Rosenheim – Nach dem hektischen Schlussakkord im Endspiel hat es ein bisschen gebraucht, bis die Anspannung bei den Verantwortlichen im Hallenfußball-Sparkassenpokal verflogen ist. Doch dann hat sich alles in ein Lächeln und in große Zufriedenheit aufgelöst. Einmal mehr hat das prestigeträchtige Turnier in der Rosenheimer Gabor-Halle seine Faszination unter Beweis gestellt. Und das, obwohl der Pokalsieger mit Rekordgewinner TSV 1860 Rosenheim altbewährt und alles andere als überraschend war.
„Das spannende Finalturnier war der krönende Abschluss. Der Zuspruch der Vereine ist ungebrochen, das Turnier begeistert“, erklärte Axel Söder, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, im Rahmen der Siegerehrung. Den Sechzigern rief er zu: „Ihr könnt stolz auf diesen Erfolg sein!“ Mit großem Stolz erfüllt ihn auch die Zuschauerzahl: Wieder waren über 3.000 Besucher an den fünf Wettbewerbstagen gekommen. Am Finaltag waren es – trotz anderer Veranstaltungen in Rosenheim – über 1.000, die Vorrundentage waren überwiegend gut besucht. Das machte sich auch bei der Aktion „Wir Wunder“ bemerkbar. Jede Eintrittskarte war ein Zehn-Euro-Gutschein für jeweilige Vereinsprojekte in der Region, die damit von der Sparkasse finanziell unterstützt werden. „Es sind schon über 10.000 Euro zusammengekommen“, bilanzierte Söder – und da waren die Gutscheine aus der Finalrunde noch gar nicht einberechnet!
Fest eingerechnet war, dass der TSV 1860 den Pokal holt. Zumindest, wenn man die Leistungen des Landesligisten aus der Vor- und Zwischenrunde im Hinterkopf hatte. Und so war es letztlich auch ein glatter Durchmarsch der Mannen von der Jahnstraße: Zwölf Spiele, elf Siege, nur ein Unentschieden und 68 erzielte Tore sind eine herausragende Bilanz. „Was 1860 da runtergespielt hat, war schon sehr beeindruckend“, musste Ostermünchens Bernd Schiedermeier neidlos anerkennen. Sein Team war übrigens das einzige, das dem Rekordsieger im Turnierverlauf dreimal begegnet ist – und jeweils stark dagegenhielt. „Ich habe den Jungs im Vorfeld geschrieben, dass sie wie die Berserker verteidigen müssen. Und sie haben sich in jeden Ball reingeschmissen“, meinte Schiedermeier.
Und so ist der SV Ostermünchen nicht nur bis ins Finale gekommen und hat 1860 die einzigen Zähler abgeknöpft, sondern hatte im Endspiel auch noch bis zum Schluss die Chance auf die Verlängerung. In der Endphase reklamierte der SVO ein Handspiel, der Pfiff blieb aber aus. „Das war der Grund, dass ich mich ein bisschen aufgeregt habe“, bekannte Schiedermeier, „dass 1860 gewonnen hat, war aber auf alle Fälle verdient“. Schiedermeier hat mit dem Endspiel sein Traineramt in Ostermünchen beendet, das Auftreten im Sparkassenpokal stimmte ihn versöhnlich: „Ich bin sehr fein damit.“
Sein Torwart Sebastian Amann wurde zum besten Schlussmann gewählt und setzte damit die Tradition von Auszeichnungen für SVO-Goalies fort. Nicht neu ist auch, dass Fatih Eminoglu von Türk Spor Rosenheim zum besten Spieler des Finalturniers gekürt wurde und von Markus Ratschmeier den Preis überreicht bekam. Der erfahrene Akteur stellte gleich mehrmals seine Klasse unter Beweis, erzielte unter anderem fein das 2:2 gegen Kastl und leistete im Halbfinale zum zwischenzeitlichen 2:2 überragend die Vorarbeit – das waren technische Leckerbissen, die man gar nicht mehr so oft beim Kick unter dem Hallendach sieht!
Eminoglus Mannschaft lieferte einmal mehr einen leidenschaftlichen Auftritt ab und kam verdient ins Halbfinale. Dort wartete Ostermünchen und behielt einen kühlen Kopf. Das 3:2 war wohl das spannendste und beste Spiel im gesamten Turnierverlauf. „Wir waren zum dritten Mal hintereinander im Finalturnier, großer Respekt an die Jungs“, so Coach Yasin Temel. Seiner Mannschaft war die Freude am Sparkassenpokal anzumerken: „Vor dieser Kulisse ist es wirklich ein Highlight für die Jungs. Ich hatte neun Leute dabei, hätte aber auch 30 mitnehmen können. Jeder will hier spielen.“
Am Ende reichte es zum vierten Rang, weil der TuS Raubling im Platzierungsspiel eiskalt agierte. Auch die Inntaler können zufrieden sein, fehlten ihnen doch einige Kräfte – und dennoch schaffte es der Kreisligist aufs Stockerl. Mit dem 2:0-Erfolg in der Gruppe kegelte Raubling den Pokalverteidiger TSV Kastl aus dem Titelrennen. Coach Harry Mayer haderte damit, dass sein Kader nicht komplett war – unter anderem fehlte Timo Oberreiter, Kastls zweitbester Torschütze im Turnier. Und so erzielte der Landesligist in drei Spielen nur vier „Kisten“, darunter zwei im Spiel um den fünften Rang gegen den SB Rosenheim, dem ebenfalls die Durchschlagskraft nach vorne fehlte.
Die Ausgeglichenheit und Spannung des Finalturniers lässt sich auch damit unterstreichen, dass von den elf Begegnungen nur zwei mit mehr als zwei Toren Unterschied endeten. Das Turnier selbst endete mit einer Roten Karte für 1860 Rosenheims Auron Hetemi – auch das ist spektakulär. „Drei Platzverweise in 119 Spielen sind noch im Rahmen“, befand Peter Holzapfel aus der Turnierleitung. Weil nur eine davon spielbezogen – Torverhinderung außerhalb des Strafraums – war, geht das sicherlich besser. Was für das gesamte Turnier nur noch in Nuancen gilt…