/beide 64 in 21) können sich sehen lassen. Neben diesen fünf Mannschaften hat kein Ensemble die 60-Tore-Marke knacken können. Am treffsichersten in der Staffel Mitte ist Schwandorf-Ettmannsdorf (55). Die beiden defensivstärksten Vereine der fünf Ligen sind aktuell Mitte-Spitzenreiter SpVgg Landshut (13 Gegentore in 21 Spielen) und DJK Don Bosco Bamberg (Nordwest/14 in 21). Zu den stabilsten Abwehrreihen zählt auch jene des Südost-Klubs TSV 1860 Rosenheim (21 in 20), der ja auch noch gute Aufstiegschancen besitzt.

Die Top-Torjäger: Die meisten Treffer aller 90 bayerischen Landesligisten hat im Nordwesten Jannik Göller (TSV Großbardorf) erzielt, der schon sage und schreibe 23-mal geknipst hat. Mit jeweils 20 Einschüssen gleichauf liegen aus der Gruppe Mitte Thomas Stowasser (SV Schwandorf-Ettmannsdorf) und aus der Staffel Südwest Laurin Völlmerk (TSV Aindling). In der Staffel Südost liegt Laris Stjepanovic von Bayernliga-Absteiger TSV Grünwald mit seinen 19 „Buden“ in Front. Im Nordosten gibt es dagegen mit Patrick Hoffmann (SpVgg Jahn Forchheim) und Lucas Köhler (FC Eintracht Münchberg/beide 18) eine Doppelspitze. Auf 18 Treffer bringt es auch der erfolgreichste Inn/Salzach-Goalgetter der abgelaufenen Herbstrunde, Timo Portenkirchner vom ESV Freilassing. Er liegt damit im Südosten auf Rang zwei. Kein Wunder, denn der 25-Jährige bringt immerhin Bayernliga-Erfahrung aus seiner Zeit beim SV Kirchanschöring mit.

Burkhard droht Abstieg: Ums Überleben in Liga 6 kämpfen natürlich unzählige Mannschaften in den fünf Staffeln des Freistaates – sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Zu den akut gefährdeten Teams gehört jedenfalls auch der Klub des 41-jährigen Ex-Burghausers Christoph Burkhard, der TSV Hollenbach. Die Crew aus dem Landkreis Aichach-Friedberg ist mit nur 13 Zählern Schlusslicht im Südwesten. Punktemäßig noch schlechter sieht es derzeit nur für sechs Klubs aus: für den ASV Rimpar (11 Zähler) im Nordwesten, für den FC Vorwärts Röslau (9) und den TSV Buch (12) im Nordosten, für den FC Kosova Regensburg (10), den TB Roding (11) und den FC Teisbach (12) in der Staffel Mitte sowie für den SVN München im Südosten. Die Neuperlacher buchten in 21 Begegnungen nur vier Punkte auf ihr Konto und sind drauf und dran, in die Bezirksliga zurückgestuft zu werden.

Die Abstiegsregelung: Aus jeder der fünf bayerischen Landesligen steigen zwei Mannschaften direkt ab, zwei müssen in die Relegation. Wie schon im Vorjahr kann sich der beste Tabellen-15. die Abstiegsrunde schenken – er ist direkt gerettet. Aktuell nimmt diese „Position“ der Nordwest-15. SV Vatan Spor Aschaffenburg ein, der beispielsweise zwei Zähler mehr als der Südost-15. FC Wacker München eingesackt hat. Allerdings haben die „Blausterne“ aus der Landeshauptstadt noch zwei Partien in der Hinterhand, insofern ist auch hier noch für reichlich Spannung gesorgt.

Die Zuschauermagneten: Hier haben bayernweit momentan zwei Teams auf Landesliga-Level die Nase vorne, die nicht etwa um den Aufstieg, sondern „nur“ um den Klassenerhalt spielen. Auf den höchsten Schnitt kann der niederbayerische Aufsteiger FC Teisbach (Mitte) mit 420 Besuchern pro Spiel stolz sein. Zweiter ist der Südost-Klub SB Chiemgau Traunstein (417), der – wie schon im vergangenen Jahr via Relegation – auch heuer wieder den Fall in die Bezirksliga vermeiden möchte. cs

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